Ferragosto – Heiliger Sommer am Ätna!

Heidrun Adriana Bomke · Blog

Ferragosto – Heiliger Sommer am Ätna!

Das ist ein Auszug aus meinem Hörbuch

“Übermut tut gut! Unterwegs in den Süden”

Noch heute, acht Jahre später, bin ich begeistert von diesem intuitiven Erleben zu Ferragosto, dem hohen Sommerfest auf Sizilien.

Heidrun Adriana Bomke-Ätna-Blog
Dreifaltige Göttin

 

 

 

 

 

 

 

Ich erzähle voller Staunen und aus dem Augenblick heraus von einem Hochsommerabend am Vulkan Ätna, wo ich lange lebte. Die Zeit um Ferragasto am 15. August ist immer ein Höhepunkt im sizilianischen Leben. Das tägliche Leben ruht und man feiert den Sommer! Ziemlich genial.
Diese Erfahrung am 14.8.12 hat mir ins Fleisch geschrieben, was es heißt:

DER EIGENEN INTUITION FOLGEN – VERTRAUE IN DEN EIGENEN WEG!

Ätna-Heidrun Adriana Bomke

Und Sie – kennen Sie das? Schreiben Sie gleich einen Text:

Wie ich meiner Intuition gefolgt bin!

Ich gebe Ihnen noch mein Schreibmotto mit auf den Weg:

Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gutDIE BESTE ART ZU SCHREIBEN IST MIT DEN UREIGENEN WORTEN UND DIESE FLIEẞEN UNMITTELBAR AUS DEM HERZEN IN DIE HAND.

Viel Freude beim Schreiben!

Folgen Sie auch gerne den Schreibentdeckungen nach Sizilien und erleben Sie selbst die Magie des Lichts, des Meeres, der Mythen …! Noch gibt es einen freien Platz vom 17.-24.10.2020!

TERMINE Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gut

© Foto/Text
Ihre Heidrun Adriana Bomke, die Autorin mit dem Übermut! – KONTAKT

Heidrun Adriana Bomke

Im Bordrestaurant des ICE

Heidrun Adriana Bomke

Nichts war mir in diesem Moment dringlicher, als in Ruhe im Bordrestaurant zu sitzen, etwas Kleines zu essen und zu trinken und aus dem Fenster zu schauen. Ich positionierte mich im Abschnitt C auf dem Bahnsteig in Eisenach und fand den letzten freien Tisch im Bordbistro des ICE nach Berlin.
Plums, ich ließ mich fallen. Rucksack unter den Tisch. Der charmante Herr am Nachbartisch lächelte mir zu. Meine blaue Jacke hängte ich noch an den Haken, suchte ein benutzbares WC und saß dann einfach so da. “Ich möchte einfach nur hier sitzen”. Der Satz von Loriot klang wieder einmal tief in in mir.

Zunächst kam der Kellner.

Ich besah das moderne Tischlämpchen, das ich als solches gar nicht identifiziert, käme nicht der Lichtschein heraus. Ach wie waren sie einmal schön, diese Plüschspeisewagen mit richtigen Tischlämpchen! Ich liebe alte Speisewagen, mit denen man durch Jahrhunderte fuhr. Sie sterben aus. Die Kellner auch. Ich blätterte in der Speisekarte. Erbsencremesuppe, oh ja. Nein, die haben wir heute nicht. Auch nicht die Tomatencremesuppe … Haben Sie Pommes? Ja. Dann die. Mit Majo. Va bene.

Der Zug fuhr langsam Richtung Erfurt.

Die Pommes standen vor mir.
Ein älterer Herr mit Anzug und eine Dame in der Nationalfarbe der Deutschen  – schwarz – auch.
Dürfen wir uns zu Ihnen setzen? Jaja.
Wer sagt auch Nein in einem solchen Moment?
Ich nicht und ich sollte meine Unaufrichtigkeit bereuen.
“Ach schau mal, die Drei Gleichen! … Weißt du noch … und ja dahinten, das ist doch die höchste Erhebung im Thüringer Wald, Insel oder so heißt das?
Ich sagte: Inselsberg.

Die Frau gehörte zur Gruppe der Vielredner, die unentwegt und ohne Luft zu holen reden.

