Von der wilden Freude

Heidrun Adriana Bomke,Poesie des Lebens

Von der wilden Freude

Wie ich hier so sitze, an diesem schönen Maientag, kommt mir in den Sinn, dass ich schon immer Freude gesucht habe. Immer, das meint schon in meiner frühen Kindheit, soweit ich mich überhaupt zurücktasten kann in meiner Erinnerung. Und es war mir wohl nicht immer leicht mich freuen zu können. Obwohl es doch lebensimmanent ist, weil Leben doch Lebendigkeit und Freude am Dasein ist. Und gerade für Kinder! Am eigenen Dasein, an der eigenen weiten Beweglichkeit. Und ich meine das Wort wirklich wortwörtlich. Die eigenen Schritte, das eigene Hinausgehen, das Hüpfen und Springen und Tanzen und Singen und Jubeln über das schöne Leben! Ich hatte dieses Bedürfnis immer! ich fand sehr viel, was ich um mich herum sah, sehr schön. Vor allem erinnere ich die Schmetterlinge, Hunde, Bäume, die Murmeln, Seifenblasen, die bunten Bänder … Doch gelebt habe ich nicht immer Freude. Konnte ich nicht immer, war wohl nicht mutig genug. Das ist meine Lebensreise. Das sind meine Wandlungen. Zur Freude hin! Zur wilden, ungestümen Freude hin!

Wie komme ich gerade jetzt zu dieser Erkenntnis, die mir essentiell erscheint?

Ich sitze neben meiner Mutter. Ich sitze da, wo ich geboren. Ich spüre, sitze ich da länger, den Druck der ewigen Trauer. Den Druck der Pflicht zum schweren Leben. Den Druck der Enge. Als sei man zum Leiden verpflichtet. Den Druck einer Peinlichkeit und Scham, die ich bis heute nicht verstehe. Den Druck des Artigseins. Den Druck des Nicht-Verstandenwerdens. Der schmilzt in der Sonne dahin. Ich bin fremd im eigenen Land und doch bin ich zu Hause. Das auch. Denn nun bin ich erwachsen und kann dieses andere Leben einordnen. Als Kind konnte ich das nicht und hatte nur einen Wunsch: Mögen wir doch alle fröhlich sein! So fröhlich wie die Bartnelken un ddie Lupinen, so röhlich wie die Linde und die Birken … der Wunsch eines Mädchens.

Es ist wie eine Wand. Es ist eine Wand.

Da wird mir klar, dass diese Wand zwar Löcher bekommen hat. Dass sie von vielen Emotionen und Empathien durchlöchert ist. Dass sie auch von Wärme geschmolzen und von wahrhaft gemeinsamem Erleben erweicht. Wie schön!
Und doch ist es noch eine spürbare Wand. Wie ich hier sitze, baut sie sich auf. Ich spüre es im Herzen. Und ich möchte sie niederreißen. Und begreife:

Es ist nicht meine Wand. Nicht meine Mauer.

Oder irre ich da? Denn um mich her gibt es viel von dieser Schwere, die aus Trauer und einem ganz rationalen Sein kommt. Von Trennung.
Ich kann hier sein. Ich kann üben, immer wieder üben, in Liebe, also unvoreingenommen und wahrhaftig zu sein. Doch für die Mauern anderer bin ich nicht zuständig. Diese Erkenntnis erscheint mir gerade fundamental. Denn es hat mit den eigenen Grenzen zu tun, die es zu schützen gilt. Stop, sagt mein Herz. Man sagt das immer so hopplahopp dahin: “Ich kann andere nicht ändern, nur mich selbst.”
Doch wie tut man das wirklich? Wie viel Mut, wie viel Klarheit, wie viel Liebe zu sich selbst gehören dazu?
Da komme ich nochmal zu meiner Kindheit und sehe all die Ereignisse vor mir … Sie ziehen vorbei … denn sie sind vorbei. Und so viel Begeisterung steigt in meine Seele ein. Sie darf sein! Ja, das Wilde in mir, das Sich-Begeisternde, das Abenteuerliche, der Schmetterling der Wandlungskraft!

