Von der wilden Freude

Heidrun Adriana Bomke,Poesie des Lebens

Von der wilden Freude

Wie ich hier so sitze, an diesem schönen Maientag, kommt mir in den Sinn, dass ich schon immer Freude gesucht habe. Immer, das meint schon in meiner frühen Kindheit, soweit ich mich überhaupt zurücktasten kann in meiner Erinnerung. Und es war mir wohl nicht immer leicht mich freuen zu können. Obwohl es doch lebensimmanent ist, weil Leben doch Lebendigkeit und Freude am Dasein ist. Und gerade für Kinder! Am eigenen Dasein, an der eigenen weiten Beweglichkeit. Und ich meine das Wort wirklich wortwörtlich. Die eigenen Schritte, das eigene Hinausgehen, das Hüpfen und Springen und Tanzen und Singen und Jubeln über das schöne Leben! Ich hatte dieses Bedürfnis immer! ich fand sehr viel, was ich um mich herum sah, sehr schön. Vor allem erinnere ich die Schmetterlinge, Hunde, Bäume, die Murmeln, Seifenblasen, die bunten Bänder … Doch gelebt habe ich nicht immer Freude. Konnte ich nicht immer, war wohl nicht mutig genug. Das ist meine Lebensreise. Das sind meine Wandlungen. Zur Freude hin! Zur wilden, ungestümen Freude hin!

Wie komme ich gerade jetzt zu dieser Erkenntnis, die mir essentiell erscheint?

Ich sitze neben meiner Mutter. Ich sitze da, wo ich geboren. Ich spüre, sitze ich da länger, den Druck der ewigen Trauer. Den Druck der Pflicht zum schweren Leben. Den Druck der Enge. Als sei man zum Leiden verpflichtet. Den Druck einer Peinlichkeit und Scham, die ich bis heute nicht verstehe. Den Druck des Artigseins. Den Druck des Nicht-Verstandenwerdens. Der schmilzt in der Sonne dahin. Ich bin fremd im eigenen Land und doch bin ich zu Hause. Das auch. Denn nun bin ich erwachsen und kann dieses andere Leben einordnen. Als Kind konnte ich das nicht und hatte nur einen Wunsch: Mögen wir doch alle fröhlich sein! So fröhlich wie die Bartnelken un ddie Lupinen, so röhlich wie die Linde und die Birken … der Wunsch eines Mädchens.

Es ist wie eine Wand. Es ist eine Wand.

Da wird mir klar, dass diese Wand zwar Löcher bekommen hat. Dass sie von vielen Emotionen und Empathien durchlöchert ist. Dass sie auch von Wärme geschmolzen und von wahrhaft gemeinsamem Erleben erweicht. Wie schön!
Und doch ist es noch eine spürbare Wand. Wie ich hier sitze, baut sie sich auf. Ich spüre es im Herzen. Und ich möchte sie niederreißen. Und begreife:

Es ist nicht meine Wand. Nicht meine Mauer.

Oder irre ich da? Denn um mich her gibt es viel von dieser Schwere, die aus Trauer und einem ganz rationalen Sein kommt. Von Trennung.
Ich kann hier sein. Ich kann üben, immer wieder üben, in Liebe, also unvoreingenommen und wahrhaftig zu sein. Doch für die Mauern anderer bin ich nicht zuständig. Diese Erkenntnis erscheint mir gerade fundamental. Denn es hat mit den eigenen Grenzen zu tun, die es zu schützen gilt. Stop, sagt mein Herz. Man sagt das immer so hopplahopp dahin: “Ich kann andere nicht ändern, nur mich selbst.”
Doch wie tut man das wirklich? Wie viel Mut, wie viel Klarheit, wie viel Liebe zu sich selbst gehören dazu?
Da komme ich nochmal zu meiner Kindheit und sehe all die Ereignisse vor mir … Sie ziehen vorbei … denn sie sind vorbei. Und so viel Begeisterung steigt in meine Seele ein. Sie darf sein! Ja, das Wilde in mir, das Sich-Begeisternde, das Abenteuerliche, der Schmetterling der Wandlungskraft!

Heidrun Adriana Bomke
Zwischen Vollmond und Sonnenaufgang ging ich am Meer in Punta Secca am 14.10.2019. Ein magischer Morgen.