Meine Oma pflegte zu sagen, dass man bei solchen Menschen den Mund extra zu Grabe tragen müsse. Sie sagte es nur noch deutlicher … und es wäre durchaus angebracht! Denn nun wechselte die Landschaftsbetrachtung zur Lebensbetrachtung. Und wie …

Das rechnet sich doch nicht!

Das ist nichts wert. Du musst das ausrechnen! Wenn ich noch 30 Jahre lebe, dann muss ich rechnen, wie lange meine Ersparnisse reichen. Genau so musst du es machen! Wenn ich bis 70 arbeite, habe ich eine Rente von 2100 €. Da komme ich hin. … Ja, dann kommt auch eine Terrasse ans Haus. Endlich!
Die Banken, neinnein, die sind ja nicht mehr verlässlich.
Doch der Baum, ja, der wächst ja zu hoch. Ich würde die Zeder kappen. Von oben nach unten.
Das ist doch aber meine CO2-Versorgung, wendet kurz der ältere Herr ein. Es geht ja um die Bio-Masse pro Jahr. Doch wenn der umfällt. Das ist so ein Ärger mit den Nachbarn. Die stören schon die Tannennadeln auf der Erde. Alles psycho. Und durch das Wurzelwerk geht es ins Fundament. …
Naja, du weißt ja, sie schläft nachts nicht und lässt immer das Licht an. Er kann es ab. Wie das?

Psychotische Verhältnisse!

In mir fängt es langsam an zu schreien. Schon länger wächst das Gefühl, dass es irgendwann an einer Stelle zu einem unkontrollierten Schrei kommt, aus meinem Mund. Ganz laut!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wir fahren langsam auf Leipzig zu. Zwischendurch noch die Litannei von der Braunkohle und irgendwas …
Ich sage im Stillen und ganz klar zu dieser Person:
Am besten, Sie sterben früher und möglichst bald. Dann brauchen Sie kein Geld mehr und haben keine Sorgen mit der Rente und den Nachbarn und den Bäumen und den Häusern und Banken und den Erinnerungen auch nicht.
Ist nicht so einfach, sagt sie gerade.
Nein, sage ich. Aber es geht, glauben Sie mir!

In Leipzig setze ich mich einen Tisch weiter im Bordrestaurant des ICE.

Ich bestelle mir noch einen Brownie und einen Espresso macchiato und schaue die weitere Fahrt aus dem Fenster und manchmal flüchtig in das Buch vor mir, das ich liebe. Wenn ich überlege, welche drei Bücher ich für immer behalten würde, dann gehörte dieses dazu.
Dort las ich die Sätze: “Heidegger hat gesagt, die Menschen wohnen im Haus der Sprache und die Sprache ist das ‘Haus des Seins’. … In unseren Wörtern führen wir die Welt mit uns.”

Ich war sprachlos und lauschte in mich hinein.

Heidrun Adriana Bomke · 24.2.20

Januartage

Elblichttor, Heidrun Adriana Bomke

An einem Januartag 2011, vielleicht war es der 22., ja, es könnte der 22. gewesen sein, traf ich eine Entscheidung. Keine unbedeutende. Vielleicht gibt es auch gar keine unbedeutenden Entscheidungen. Doch diese da, die vom 22.1.2011, war wohl bedeutsam. Man spricht auch über Entscheidungen von großer Tragweite. Ich entschied, als ich gelehnt an eine alte Hauswand in Hitzacker zu dem Haus schaute, in dem meine neue Wohnung hätte sein können, erst gar nicht hineinzugehen. Und auch nicht in eine andere Wohnung im Wendland. Ich entschied, keine Wohnung zu nehmen, als sich mein vorheriges Zuhause unwiederbringlich auflöste. Das entschied ich da, gelehnt an die Hauswand in einem Graunieselwetter, das mir sicher geholfen hat. Nein, sagte ich. Nein. Das fühlt sich nicht wahr an. Das trägt mich nicht, sagte etwas in mir. Und es fühlte sich gleichzeitig auch seltsam an. Wie ich da meine innere Stimme vernahm. Es irritierte mich – war ich verrückt, keine Wohnung nehmen? – und es war doch wahr. Ganz klar.
Falls ich mal ein Drehbuchscript schreibe, dann fange ich mit dieser Szene an: Eine Frau, Anfang 50, lehnt an einer Hauswand und trifft ganz still eine weittragende Entscheidung. Fühle ich in dieses Bild hinein, fließt ganz viel Kraft, wie selbstverständlich.