Heidrun Adriana Bomke
Zwischen Vollmond und Sonnenaufgang ging ich am Meer in Punta Secca am 14.10.2019. Ein magischer Morgen.

Ich bin frei

Und das heißt, ich bin frei, ohne Mauer zu leben und Liebe zu geben und zu empfangen. Die Welt um mich herum ist voller Liebe. Ich spüre es in jeder Faser meines Leibs. Und spüre auch das andere, die materielle, laute, unmenschlich abgetrennte Welt.
Wie gut, dass ich dem Licht folge und davon nicht mehr weichen werde, auch wenn Mauern und Schwere einem Widerstand gleichen. Sie mir und damit allem zu geben, diese vorhandene, tief empfundene Liebe. Und hinauszugehen in die Glückseligkeit eines Schmetterlings. Ich denke an Rilke, hole mein Büchlein: “Wer in seinem eigenen Dasein sich größer, freier und menschlicher macht, der tut das Seinige zum Frieden”. So soll es sein.

Heidrun Adriana Bomke · 19. Mai 2020

Berliner Sommer 2019

Sacrower Sommer, Heidrun Adriana Bomke

Als der Sommer begann, da war ich in Berlin. Berlin-Wannsee.
Seltsam – wie kam ich plötzlich dahin – ich war doch gerade noch auf Sizilien?

Aber, warum auch nicht Berlin? Alle gehen dahin.
Warum nicht Wannsee? Ich lass das Fragen. Da gibt’s nichts zu sagen.
Endlich konnte ich hier singen: “Pack die Badehose ein …”
Und ich ging gleich ohne hinein! In den Wannsee und den Sacrower See.

Das Berlin-Potsdamer Sommersein legte sich ganz wohlig in Seele und Leib hinein.

Schiffchen fahren auf sieben Seen, Freundinnen, neue Menschen, alte Bäume und meine Söhne sehen ..

Und einmal, da war ich ganz allein – da sah ich in das “Herz der Erde” hinein:
Ich sah es nicht nur im Sacrower See fröhlich schlagen. Ich spürte den großen Lebenspuls schlagen. Schließ ich die Augen, dann kann ich es hören. Dieser Herzschlag, der wird mich führen.

Ich war einfach da, ganz und gar, im Berliner Sommer im 2019er Jahr!
Nun leb ich mich hier in den Herbst und so weiter hinein …

Wie lang das dauert? Wer weiß das schon?
Lebendigkeit ist mein wahrer Lohn.

© Heidrun Adriana Bomke · Lebensreisende Autorin mit Übermut  & Lebensreisebegleiterin · TERMINE

 

Betty

Leichtigkeit, Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke, nEUMOND IN sYRAKUSBetty

Der ICE fuhr pünktlich in Frankfurt am Main Flughafen ein. Ich stand mit meinem silbernen Riesenkoffer, den Rucksack aufgeschultert und einer braunen Umhängetasche über die linke Schulter am Bahnsteig 4. Wir schrieben den 8. Tag im neuen Jahr 2020.
Alles hineingepackt fand ich einen leeren Viererplatz mit Tisch und ließ mich in den Sitz plumpsen. Geschafft!
Das Abteil war mäßig gefüllt. Im Durchgang zwischen den Wagen bemerkte ich eine junge Frau, eine Afrikanerin, mit zwei Kindern. Ein Kind saß im Kinderwagen. Ein anderes hüpfte herum. Drumherum viel Gepäck. Eh ich mich versah, flitze das hüpfende Kind, das sich als strahlendes Mädchen mit Rosaballettröckchen und fröhlich großen Augen entpuppte, den Gang entlang. Sie fand es witzig, wie die Türen sich plötzlich öffneten, wie es zwischen den Wagen schwankte. Sie stand so sicher auf ihren kleinen festen, hüpfenden Beinen. Jeder Gedanke, sie könnte fallen, war völlig umsonst.

