GEFUNDEN – MUßEREISE IN WEIMARS NATUR UND KULTUR

Weimar Natur und Kultur; MUßEREISE, HEIDRUN ADRIANA BOMKE

 7. August – 11. August 2023

GEFUNDEN 🍀 Mußereise in Weimars Natur und Kultur

Ich freue mich, noch einmal – nach längerer Pause – mit dem Frauenreisebüro “Frauen unterwegs-Frauen reisen” zusammenzuarbeiten. Weimar liegt mir am Herzen. Nicht nur, weil ich mit ihm aufgewachsen bin; nicht nur, weil ich Goethe & Co. sowie die Musefrauen am Weimarer Hof schätze und mich intensiv mit dieser kulturgeschichtlichen Epoche als Literaturwissenschaftlerin und natürlich Dichterin befasst habe. Es ist ganz einfach die

MAGIE IM MITEINANDER VON NATUR UND KULTUR 🍀

„Gefunden“ ist ein spätes Gedicht Goethes an seine Frau Christiane. Es beginnt mit dem Vers
Ich ging im Walde so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn.
Diese wunderbare Offenheit beschert dem Wanderer das besondere Glück des wahren Findens! Dichtung und Natur waren schon immer schöpferische Geschwister, gehen Hand in Hand. Sie laden zu Muße ein, zum Besinnen und Schauen, zum Lauschen und Atemholen, zu Schönheit und Weite.
Und so finden auch wir im August 2023, im hohen Sommer, viel Muße bei Spaziergängen, Lesungen, poetischen Meditationen, beim Verweilen in blühendenWiesen, an schönen Orten:

GEFUNDEN
MUßEREISE, WEIMAR, HEIDRUN ADRIANA BOMKE
Gefunden! Muße in Weimar, Heidrun Bomke

Ein Wandern durch natürliche und kulturelle Landschaften 🍀

In ihnen weben uns Liebe und Schönheit ihr Band. Dabei begegnen uns vor allem Christiane Vulpius (Goethe), Charlotte von Stein und die Herzogin Anna Amalia – Frauen unterschiedlichster Couleur – an ihren Orten und mit ihren verschiedenen Handschriften. Alle schreiben sie, halten ihre Erfahrungen meist in Brief und Tagebuch fest. Am 26.9.1814 schrieb Christiane von Goethe, die von Herzen gerne tanzte und ins Theater ging, in einem Brief:
“Bei diesem schönen Wetter fahren wir oft aus nach Tiefurt”.

Und das werden auch wir tun! Auf Mußewegen gehen, schlendern, verweilen 🍀
– an der Ilm entlang zu Goethes Gartenhaus, wo er einst Christiane traf und heute auch ein wunderschöner Garten mit lauschigen Plätzen und dem „Stein des Glücks“ auf uns wartet;
– und weiter an der Ilm bis hin zum wundervollen Tiefurter Park/Schloss, dem ehemaligen “Musenort” der Weimarer Hofgesellschaft und ab 1781 Sommersitz der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach;
– zum „Wittumspalais“ der geschätzten Regentin Anna Amalia, das Einblick in die Lebensweise dieser besonderen Frau gibt;
– auf einen poetischer Stadtspaziergang zu besonderen Plätzen;
– und schließlich an der Ilm hinauf zum barocken Schloss und Park Belvedere mit Orangerie und weitem Blick auf Weimar und Umgebung (zurück mit dem Bus);


WILLKOMMEN 🍀 zu GEFUNDEN ! Es gibt so Schönes zu entdecken.
Ich freue mich auf Sie.

Die ANMELDUNG zur MUßEREISE NACH WEIMAR erfolgt ausschließlich beim Frauenreisebüro. Hier geht es zur ausführlichen Ausschreibung und Anmeldung:
➡️ GEFUNDEN – Mußereise in Weimars Kultur und Natur

 

 

SOMMERGESCHICHTEN

Sommergeschichten

Die nachfolgenden Sommergeschichten entstanden während meines Urlaubs auf der Insel Poel.

TEREZA

Von der Anhöhe schien ein mattes Licht herab. Das kleine Landhaus war wie jeden Abend in diesem Sommer erleuchtet. Leben war eingezogen in die alten hellen Mauern. Eine Signora aus dem Norden. Keiner wusste so genau, woher sie plötzlich gekommen war. Tereza war ihr Name. Tereza war nicht meht jung und noch nicht alt. Mit dem schwingenden Schritt eines Mädchens sah man sie oft die kleine Allee herabkommen. Zwischen den hohen Zypressen flatterte sie mit ihren bunten Sommerkleidern wie ein Schmetterling. Manchmal wie ein Zitronenfalter, ein andermal tagpfauenaugegleich und schließlich wie ein Kohlweißling. Meist  ging sie zur Bäckerei. Louise, die Verkäuferin, erzählte, dass sie immer zwei Croissantes kaufte. Hell und noch ofenfrisch. Louise sah Tereza von Angesicht zu Angesicht. Eine schöne Frau, sagte sie. Eine Frau mit grünen Augen und einem feinen Lächeln darin. Louise erzählte auch von einigen grauen Strähnchen, die durch die kastanienbraunen Haare liefen und von einer hohen Stirnfalte. Sie schloss daraus, dass Tereza Kummer kenne. Doch wenn sie die beiden duftenden Croissants kaufe, da sei sie leicht und jung wie ein Mädchen.