Ja, diese damalige Januar-Entscheidung von 2011 hat mich wahrhaft weit getragen!

Auf allen Ebenen. Bis zum Feuerberg Ätna auf Sizilien und bis tief in meine Schöpferkraft, die neu erwacht, als ich Anfang 50 bin.

Im Januar 2012 bin ich dann am Ätna. “Ankommen – Zwischen Ätna und Meer”, so heißt es in meinem Reisehörbuch “Übermut tut gut! Unterwegs in den Süden” für das Jahr 2012. Nur ein Jahr war vergangen. Von Januar zu Januar.

Was habe ich im Januar 2012 zu erzählen?

Von Vulkan, Orangen, einem Mann mit schönen Händen, dem so schönen Wetter, den stillen Ästen im kühlen Morgen … – hören Sie selbst!


Und dann gibt es noch viele Januare, immer wieder Januare. Den Januar 2015, da bin ich zeitweilig in einem Ferienhaus in Langendorf an der Elbe und träume von einem Vulkanausbruch – ganz viel Feuer! … und viele Januartage am sizilianischen Meer in 2016 und 2017.

Und nun hier, in Berlin-Kladow am 25. Januar 2020. Hier sitze ich in einem “Studio”, meinen jetzigen Dach über dem Kopf, schaue auf die Havel, die da irgendwo im Dunkel schleicht. Nicht weit weiß ich einen kleinen Hafen. Ich sitze an meinem Reiseschreibtisch und schreibe.

Und wo ich schreibe, da bin ich auch zuhause. In jedem Januar.

©Heidrun Adriana Bomke

Poesie des Lebens-Lebendig schreiben

Ein unerwartetes Geschenk

Schreibreisen nach Sizilien

Ein unerwartetes Geschenk

26.12.19, 9.10 Uhr, Punta Secca, Bar “Charlie Brown”

Ich spüre die wärmende Morgensonne im Rücken.
Ich sitze genau zwischen Ost und West. Mein Rücken zum Osten, wo der Leuchtturm steht, mein Blick zur Westküste von Punta Secca, wo Menschen stehen und auf das Meer schauen. Alle mit dunklen Jacken über dunklen Hosen. Nur ein Kind leuchtet mit einem gelben Pullover. Sie spielen, die Kinder, auf der Piazza zwischen der Casa Montalbano und dem Torre Scalambri.
Das Meer rauscht mit kleinen weißen Hüpfern an den Strand. Es hat sich beruhigt die letzte Nacht. Heute, am 2. Weihnachtstag, einem Neumondtag. Der Himmel ist von einem frischen, hellen Blau.

Ich bin so froh, hier in der Bar auf dem nackten Stuhl, bedeckt mit meinem Wolltuch ein paar Sätze gelesen zu haben. Ein paar Worte.

Worte, die mir so guttun. Die sind, wie ich bin.

In dieser Welt. Einer Welt, die oft so voller Tun und Heftigkeit, so voll von schweren Autos und anderen Krankheiten und alten und neuen Kriegen und Schrecken und Leistungen und weinenden Kindern in Einkaufsläden und eiligen Käufern und rauchenden Fingern und glitzernden Lippen und lamentierenden Mündern und analysierenden Gehirnen. Eine Welt am Rande. Manchmal sehe ich das so überdeutlich. Manchmal häufen sich die Augenblicke, die in mir hängenbleiben. Es geht mir durch Mark und Bein.

Ich las in einer Anthologie die kleine Geschichte von Czeslaw Milosz. “Erwacht”, so heißt sie. Ein paar Sätze nur. Eine kleine A6-Seite oder noch weniger. Fast hatte ich das Büchlein schon in die Ecke gepfeffert. Alle Augenblicksgeschichten, die dort versammelt, und für die Zeit zwischen den Jahren taugen sollten, führten in die Düsternis, in die Leere, genau in diese Welt, die wohl schon lange als Wirklichkeit verkauft und doch nicht die Wahrheit ist. Nein, sie waren nicht schön erzählt und sie hatten kein gutes Ende, diese Geschichten. Sie stimmten mich verdrießlich und ich war schon sauer auf mich, dass ich überhaupt dieses Büchlein gekauft. So viele viele Bücher sind verdrießliche Angelegenheiten. Jammertäler, in denen sich die Leser suhlen sollen, damit sie blind werden für das helle Leben.