Ich bin frei

Und das heißt, ich bin frei, ohne Mauer zu leben und Liebe zu geben und zu empfangen. Die Welt um mich herum ist voller Liebe. Ich spüre es in jeder Faser meines Leibs. Und spüre auch das andere, die materielle, laute, unmenschlich abgetrennte Welt.
Wie gut, dass ich dem Licht folge und davon nicht mehr weichen werde, auch wenn Mauern und Schwere einem Widerstand gleichen. Sie mir und damit allem zu geben, diese vorhandene, tief empfundene Liebe. Und hinauszugehen in die Glückseligkeit eines Schmetterlings. Ich denke an Rilke, hole mein Büchlein: “Wer in seinem eigenen Dasein sich größer, freier und menschlicher macht, der tut das Seinige zum Frieden”. So soll es sein.

Heidrun Adriana Bomke · 19. Mai 2020

Ja, ich habe diesen Traum

Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensJa, ich habe diesen Traum und ich träume ihn
mit offenen Augen.

Sie lächeln und sie weinen. Sie schauen ins Blau. In die hohen Spitzen der Bäume. In den Himmel. Schauen auf die Erde. Auf das grüne Gras. Auf die Enten, die da sitzen. Auf die Hunde, die hurtig vorbei flitzen. Sie schauen auf die weiße Möwe, die gerade über mir fliegt. Auf den bunten Schmetterling, der sich flügelleicht wiegt. Meine Augen. Sie schauen weit über das Meer, das am Horizont sich neigt.
Schauen dahin, wo alles sich zeigt.

Ja, ich habe diesen Traum und ich träume ihn mit offenen Augen.

Sie lächeln und sie weinen. Sie schauen zu den Kindern, die gar fröhlich toben. Sie freuen sich am Wind, am Duft der Morgenluft. An des Meeres hohen Wogen. Am Rauschen der Blätter, am Blütenduft. Sie lächeln und sie tanzen sogar. Sie leuchten manchmal gar wunderbar. Meine Augen. Sie senden einen Lebensgruß und geben manchmal ganz beiläufig einen Kuss: dem traurig schlurfenden Alten, der bitter enttäuschten schmallippiggrauen Frau, dem Straßenmusicus.
Meine Augen. Sie reinigen sich oft im Tränenfluss.

Sie finden auch dich und schauen dich an:

Kennst du sie, diese Sehnsucht, diese Lebendigkeit, diese Kraft, diese Liebe, die vom Herzen in die Augen steigt? Deiner Seele die Lebensfreude verleiht? Eine Sehnsucht,
die Dein Herz in wachsenden Ringen umkreist?

Ja, ich habe diesen Traum und ich träume ihn mit offenen Augen.

© Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke,Poesie des Lebens-Lebendig schreiben
Heidrun Adriana Bomke

Betty

Leichtigkeit, Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke, nEUMOND IN sYRAKUSBetty

Der ICE fuhr pünktlich in Frankfurt am Main Flughafen ein. Ich stand mit meinem silbernen Riesenkoffer, den Rucksack aufgeschultert und einer braunen Umhängetasche über die linke Schulter am Bahnsteig 4. Wir schrieben den 8. Tag im neuen Jahr 2020.
Alles hineingepackt fand ich einen leeren Viererplatz mit Tisch und ließ mich in den Sitz plumpsen. Geschafft!
Das Abteil war mäßig gefüllt. Im Durchgang zwischen den Wagen bemerkte ich eine junge Frau, eine Afrikanerin, mit zwei Kindern. Ein Kind saß im Kinderwagen. Ein anderes hüpfte herum. Drumherum viel Gepäck. Eh ich mich versah, flitze das hüpfende Kind, das sich als strahlendes Mädchen mit Rosaballettröckchen und fröhlich großen Augen entpuppte, den Gang entlang. Sie fand es witzig, wie die Türen sich plötzlich öffneten, wie es zwischen den Wagen schwankte. Sie stand so sicher auf ihren kleinen festen, hüpfenden Beinen. Jeder Gedanke, sie könnte fallen, war völlig umsonst.