Ich lachte!
Und dieses Lachen war es wohl, das die kleine Tänzerin anzog. Plötzlich war sie bei mir. Sie schaute mir direkt in die Augen. Wir grinsten uns an und schon begann unser Spiel. Wir klopften mit den Fingern auf den Tisch, wir bauten Türme aus unseren Händen, wir malten irgendwas in die Luft. Wir schnalzten mit unseren Zungen. Ich begann zu singen. “Bimbimbim, die Eisenbahn … nehmen wir auch die … mit!” Wie heißt das Mädchen, fragte ich die Mama, die nun hinter uns saß und das Baby stillte. Betty. Also “… nehmen wir auch die Betty mit!” Das temperamentvolle kleine Hüpfwesen lachte. Die schwarzen, wilden Augen waren ein Meer von Fröhlichkeit. Ich spürte, dass sie mein Begrüßungsengel war. Ein Zeichen.

Rosa waren das Tüll-Kleidchen und die Strumpfhose. Manchmal nahm Betty beide Hände und warf das Röckchen kess nach oben. Ab und an rief die Mama nach dem Kind. Völlig ohne Sorge. Wohl um den Anstand zu wahren unter all den artigen Leuten im Abteil. Dann kam Betty gesaust und zog mich mit sich. Es ging zur Toilette. Sie musste unbedingt die Tür öffnen und die Hände waschen. Wie das Wasser so einfach lief! Diese Neugier auf alles. Dieses Staunen! Beim Hinaufheben merkte ich, dass sie gar nicht leicht war. Eher stämmig fühlte sich das an und ganz und gar hier.

Dann kam der Augenblick, wie sich Betty auf meinen Schoß setzte, die kleinen Arme um mich legte, ihren Kopf auf mein Herz plumpsen ließ und sofort einschlief. Als hätte ihr jemand ein Zeichen gegeben. “Weißt du wieviel Sternlein stehen”, so sang ich und “Ich geh mit meiner Laterne …”
Wir fuhren durch das Dunkel des späten Nachmittags. Die Mama sagte erstaunt: Betty schläft.
Ja, Betty schlief tief und fest an meinem Herzen. Meine Arme hielten das kleine Wesen ganz eingehüllt. Die Familie aus Eritrea wohnte in Leipzig. “Zwei Kinder in sechs Jahren”, sagte die junge Mama mit den vielen, schönen Haaren, während sie mit dem Papa telefonierte. Eine Sprache, die mir so fern und doch auch vertraut klang. Afrika. Ich war noch nie da.

Kurz vor Eisenach versuchte ich Betty zu wecken. Ihre Arme leicht zu lösen. Es war unmöglich. Ich rief nach der Mama. Die kleine Betty weinte schlaftrunken. Es tat mir leid. Ich hätte sie so gerne noch gehütet. Ich packte meine Sachen zusammen, nahm meinen großen Koffer und winkte vom Bahnsteig zum Zug mit der dreijährigen Betty, die weiter in die Januarnacht fuhr.

©Heidrun Adriana Bomke Heidrun Adriana Bomke · Lebensreiseblog

Sich die herzvolle Erlaubnis geben … !!!

Schreibreisen nach Sizilien

Als ich dieses Herz in Punta Secca am sizilianischen Meer Anfang Oktober 2019 mit meinen Fingern in den Sand malte,

immer wieder die Kurven formte, da war ich voller Wonne, Liebe, Freude! Ja, ich fühlte, dass alles gut war und ist. Ich hüpfte am und im Meer herum, ich zeichnete mit der Hand, ich legte mich in den warmen Sand hinein, ich lachte … ich war so präsent und strahlend glücklich! Mir erschienen diese Wochen am Meer wie ein Traum, wie eine Belohnung. Vielleicht ein großes Abschlussfest?

Mir wurde ganz klar:
Ich hatte und habe mir die Erlaubnis zu einer großen neuen Lebensreise gegeben!

Mit dem Unterwegssein, mit Italien, Sizilien, mit meinem Mut zum Eigenen! Seit 2011. Eigentlich seit 2004.

Eine völlig neue, freie und unkonventionelle Lebensform!
Eine Entdeckung, eine Heldenreise, eine Öffnung, eine Wandlung! Reisen, sich dem Moment hingeben, sich öffnen für das Schöne und Helle und schreiben und kreieren! Und genau so auch leben. Daraus schöpfen und davon leben. Es so weitergeben. Ich bin begeistert, dass es so ist und sein darf. In jedem Lebensmoment. Ob auf Sizilien oder bei meinen alten Eltern; ob während der Schreibreisen, bei den jungen Leuten in der Schule; ob einfach beim täglichen Tun, bei der Begegnung mit Menschen und Tieren … – es entsteht so viel Schönes und Menschliches daraus!