Es war an einem dieser Morgen, als Tereza nicht alleine in die Bäckerei eintrat. Neben ihr stand ein großer junger Mann von schönster Gestalt und Herrlichkeit. Louise blickte ihn an wie man ein gerade eintretenes Wunder anschaut. Unfassbar und lange. Tereza wartete ein Weilchen und rief dann lächelnd:
“Louise, ich glaube, Sie sollten die Croissants herausnehmen. Wir würden gerne zwei essen. Und dazu auch zwei Kaffee bitte.”
“Setzen wir uns an den kleinen Tisch, Paul.” Louise servierte Croissants und Kaffee und ließ Paul nicht eine Sekunde aus den Augen. Es war ein Samstag. Und es sollten noch so viele dieser Samstage kommen …

7.7.2020

ROSINENBRÖTCHEN

Haben Sie Rosinenbrötchen?, fragte Maria voller Hoffnung durch ihre Maske hindurch, als sie in die Inselbäckerei am Eck tritt. Fast unwirsch verneint die Verkäuferin. Sind sie etwa so früh schon alle? Nein, wir haben nie welche. Nur Rosenbrötchen. Da ist irgendwie Zimt eingebunden. Sind aber auch schon weg.

Schade. Ich liebe Rosinenbrötchen, sagt Maria traurig.
Ich auch! Die Verkäuferin erzählt von ihrer Passion für Rosinenbrötchen. Doch der Chef mache einfach keine, tut sie enttäuscht kund.
Oh, dann sagen Sie ihm bitte einen lieben Gruß von mir, Maria. Ich möchte gerne Rosinenbrötchen im Urlaub essen. Die beiden Frauen lachen sich an. Maria entscheidet sich dann für einen gezuckerten Berliner und eine Streußelschnecke, was die Verkäuferin eine gute Wahl nennt. 2,40€ reicht sie ihr durch den verbarrikadierten Verkaufstisch.

Vor der Tür setzt sich Maria auf eine helle Holzbank. Die Streußelschnecke ist süß, zuckersüß und köstlich. Eine Streußelschnecke am Morgen in der Sonne.

Ach wie süß doch das Leben ist!

10.7.2020

SIE UND ER IM CAFÉ

Sagt er zu ihr in die Stille zwischen Zigarettenrauch und Kaffeewölkchen:

Wir können ja auch nach Gollwitz laufen, da unter den Bäumen lang.

Nein, sagt sie kurz und sehr scharf. Das Wetter ist zu schlecht.

Das duldet keine Widerrede.

Der Mann blinzelt mir genau in diesem Moment kleinbeigebend zu.

 

DIE FARBEN DES MEERES

Heute hat das Meer endlich die Farben des Meeres. Oggi il mare ha i colori del mare. Verde, esmeraldo, blu, rosso scuro, blu giaccinto.
Grün, smaragd, dunkelrot, eisblau mit etwas sandbraunen und weißen Wellenkrönchen.

Ich bin glücklich. So einfach ist das.

11.7.20

IMMER IM TAKT

“Viiiiiita mia” hört Angelika mit Blick auf Haff und Hafen. “Viiiiiita miaaaaaaaaaaaaaaaaa!”
Ach ja. Die Napolitaner. Angelika liebt den Süden. Denkt an Neapel und die Inseln. An die tanzenden und singenden Menschen auf der Straße. Hier am Haff von Poel.
Plötzlich hört sie einen Taktschlag. Sofort hat sie das Bild eines Sklavenschiffes vor Augen: Pum, pum, pum, tam, tam, tam …
Woher kommt das Geräusch? Da sieht Angelika ein Ruderboot mit kleinen Leuten.
Ja, nur immer schön im Takt. Pum, pum, pum … tam, tam, tam

12.7.20

PILGERREISE

Eine Frau spricht mich an, wie ich da am Straßenrand im Café sitze: “Sind Sie auf Pilgerreise? Sie sehen so aus.”

Ich sage lächelnd: “Nein, aber irgendwie ist doch das ganze Leben eine Pilgerreise, oder?”
Sie möchte den Jakobsweg gehen … war oft auf den Kanaren … dann dachte sie sich aber einfach, mal so von hier nach Bremen zu gehen.

Es geht ja um’s Ankommen.

Ja, sage ich, aber vor allem erstmal um’s Losgehen.

12.7.20

© Heidrun Adriana Bomke, Poesie des Lebens