Ich lachte!
Und dieses Lachen war es wohl, das die kleine Tänzerin anzog. Plötzlich war sie bei mir. Sie schaute mir direkt in die Augen. Wir grinsten uns an und schon begann unser Spiel. Wir klopften mit den Fingern auf den Tisch, wir bauten Türme aus unseren Händen, wir malten irgendwas in die Luft. Wir schnalzten mit unseren Zungen. Ich begann zu singen. “Bimbimbim, die Eisenbahn … nehmen wir auch die … mit!” Wie heißt das Mädchen, fragte ich die Mama, die nun hinter uns saß und das Baby stillte. Betty. Also “… nehmen wir auch die Betty mit!” Das temperamentvolle kleine Hüpfwesen lachte. Die schwarzen, wilden Augen waren ein Meer von Fröhlichkeit. Ich spürte, dass sie mein Begrüßungsengel war. Ein Zeichen.

Rosa waren das Tüll-Kleidchen und die Strumpfhose. Manchmal nahm Betty beide Hände und warf das Röckchen kess nach oben. Ab und an rief die Mama nach dem Kind. Völlig ohne Sorge. Wohl um den Anstand zu wahren unter all den artigen Leuten im Abteil. Dann kam Betty gesaust und zog mich mit sich. Es ging zur Toilette. Sie musste unbedingt die Tür öffnen und die Hände waschen. Wie das Wasser so einfach lief! Diese Neugier auf alles. Dieses Staunen! Beim Hinaufheben merkte ich, dass sie gar nicht leicht war. Eher stämmig fühlte sich das an und ganz und gar hier.

Dann kam der Augenblick, wie sich Betty auf meinen Schoß setzte, die kleinen Arme um mich legte, ihren Kopf auf mein Herz plumpsen ließ und sofort einschlief. Als hätte ihr jemand ein Zeichen gegeben. “Weißt du wieviel Sternlein stehen”, so sang ich und “Ich geh mit meiner Laterne …”
Wir fuhren durch das Dunkel des späten Nachmittags. Die Mama sagte erstaunt: Betty schläft.
Ja, Betty schlief tief und fest an meinem Herzen. Meine Arme hielten das kleine Wesen ganz eingehüllt. Die Familie aus Eritrea wohnte in Leipzig. “Zwei Kinder in sechs Jahren”, sagte die junge Mama mit den vielen, schönen Haaren, während sie mit dem Papa telefonierte. Eine Sprache, die mir so fern und doch auch vertraut klang. Afrika. Ich war noch nie da.

Kurz vor Eisenach versuchte ich Betty zu wecken. Ihre Arme leicht zu lösen. Es war unmöglich. Ich rief nach der Mama. Die kleine Betty weinte schlaftrunken. Es tat mir leid. Ich hätte sie so gerne noch gehütet. Ich packte meine Sachen zusammen, nahm meinen großen Koffer und winkte vom Bahnsteig zum Zug mit der dreijährigen Betty, die weiter in die Januarnacht fuhr.

©Heidrun Adriana Bomke Heidrun Adriana Bomke · Lebensreiseblog

Ein unerwartetes Geschenk

Schreibreisen nach Sizilien

Ein unerwartetes Geschenk

26.12.19, 9.10 Uhr, Punta Secca, Bar “Charlie Brown”

Ich spüre die wärmende Morgensonne im Rücken.
Ich sitze genau zwischen Ost und West. Mein Rücken zum Osten, wo der Leuchtturm steht, mein Blick zur Westküste von Punta Secca, wo Menschen stehen und auf das Meer schauen. Alle mit dunklen Jacken über dunklen Hosen. Nur ein Kind leuchtet mit einem gelben Pullover. Sie spielen, die Kinder, auf der Piazza zwischen der Casa Montalbano und dem Torre Scalambri.
Das Meer rauscht mit kleinen weißen Hüpfern an den Strand. Es hat sich beruhigt die letzte Nacht. Heute, am 2. Weihnachtstag, einem Neumondtag. Der Himmel ist von einem frischen, hellen Blau.

Ich bin so froh, hier in der Bar auf dem nackten Stuhl, bedeckt mit meinem Wolltuch ein paar Sätze gelesen zu haben. Ein paar Worte.

Worte, die mir so guttun. Die sind, wie ich bin.

In dieser Welt. Einer Welt, die oft so voller Tun und Heftigkeit, so voll von schweren Autos und anderen Krankheiten und alten und neuen Kriegen und Schrecken und Leistungen und weinenden Kindern in Einkaufsläden und eiligen Käufern und rauchenden Fingern und glitzernden Lippen und lamentierenden Mündern und analysierenden Gehirnen. Eine Welt am Rande. Manchmal sehe ich das so überdeutlich. Manchmal häufen sich die Augenblicke, die in mir hängenbleiben. Es geht mir durch Mark und Bein.