Das waren die Worte, die so lesenswert:
“Es war ein derart überwältigendes und vollkommenes Glücksgefühl, dass alles in meinem Leben nur die Voraussetzung dafür gewesen war. Und dieses Glück hatte überhaupt keinen Grund …”

Ein Glück, das nichts ausgelöscht und doch alles aufgehoben. Ein Glück, das man wohl nur alleine erleben kann. Das fühlte ich sofort. Vielleicht, weil ich es kenne. Ein scheinbar völlig grundloses Glück.

Diese Nähe mit sich selbst. Mit mir. Diese Liebe, die in der Welt ist.

Ein völliges Aufgehobensein.
Ich hatte einmal geschrieben, in genau solch einem unerwartet glanzvollen Augenblick:

Im warmen Lächeln meiner Haut
atmet der Duft der Liebe.

Ich las genau das nun mit anderen Worten. Und fühlte es gleichzeitig. Genau so. Seelenverwandtschaft. Wahrheit der allgegenwärtigen Liebe. Welch unerwartetes Geschenk für mich! So wie der Autor am Ende der 9 Sätze, ja, es sind genau 9, schreibt: “Mir war klar, dass ich ein unerwartetes Geschenk erhalten hatte und ich konnte nicht fassen, warum mir diese Gnade zuteil geworden ist.”

Und nun mir als Leserin. Ich fasse es.

Ich reiße diese Seite aus dem Buch.

Ich werde sie in mein Buch mit den gesammelten Glückstexten aufnehmen, die mich zwischen Diesseits und Jenseits begleiten dürfen.

Es ist 9.35 Uhr in Punta Secca am Meer.

© Heidrun Adriana Bomke

Die weißen Kühe von Fambach oder Von einem heiligen Moment

Heidrun Adriana Bomke_Lebensreiseblog

Die weißen Kühe von Fambach oder Von einem heiligen Moment
Fambach am 14. August 2019

Als ich heute mit dem Fahrrad am Nachmittag um 15 Uhr aus Fambach, meinem Geburtsort, Richtung Heßles fuhr – am Waldrand und an Wiesen entlang, da waren sie plötzlich wieder da: die weißen Kühe.
Ich staunte und mein Herz lachte vor Freude! Ich spürte das Besondere des Augenblicks.

Ich stieg vom Fahrrad und sah sie so friedlich gegenüber am Wiesenhang. Die weißen Flecken unter noch grünen Eichen und Ahorn, im so satten grünen Gras. Gerade liefen sie nach oben. Waren an der Tränke gewesen. Ja, da waren sie wieder, die Mutterkühe mit ihren Jungen. Und wie die Kälbchen gewachsen sind!

Ich freute mich so sehr über den Anblick, dass mir wieder die Tränen über die Wangen liefen.

Wann war es gewesen, dass ich sie bei meinen Fahrradausflügen im Frühsommer gesehen?

Wohl Ende Mai. Damals blühte der Ginster und alles war hellgrün.

Heidrun Adriana Bomke_Lebensreiseblog
Mai in Fambach

Schon damals war ich tief berührt von diesem friedlichen unerwarteten Anblick. Auch dass sie so weiß waren. Hier in Thüringen.  Damals war ich Zeuge des Geborenwerdens geworden. Die kleinen Kälbchen waren erst wenige Tage alt. Dicht bei ihren Müttern. Und eines war wohl gerade geboren.

Heidrun Adriana Bomke_Lebensreiseblog

Fast heilig erschien mir das Bild.