ICH LEBE SO GERNE!

Und das bringt Bewegung und Lebendigkeit. Denn das Leben trägt ja weiter. Ich lausche mir und ihm und frage mich, was es von mir möchte … es flüstert, manchmal schreit es auch, manchmal träumt es mir was zu … und hält mich in Bewegung.
Allein in diesem Jahr 2019 hatte ich mindestens acht unterschiedliche Wohnorte, wo ich länger war:
Über Mietshaus mit mediterranem Garten, Mietwohnung in Punta Secca, air-bnb (find ich toll), Bed&Breakfast, Mietwohnung in Rand-Berlin … bei Eltern und Freunden und Bekannten … – ich mag das, das gehört auch zu mir. Ich habe mir Tinyhäuser angeschaut. … Ja, ich habe auch sieben Mal Sachen bewegt. Das muss ich nicht jedes Jahr haben(!), doch Ordnung machen, Aufräumen, Klarheit mit den Sachen schaffen, das ist mir eine Tugend geworden. Immer weniger haben. Mit wenig Schönheit schaffen. Meine Schönheit. Ich habe neue Gegenden kennengelernt, Berlin-Kladow, Sacrow und sie erkundet. Eine weitere, zusätzliche freiberufliche Tätigkeit in einer Waldorschule begonnen (das war eine innere Stimme, die mir das sagte). Ich war in Parin und am Chiemsee, in Rosenheim, in Thüringen, Bremen, Lüneburg, Wendland … immer wieder auf Sizilien. Und das sind nicht nur äußere Orte.
Es sind mir meist auch Schreiborte. Orte der Kreativität. Der Präsenz.

Ja, ich entdecke unglaublich gerne und ich bin da auch sehr neugierig und leicht wie ein Schmetterling!

Auf meine Art. Zu Fuß, mit Bus oder Rad. Schwimmend. Mit der Bahn bin ich zweimal nach Sizilien in diesem Jahr. Nochmal den Weg bewusst wahrnehmen, die Landschaften, die die Menschen so formen. Den Brenner und Südtirol und immer wieder die Meeresenge von Messina, wo der Zug in den Bauch eines Schiffes fährt und auf Sizilien wieder heraus. Und mein Büro habe ich dabei, denn ich bin ja immer noch keine Millionärin (hahaha) und meine Angebote wachsen aus diesen Bewegungen und Begegnungen heraus. Ja, sie sortieren und verändern sich.
Wachsen heißt für mich: wahrhaftig zu sein. Was nicht mehr zu mir gehört, das fällt auch von sich aus weg oder strengt mich so an, dass ich es nicht wiederhole. Und langweilen darf es mich auch nicht …!

Freude, Begeisterung, Offenheit – das sind die tiefen, sprudelnden Quellen der Kreativität!
Genau das ist meine tolle, neue Erfahrung! 

Früher, vor 2009, hatte ich auch manchmal aus Not geschrieben. Der Antrieb war Entlastung. Das war auch okay. Doch frei machte es mich nicht. Es blieb irgendwie eng, fühlte sich vielleicht etwas weniger schwer an. Schreiben aus Seh nsucht heraus bekam dann später schon eine andere Qualität. Da ging langsam ein Samen auf, öffnete sich der Himmel. Vorsichtig, aber doch! Ich holte langsam Luft, ich schrieb von einer Nomadin, ohne es bewusst wahrzunehmen. Bis mich das Leben ganz heftig stuppste – ja, ich sehe es heute als Geschenk, dass ich mit 50 Jahren eine handfeste Trennungs-Krise erlebte – und dann mutig und mit Unterstützung das Offene, ganz Neue, ganz Ungewisse und damit das Liebevolle und Leichte und Friedvolle wählte und einfach losging.
Da hatte es nochmal ordentlich gekracht und
das Leben gab mir einen Ruck und ich mir die Erlaubnis loszugehen.
Meine Bücher geben poetisches Zeugnis.