Ich las in einer Anthologie die kleine Geschichte von Czeslaw Milosz. “Erwacht”, so heißt sie. Ein paar Sätze nur. Eine kleine A6-Seite oder noch weniger. Fast hatte ich das Büchlein schon in die Ecke gepfeffert. Alle Augenblicksgeschichten, die dort versammelt, und für die Zeit zwischen den Jahren taugen sollten, führten in die Düsternis, in die Leere, genau in diese Welt, die wohl schon lange als Wirklichkeit verkauft und doch nicht die Wahrheit ist. Nein, sie waren nicht schön erzählt und sie hatten kein gutes Ende, diese Geschichten. Sie stimmten mich verdrießlich und ich war schon sauer auf mich, dass ich überhaupt dieses Büchlein gekauft. So viele viele Bücher sind verdrießliche Angelegenheiten. Jammertäler, in denen sich die Leser suhlen sollen, damit sie blind werden für das helle Leben.

Das waren die Worte, die so lesenswert:
“Es war ein derart überwältigendes und vollkommenes Glücksgefühl, dass alles in meinem Leben nur die Voraussetzung dafür gewesen war. Und dieses Glück hatte überhaupt keinen Grund …”

Ein Glück, das nichts ausgelöscht und doch alles aufgehoben. Ein Glück, das man wohl nur alleine erleben kann. Das fühlte ich sofort. Vielleicht, weil ich es kenne. Ein scheinbar völlig grundloses Glück.

Diese Nähe mit sich selbst. Mit mir. Diese Liebe, die in der Welt ist.

Ein völliges Aufgehobensein.
Ich hatte einmal geschrieben, in genau solch einem unerwartet glanzvollen Augenblick:

Im warmen Lächeln meiner Haut
atmet der Duft der Liebe.

Ich las genau das nun mit anderen Worten. Und fühlte es gleichzeitig. Genau so. Seelenverwandtschaft. Wahrheit der allgegenwärtigen Liebe. Welch unerwartetes Geschenk für mich! So wie der Autor am Ende der 9 Sätze, ja, es sind genau 9, schreibt: “Mir war klar, dass ich ein unerwartetes Geschenk erhalten hatte und ich konnte nicht fassen, warum mir diese Gnade zuteil geworden ist.”

Und nun mir als Leserin. Ich fasse es.

Ich reiße diese Seite aus dem Buch.

Ich werde sie in mein Buch mit den gesammelten Glückstexten aufnehmen, die mich zwischen Diesseits und Jenseits begleiten dürfen.

Es ist 9.35 Uhr in Punta Secca am Meer.

© Heidrun Adriana Bomke

HEILIGES — Mögen Engel …

Engel, Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

H E I L I G E S

Mögen Engel euch berühren
Eure Herzen sanft nun führen

Frieden und Liebe zu bringen
Wahrhaft frohe Lieder miteinander zu singen

In Dankbarkeit wollen wir sein
Ohne Hast und ohne Pein

Frieden und Liebe zu bringen
Wahrhaft frohe Lieder miteinander zu singen

Mögen Engel euch berühren
Eure Herzen tief zu spüren.

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

11.12.19
Ich wünsche allen Menschen und Wesen

eine lichtvolle Zeit des Ankommens.
Ganz von Herzen

© Dr. Heidrun Adriana Bomke · Dichterin, Literaturwissenschaftlerin, Biografin, Lebensreisebegleiterin
www.heidrunbomke.de · info@heidrunbomke.de

Wahre Liebe

Schreibreise Sizilien

“Wahre Liebe ist wie die Sonne, die ihr eigenes Licht aussendet und es gleichermaßen auf alle erstrahlen lässt.”

Thich Nhat Hanh

In den letzten Wochen begegneten mir immer wieder diese Worte des vietnamesichen Zenmeisters Thich Nhat Hanh. Auf einer Postkarte, auf einem Zettel, der aus meinem Kalender fiel. Ich mag diese Zetteleien, die sich mir dann im rechten Augenblick neu offenbaren. Mir Mitteilung geben. Meine Aufmerksamkeit vertiefen.

Wahre Liebe

Ich lausche den Worten. Immer tiefer legen sie sich in mich hinein. Ganz tief, ganz tief in mir beginnt eine große Ahnung Raum zu greifen. Immer ist sie mit einem Lächeln verbunden. Bereits 2011 und 2012 hatte ich in der alten Stadt Syrakus am Meer Sonnenaufgangsgedichte geschrieben. “Wo das Licht wohnt” – damals begann das Staunen und Ahnen einer wundervollen Verbindung. Kontemplation gepaart mit tiefem Erkennen. Eine Anbindung an “etwas”. Es gab mir Zeichen. Ich konnte sie einatmen, fühlen, sogar hören und aufschreiben. Eine Offenbarung, so scheint mir.

Wie die Sonne

Schreibreise Syrakus
© Sonnenaufgang in Syrakus am 20.10.2019 – ich stehe lange am Ufer der alten Stadt an der Ionischen Küste. Meditiere, fotografiere.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Vergleich ist sinnbildlich. Ich habe im Oktober sehr oft am Meer von Punta Secca und Syrakus auf Sizilien dem Sonnenaufgang zugeschaut. Von der ersten zarten Morgenröte über das Ausbreiten des Lichts bis hin zum Aufsteigen des Sonnenballs. Es dauert ca. eine halbe Stunde. Und dann erlebe ich das Gold, das alles überflutet. Und ich erlebte es als Wunder. Ja, das Wort ist treffend.

Ihr Licht aussendet

Mich erfasste das wahrhafte Gefühl, dass es eine liebevolle Kraft ist, ein liebevoller Kosmos, der uns so beschenkt. Unglaublich schön, magisch, bestaunenswert. Und ich mitten darin. Welch Glück! Wir alle inmitten des Wunders. Ich werde beschenkt. Jeden Tag. Immerzu. Und nicht nur ich.

© Corona am 8.5.19 über Punta Secca. Während einer Bootsfahrt mit Schreibenden im Mai 2019 war der Strahlenkranz plötzlich über uns. Und blieb eine ganze Weile da. Ich sah es als Zeichen. Schon einmal, 2015 im April, hatte ich mit einer anderen Gruppe die Corono gesehen, auf dem Kultfelsen der Demeter in Enna.

Und es gleichermaßen auf alle erstrahlen lässt

Das klingt selbstverständlich und einfach. Natürlich. Die Sonne sendet ihr Licht auf alles, auch wenn wir nicht immer ihre volle Kraft sehen und spüren. Die Sonne wertschätzt alles und alle. Sie ist bedingungslos.

Auf alle

Ich spüre so viel Frieden in diesen beiden Worten, die nicht trennen. Die herabfallen wie Gold. Warm und schön. Gnade.

Und ich möchte es weiter versuchen und von der Sonne lernen.

Eure Heidrun Adriana Bomke · 5.11.19 Posie des Lebens-Lebendig schreiben

Wandlung wagen!
Junger Fischer in Punta Secca. Ich traf ihn oft mit einem alten Holzboot dort, wo auch die grünäugige Meeresfrau Gabriela wohnt. Wir wechselten immer ein paar liebevolle Worte am frühen Morgen.

 

 

 

Die weißen Kühe von Fambach oder Von einem heiligen Moment

Heidrun Adriana Bomke_Lebensreiseblog

Die weißen Kühe von Fambach oder Von einem heiligen Moment
Fambach am 14. August 2019

Als ich heute mit dem Fahrrad am Nachmittag um 15 Uhr aus Fambach, meinem Geburtsort, Richtung Heßles fuhr – am Waldrand und an Wiesen entlang, da waren sie plötzlich wieder da: die weißen Kühe.
Ich staunte und mein Herz lachte vor Freude! Ich spürte das Besondere des Augenblicks.

Ich stieg vom Fahrrad und sah sie so friedlich gegenüber am Wiesenhang. Die weißen Flecken unter noch grünen Eichen und Ahorn, im so satten grünen Gras. Gerade liefen sie nach oben. Waren an der Tränke gewesen. Ja, da waren sie wieder, die Mutterkühe mit ihren Jungen. Und wie die Kälbchen gewachsen sind!

Ich freute mich so sehr über den Anblick, dass mir wieder die Tränen über die Wangen liefen.

Wann war es gewesen, dass ich sie bei meinen Fahrradausflügen im Frühsommer gesehen?

Wohl Ende Mai. Damals blühte der Ginster und alles war hellgrün.

Heidrun Adriana Bomke_Lebensreiseblog
Mai in Fambach

Schon damals war ich tief berührt von diesem friedlichen unerwarteten Anblick. Auch dass sie so weiß waren. Hier in Thüringen.  Damals war ich Zeuge des Geborenwerdens geworden. Die kleinen Kälbchen waren erst wenige Tage alt. Dicht bei ihren Müttern. Und eines war wohl gerade geboren.