Ich erlaube mir das Offene, die Freude, die Lebensbegeisterung. Ja! Ich brauche sie.

Ja, ich gebe mir das Versprechen und ich gab es mir schon einige Male. Ich bleibe mir treu! Wer einmal Schmetterling war und ist, der lässt sich nicht mehr einfangen. Auch wenn es immer wieder der Wandlungen bedarf. Ich “weiß” nun ungefähr, wie es sich wandelt und erfahre immer mehr davon.

Ich traue meiner Intuition.
Ja. Sie führt mich, meine Wahrheit zu leben und in die Wirklich keit zu geben.

Das ist die Auf-Gabe nun. Kraftvoll mit Worten berühren und die Menschen schreibend, reisend ins Offene und Freie und Kreative führen. Das ist mein “Kulturbeitrag”.
Ich schreibe hier viel von mir und mancher mag vielleicht sagen: “Man, nimmt die sich wichtig!”
Und ja, ich nehme mich wichtig, weil ich wie jedes Wesen auf diese Erde mit einer Bestimmung gekommen bin. Sinnvoll sein möchte. Meine Gabe erkennen und in das Große einspeisen möchte. Mein Licht nicht mehr unter den Scheffel stellen möchte. Mich noch mutiger und präsenter zeigen möchte mit

Heidrun Adriana Bomke · Lebensreiseblog

Und das habe ich mir versprochen und tue etwas dazu! Eine neue Ausbildung habe ich mir erlaubt (auch sie habe ich durch Intuition gefunden), die mich auf diesem meinen Weg begleitet von 2019 bis 2021. Meine Lehrerin ist Dr. Christina Kessler, eine Ethnologin, die seit 40 Jahren die Weisheitslehren der Ureinwohner erforscht und daraus wesentliche Erkenntnise für Theorie und Praxis unseres bewussten Lebens gefunden hat: den universellen Prozess der Lebensintelligenz. Ein großes Bewusstseinstraining mache ich bei ihr und wie beglückt mich das, mit Gleichgesinnten vereint zu sein!
“Dient es dem Leben? Was will das Leben von dir?”, so die Fragen. Das schließt natürlich auch ein, dass es zunächst mir selbst dient! Um Aufopfern geht es gar nicht. Aber darum, den Blick von innen nach außen zu richten und umgekehrt, wenn Entscheidungen zu treffen sind. Und das ist täglich!!!

Dieser eigene Weg, diese eigene Wahrheit ist das Schatzkästlein des Seins.

Und hier setze ich mal den Schlusspunkt für jetzt. Das wollte alles hinaus. Mein Schatzkästlein ist gut gefüllt. Randvoll. Liebevoll. Herzvoll.
Mein Schreibmotto habe ich gefunden:

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensDie beste Art zu schreiben ist mit den ureigenen Worten und diese fließen unmittelbar aus dem Herzen in die Hand!

So inspiriere ich Menschen, sich kreativ zu öffnen und sich an licht- und kraftvollen Orten noch mehr ins eigene Licht zu schreiben.

Ich inspiriere dazu und begleite dabei, sich die Erlaubnis zu geben (!), offener, freier und damit ureigen kreativer und menschlicher zu leben. Probieren Sie es doch einmal aus!
SCHREIBREISENHeidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

Ich bin dankbar für all das Erlauben und die Lebendigkeit, die in mein Leben kam. Für das Spüren einer tiefen Lebensquelle, die für uns alle da ist: Eine große Lebensenergie! Hier, in meinem Geburtsort, sehe ich sie immer an einer Quelle, die neben einer großen Linde fließt, fließt, fließt … Das Leben hat viele Bilder, die uns den Weg weisen. Das Leben schenkt mir wirklich viel und ich möchte ihm noch viel Schönes geben.

Ja, ich erlaube es mir! In Berlin, Sizilien … wo auch immer mich das Leben hinführt!
Ich bin bereit. Ich bleibe mir treu.

Fambach, den 15. Janaur 2020, Dr. Heidrun Adriana Bomke, die Frau mit dem Übermut!

Sacrower Heilandskirche
Ein Baumherz schaute mich im Herbst 2019 an am Sacrower See.
Heidrun Adriana Bomke
Zwischen Vollmond und Sonnenaufgang ging ich am Meer in Punta Secca am 14.10.2019. Ein magischer Morgen.
Heidrun Adriana Bomke

HEILIGES — Mögen Engel …

Engel, Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

H E I L I G E S

Mögen Engel euch berühren
Eure Herzen sanft nun führen

Frieden und Liebe zu bringen
Wahrhaft frohe Lieder miteinander zu singen

In Dankbarkeit wollen wir sein
Ohne Hast und ohne Pein

Frieden und Liebe zu bringen
Wahrhaft frohe Lieder miteinander zu singen

Mögen Engel euch berühren
Eure Herzen tief zu spüren.

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

11.12.19
Ich wünsche allen Menschen und Wesen

eine lichtvolle Zeit des Ankommens.
Ganz von Herzen

© Dr. Heidrun Adriana Bomke · Dichterin, Literaturwissenschaftlerin, Biografin, Lebensreisebegleiterin
www.heidrunbomke.de · info@heidrunbomke.de

Worte sind reife Granatäpfel – Hilde Domin zur KLP 2019 – Impressionen

Heidrun Adriana Bomke

Worte sind reife Granatäpfel

so schrieb Hilde Domin, die Dichterin (1909-2006) und so gaben die Musikerin Britta Stützer und ich die poetischen Worte und die Musik wie ein Geschenk an die Menschen zur Kulturellen Landpartie im Wendland weiter. Öffneten den Granatapfel und ließen die Samen fallen.

Ja, Poesie und Musik gemeinsam erreichen die Herzen der Menschen. Da ist Magie am Werke. Es entsteht ein besonderer Raum voller Liebe und Sanftheit und Herzenskraft und Wahrheit. Ich glaube an die Worte der Dichterin Hilde Domin:

“Gedichte wenden sich an die Unschuld eines jeden, an das Beste in ihm: an seine Freiheit, er selbst zu sein.”Heidrun Adriana Bomke

 

 

 

 

“Nochmals vielen vielen Dank für die wundervolle poetische Stunde. Das war ein perfekter Moment.
Bei Sonnenschein Ihrer schönen Stimme mit tiefgründigen Texten und dazu der schönen musikalischen Begleitung lauschen zu dürfen.”
Ehepaar aus Hamburg, 9.6.19, Breese im Bruche

Ja, es war heiß in Breese im Bruche um 14 Uhr auf dem Rasenplatz zwischen den vielen Rosen. Lesen Sie mehr »

Ein Stück Arkadien – Schreibkunsttage in Teplingen – Impressionen

Heidrun Adriana Bomke, Schreibkunsttage

“Ein Stück Arkadien” – Schreibkunsttage in Teplingen – Impressionen vom 13.&14.6.19

Nächster TERMIN: 7.9.19, 13-17 Uhr, darüber hinaus” – Schreibkunsttag im Museum Wustrow Informationen

“Ein Stück Arkadien – ein blinder Wortwechsel”

schrieben die Teilnehmenden im Teplinger Gartenparadies am 13. Juni 2019. Zu Gast bei der Malerin Verena Holzhauser und dem Planetengartenexperten Manfred Brockt. © alle Fotos: Heidrun Adriana Bomke

 

 

 

Meditative Einstimmung im Grün – “Aus dem Kopf heraus” und “Aus dem Herzen heraus” mit genügend Zeit für einen freien Schreibfluss. Worte wie “mäandernder Grünfluss” erfüllten den Gartenraum.

Beim “blinden Wortwechsel” sieht man nicht, was der andere Mensch schreibt.
Und wie viel Gleichklang entstand! Intuitive Führung. Lesen Sie selbst!

“Ein Stück Arkadien – ein blinder Wortwechsel”

1 Ich glaube, es passiert mühe- und schwerelos

2 Dieses Land ist mir Spärenmusik

3 – das Land, wo Milch und Honig fließen.