Heidrun Adriana Bomke_Lebensreiseblog

Fast heilig erschien mir das Bild.

Ich weiß noch, wie ich auch einen kleinen Schreck bekam. Ich sah vom Weg aus, etwa 10 m entfernt, eine Kuh liegen und einen großen Blutfleck auch und etwas entfernt ein kleines Wesen. Beide unbewegt. Lebten sie? Die Herde war hundert Meter entfernt. Die Kuh hatte sich wohl zur Geburt abseits begeben. Am nächsten Tag fuhr ich damals wieder hin. Und welcher Anblick bot sich mir! Alle Kühe und Kälbchen lagen dicht beieinander. Der Geburtsfleck war schon von der Sonne getrocknet. Manche Kälbchen liefen schon freudig umher. Die Kühe leckten ihre Jungen ab. Ich mache viele Fotos.

Es war für mich ein Bild des gebärenden, natürlichen und beschützten Lebens.
Alles geschah mit einer Selbstverständlichkeit. Einfach so.

Darin liegt wohl das Wunder der Lebendigkeit.

Das sie ist. Sein darf. „Man“ sie gewähren lässt. Es braucht keine Erlaubnis. Keine Gedanken. Sie genügt sich selbst. Geschieht ohne Ansage. Lesen Sie mehr »

Worte sind reife Granatäpfel – Hilde Domin zur KLP 2019 – Impressionen

Heidrun Adriana Bomke

Worte sind reife Granatäpfel

so schrieb Hilde Domin, die Dichterin (1909-2006) und so gaben die Musikerin Britta Stützer und ich die poetischen Worte und die Musik wie ein Geschenk an die Menschen zur Kulturellen Landpartie im Wendland weiter. Öffneten den Granatapfel und ließen die Samen fallen.

Ja, Poesie und Musik gemeinsam erreichen die Herzen der Menschen. Da ist Magie am Werke. Es entsteht ein besonderer Raum voller Liebe und Sanftheit und Herzenskraft und Wahrheit. Ich glaube an die Worte der Dichterin Hilde Domin:

“Gedichte wenden sich an die Unschuld eines jeden, an das Beste in ihm: an seine Freiheit, er selbst zu sein.”Heidrun Adriana Bomke

 

 

 

 

“Nochmals vielen vielen Dank für die wundervolle poetische Stunde. Das war ein perfekter Moment.
Bei Sonnenschein Ihrer schönen Stimme mit tiefgründigen Texten und dazu der schönen musikalischen Begleitung lauschen zu dürfen.”
Ehepaar aus Hamburg, 9.6.19, Breese im Bruche

Ja, es war heiß in Breese im Bruche um 14 Uhr auf dem Rasenplatz zwischen den vielen Rosen. Lesen Sie mehr »

Besuch der Worte – Zum Welttag der Poesie am 22.3.

wo die Worte wohnen - Poesie

“Jahresklang” heißt mein  Gedicht, das beginnt:
“Schlummernd noch murmelt das Jahr sein Lied …” – hört es gerne nochmal und vielleicht bleibt ein Vers, der besonders gefällt! Lauscht auf den Klang, lauscht auf die Gefühle, die sich in euch regen.

Besuch der Worte

Am frühen Morgen besuchen mich die Worte
kaum aufgewacht sind sie schon wieder fort

Ich frag sie noch
Woher kommt ihr? Wo ist der Ort?

Sie kichern leise tänzelnd
wispern und sind wieder fort!

21.3.19

Woher kommen die Worte? – Zum Welttag der Poesie am 22.3.

Als Dichterin frage ich mich das. Zum Welttag der Poesie, der jedes Jahr am 22.3. ist. Und nicht nur dann. Worte der Poesie jenseits der Alltagsworte kommen aus einem anderen “Raum”. Doch woher?
Sie besuchen mich jeden Tag und ja, oft am Morgen, wie ich im lustvollen Dialog mit den Worten schreibe. In dieser Sphäre zwischen Traum und Tag … gerade die Dichterworte sind von einer großen Zartheit. So tief und flüchtig zugleich. Sinnlich, natürlich, oft leicht wie ein kleiner Sonnenstrahl auf der Nase kitzeln sie. Sie formen sich in Herz und Hand.
Ich spüre, dass ich sie einsammle. Ihnen Gestalt gebe.  Sie wohnen nicht in mir – oder sie sind als Erscheinungen und Empfindungen da: im Großen und Ganzen, in der Weltenseele, dem Weltinnernaum wie R.M.Rilke sagte und im “großen Chor”, wie es im Gedicht “Jahresklang” heißt.