4 Sonnigliches Sein

5 Aber vielen entgeht etwas – ohne Chance, das zu bedauern.

6 Es ist mir Vollendung. Es ist mir Liebe.

7 Alles fließt dahin.

8 So schön das ganze Leben.

9 Nur, wer loslässt, kann locker sein! Lesen Sie mehr »

Berührung – das Herz öffnen

Berührung

Berührung

Tret ich in mein Zimmer ein
Spür ich einen hellen Schein
Lausche ich dem Herz ganz still
Was es mir nun sagen will.

Mein Gedicht von 2015 heißt “Berührung”.

Ich “kramte” es eben aus meinem poetischen Schatzkästlein hervor, als ich den Weihnachtsbrief von Gerald Hüther las. Das Wort Berührung fiel in mein Herz. “Es” berührt mich selbst. In “mein Zimmer eintreten” – bei mir, in meinem inneren Kämerchen ankommen. Da geschieht Berührung. Und ich kann diese Berührung in Worte verwandeln, in Bilder. Woher die Worte kommen, das ist auch ein Stück Mysterium, das ich für mich ergründe. Das ist mein Herzensweg, mein Herzstück – die Poesie, die berührt, einen Raum der stillen Verbundenheit schafft und anregt.

Berührung erleben

Mit Gedichten. Mit Poesie. Die Worte sprechen, flüstern, schreien, erschrecken, erzählen, leuchten, weinen, haben Sehnsucht, lieben, wachen auf, legen sich mit der Abendsonne zu Bett, tragen manchmal eine große Stille in sich; sie umarmen Bäume und legen sich auf die Erde, sie spüren den Atem der Erde  … – ja, sie haben in sich all diese Lebendigkeit und Weite des Lebens und so wohnen sie in mir, in uns, um uns herum und können berühren. Gedichte. Meine Gedichte.

Nähe

Im warmen Lächeln meiner Hat
Atmet der Duft der Liebe.

Ich gebe meine Gedichte auf den Weg zu euren und Ihren Herzen.

Manchmal sprechen Zuhörerinnen und Zuhörer von Magie, wenn sie meiner Lesung lauschen. Da passiert etwas zwischen uns und mit den Worten und Herzen. Berührung geschieht. Es ist wahrhaft einfach und doch lange nicht mehr so leicht. Manchmal schrecken Menschen auch vor mir und meinen Worten zurück. Als wären sie eine Gefahr. Vielleicht sind sie das auch in diesem Augenblick. Die Gefahr, sich selbst plötzlich wieder fühlen zu können. Der Panzer, das Korsett, das doch so fest gefügt und für immer halten soll, bekommt einen ganz kleinen Kratzer. Einen Riss. Es möchte aufspringen, vielleicht? Angst vor den eigenen Gefühlen. Bei meinen Schreibbegleitungen darf sie sich ganz leicht lösen.

Das Wagnis der Berührung mit sich selbst

Dieses tiefe Spüren im Innern. Das Herauskommen aus dem äußeren Rennen, den Räumen der Routine, dem Lebens-Muster, das vermeintlich Sicherheit und Struktur gibt; ein bisschen heraus aus dem, “was so sein muss”, was doch immer so war und so bleiben soll. Was Gewinn und Prestige verspricht oder was auch immer. Auch wenn darunter, wie unter etwas Eis und Schnee, der in der Frühlingssonne taut, ein kleines Pflänzchen gedeihen möchte. Doch wie wird es aussehen, riechen, was wird daraus? Also bitte, die Kruste muss besser bleiben. Auch wenn sie uns selbst ins Fleisch schneidet. Vielleicht ist es manchmal wie der Eissplitter im Herzen des kleinen Kai im Märchen von der Schneekönigin, die den Jungen mit ihrem kalten Kuss fast tötet. Er spürt es jedoch nicht. Unsere Kälte hat andere Namen: Hetze, Wachstum, Gewinn, Besitz, Konsum, die dunkle Gewalt der Medien … – jeder kann es für sich herausfinden. Manchmal wächst daraus eine kleine Kruste über dem Herzen, manchmal ein Korsett, manchmal ein richtiger Panzer, den man sich zugelegt, um alles darunter nicht spüren zu wollen, zu müssen. Oder um der sein zu können, der man meint, sein zu müssen. Für eine Zeit kann das so sein, doch irgendwann holen einen die Gefühle ein.

Sie gehören doch zu dir, zu mir, zu jedem: Unsere so wertvollen Gefühle. Die manchmal ganz leise Stimmen haben: “Hör mir zu, hör hin, liebe Adriana, lieber … ich möchte dir etwas sagen!”

Selbstschutz – Schutz vor sich selbst?

Und oft gebieten wir ihnen, bloß jetzt den Mund zu halten. Jetzt ist nicht der Moment und jetzt ist es nicht zu ertragen und unpassend. Denn da kommen Tränen und Schmerz steigt auf – wer will den schon aushalten, so alleine? Und was sollen denn die anderen Menschen sagen? Wir schützen uns vor uns selbst. Wie schade, fühle ich. Wie schön und berührend ist es doch für mich, wenn sich ein Mensch zeigt, wahrhaft zeigt, mit seinem Herzen und ich ihn wahrhaft fühlen kann. Auch mich selbst. Das ist oft schwer auszuhalten und doch macht es mich und uns dann leichter, offener, selbstvertrauter, ehrlicher, wen wir es zulassen.

Ich schätze meine Tränen. Sie sind der Regen meiner Seele. Sie lösen und öffnen mein Herz.

Als kleines Mädchen habe ich wohl viel bzw. sehr leicht geweint. Ich erinnere sehr gut den Satz:

“Du hast zu nah am Wasser gebaut. Sei nicht so empfindlich!”

Ich fühlte mich manchmal seltsam, alleine. Heute weiß ich, dass ich mich vorbereitet habe, alleine sein zu können und alles fühlen zu dürfen und auch auszuhalten, um mich selbst tief zu entdecken, zu erleben. Schon als Kind fand ich Worte, fanden mich die Worte und die Bilder, die mir Trost geben konnten. Da gab es das Christkind und die Birken, Lärchen, Buchen und Tannen, die mich grüßten; das Weizenfeld mit Kornblumen, Mohn; die Wiese mit Schlüsselblumen und Gänseblümchen und Eier-und Speckblumen; die Lupinen, die mir mit ihren lila Köpfchen zunickten; ich rieche ihn noch, den Duft der Erde an meinen Händen, wenn ich Kartoffeln erntete; das Heu mit seinem Duft und seinem Pieksen auch und die Hündin Blanca, mit der ich in die Hütte kroch und die Märchen, in denen ich mich wiederfinden konnte und das Lied “Vom Himmel hoch, da komm ich her” – eine Welt, die mir nahe kam, die mich irgendwie auch verstand. Sie hatte etwas mit meinen Gefühlen dazu. Heute sage ich: Ich fühlte Liebe mit all dem. Sie begleitet mich im Herzen, auch wenn ich den Orten entwachsen – sie ist da. Und manchmal komme ich an fremde Orte und sie wächst, diese Liebe.
Und ja, ich habe gelernt, meine Tränen sehr zu schätzen. Da sucht “etwas” einen Weg aus mir heraus. Ist geschmolzen wie Eis. Der Druck hinter dem Herzen weicht auf.
Tränen sind für mich der Regen der Seele.

Tränen fließen. Berührung geschieht. Mit sich selbst. Mit dem Regen der Seele.

Ich kenne es vom Schreiben mit Menschen. Manchmal fließen sie heraus wie ein großer Strom, manchmal kommen sie zaghaft, denn sie waren schon fast vertrocknet. Ausgetrocknet ein bisschen wie das Innere. Oder sie waren verschlossen in einem tiefen Brunnen, der sich öffnen darf. Wie im Märchen – Verwandlung beginnt.

Im zarten Morgenlicht
fließen Tränen über mein Gesicht
noch drückt mein Herz
noch fühl ich Schmerz
Im zarten Morgenlicht
fließen Tränen über mein Gesicht.

Juni 2017

Immer ist es der Beginn der Öffnung – sich berühren lassen und Gefühle zulassen.

erwachendes Lavaherz
Erwachendes Herz

Poesie & Fotografie
Heidrun Adriana Bomke · Poetessa und Lebensreisebegleiterin · Punta Secca, 25.12.18