Ich habe die Gabe, Poesie zu spüren und zu materialisieren.

Möge sie mir erhalten bleiben. Ich bin so dankbar, die Poesie des Lebens einsammeln und in die Welt geben zu können. Poesie bleibt immer auch Geheimnis, wie die Dichterin Hilde Domin in ihrem Gedicht
“Worte sind reife Granatäpfel” schrieb.

Granatapfelblüten
Foto: Adriana

Hilde DominLeben ist Poesie

für mich. Als Dichterin lebe ich in einer besonderen Wahrnehmungswelt. Sie ist sehr fein, lebendig, leicht, still mit Natur und Herz verbunden und ein großer innerer Raum voller vielfältigster Wahrnehmungen. Sie ist hochsensibel und möchte beschützt werden. Sie möchte tanzen und fliegen und geerdet werden. Sie ist kein Diskussionsraum. Sie ist einfach da. Ein Hinausgehen aus der Alltagswelt und ein Zurückführen in Gestalt der poetischen Früchte. Dahin, wo wir uns alle versammeln können: In der POESIE des LEBENS.

Ist nicht alles Lebendige voller Poesie, voller Schönheit, Freude, Vielfalt, Verwandlung?

Jeder kleine Vogel, der Ästchen für sein Nest zusammenträgt? Die Wolken, die sich im Wasser spiegeln? Die Knospe, die aufgeht und zu Blüte und Frucht wird …? Der Mensch, der gerne lebt … einen anderen berührt …

Jean Paul schrieb: “Poesie ist wie ein Duft, der sich verflüchtigt und in der Seele die Essenz der Schönheit zurück läßt.”

Hilde Domin meinte: “Poesie ist ein großes Glockenläuten, damit alle aufhorchen”

Sich entfalten im eigenen Rhythmus ist Poesie

Poesie bleibt, wie das Leben im Kleinsten auch, Geheimnis. Manches kann man spüren im Innehalten. Erahnen, sich öffnen, mutig sich offenbaren und zeigen. In der Poesie kann man nichts “umlügen”, wie Domin sagt. Es geht um Wahrhaftigkeit. Nicht umsonst nennt man die Poesie die subjektivste der Gattungen. Man spricht von sich. Und gleichzeitig vertraue ich, gebe ich die Gedichte hinaus, auf ein Gegenüber, einen Hörer. Am liebsten lese ich direkt vor den Menschen. Ein poetischer Raum entsteht, in dem Worte berühren und Menschen sich dadurch beruhigen, leise werden, in sich hinein horchen, sich spüren …  – man kann diese Energie einatmen. Es wächst aus dieser schöpferischen Gestaltung Schönheit.

Poesie gibt mir die größte innere Freiheit und Weite

Sie verbindet mich mit all dem Kleinen und Feinen und Wunderbaren des Seins und bindet mich so wie von selbst in den großen lebendigen Rhythmus ein. Dafür bin ich so dankbar. Genießen Sie noch einmal zum “Welttag der Poesie” mein vorgelesenes Gedicht “Jahresklang”. Es drückt auch meine poetische Verbundenheit mit dem Leben aus: mein Einstimmen “in den großen Chor”.

Viel Freude beim Hören! Und:

Schreiben Sie auch Ihr Gedicht! Einfach so – federleicht. Heidrun Adriana Bomke

JAHRESKLANG

© Heidrun Adriana Bomke · Dichterin, Literaturwissenschaftlerin, Biografin und Lebensreisebegleiterin
Aufnahme: Patrick Penot Musikproduktion GmbH Wiesbaden

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Meine Begegnung mit San Valentino oder Von der Selbstliebe

Heidrun Adriana Bomke, Übermut tut gut! Hörbuch unterwegs in den Süden

Meine Begegnung mit San Valentino oder Von der Selbstliebe

… Ausschnitt aus meinem Hörbuch
“Übermut tut gut! Unterwegs in den Süden”

Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gutSchauen Sie gerne auf meine weiteren ANGEBOTE.

Heidrun Adriana Bomke