Ich weiß noch, wie ich auch einen kleinen Schreck bekam. Ich sah vom Weg aus, etwa 10 m entfernt, eine Kuh liegen und einen großen Blutfleck auch und etwas entfernt ein kleines Wesen. Beide unbewegt. Lebten sie? Die Herde war hundert Meter entfernt. Die Kuh hatte sich wohl zur Geburt abseits begeben. Am nächsten Tag fuhr ich damals wieder hin. Und welcher Anblick bot sich mir! Alle Kühe und Kälbchen lagen dicht beieinander. Der Geburtsfleck war schon von der Sonne getrocknet. Manche Kälbchen liefen schon freudig umher. Die Kühe leckten ihre Jungen ab. Ich mache viele Fotos.

Es war für mich ein Bild des gebärenden, natürlichen und beschützten Lebens.
Alles geschah mit einer Selbstverständlichkeit. Einfach so.

Darin liegt wohl das Wunder der Lebendigkeit.

Das sie ist. Sein darf. „Man“ sie gewähren lässt. Es braucht keine Erlaubnis. Keine Gedanken. Sie genügt sich selbst. Geschieht ohne Ansage. Lesen Sie mehr »

Frei ! – Sommererlebnis

 

 

Das ist ein Auszug aus dem Hörbuch

Heidrun Adriana Bomke, Übermut tut gut! Hörbuch unterwegs in den Süden

EIN BESONDERS FREIES UND NATÜRLICHES SOMMERERLEBEN ! an der Südküste Siziliens, gemeinsam mit meiner Freundin Petra im Sommer 2012. Unvergesslich und essentiell für immer.

Heidrun Adriana Bomke

DIE SCHÖNE EINFACHHEIT DES SEINS!

Hier erfahren Sie mehr über das HÖRBUCH!

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensEinen frohen Sommer weiterhin,

 

Herzlichst
Heidrun Adriana Bomke, die Frau mit dem Übermut! – KONTAKT · TERMINE

unterwegs im Mai & Juni & Juli 2019

Heidrun Adriana Bomke

unterwegs im Mai & Juni & Juli 2019

Wie ich hier so an meinem kleinen Schreibtisch sitze – heute, an einem so blauen Juli-Sommertag – fliegen viele Begegnungen und Bewegungen der letzten beiden Monate noch einmal an mir vorbei. Von Punta Secca an der Südküste Siziliens nach Berlin und Thüringen und ins Wendland; von da an die Ostsee nach Stellshagen und Parin und wieder nach Berlin und nach Westfalen und von da nach Bremen und Thüringen zu meinen Eltern und weiter zum Feiern nach Lostau und dann nach Lüneburg und wieder nach Thüringen und nun an den Chiemsee und wieder nach Berlin … doch das kommt ja erst … und in all der äußeren Bewegung so viele Begegnungen mit Menschen und Wesen. So viel Fülle und Freude. Lesungen und Schreibkunsttage, Buchpremieren und Fernschreibkurse und Arbeit an meinen Konzepten … und ja: Inneres Wachsen ist da – es “rundet” sich etwas. Ich lächle vor mich hin.

Ich höre mein Herz sagen: Wie reich doch mein Leben ist! Notizen und Bilder wandern an dieser Stelle in den Lebensreiseblog.

5.5., Elfchen aus Punta Secca

Blaufrau
am Meeresort
lässt es fließen
möge alles sich weiten
erblaut!

Schreibreise Punta Secca_Heidrun Adriana Bomke
gewischter Himmel mit Meer

9.5., Modica – Tagebuch
Ich möchte einmal einen Monat in Modica wohnen. Vielleicht im nächsten Mai. Der Mai, der schöne Mai. Sizilien mit deinen Kräften – du wohnst in mir. Ich sehe Modica, die Silhouette einer Stadt in den Monte Iblei – wie ich ganz oben bei “San Giorgio” bin und die Schokolade bei Bonaiuto koste. Bei Quasimodo wieder das “Herz der Erde” vorlese und den “Brief an die Mutter” … und Mariella, die Schöne uns führt … und dann werde ich auch Alessandro kennenlernen, den Sohn von Salvatore Quasimodo. Du musst kommen, wenn er da ist!, sagt Mariella. Das werde ich, ganz bestimmt.
“Wir haben Platz genommen in einer unglaublichen Unendlichkeit bis zum Horizont – nur – wir fühlen es nicht.”
Irgendwo las ich das auch und schrieb es auf. Ich fühle es oft, immer wieder …

Schreibreise - Modica_Heidrun Adriana Bomke11.5., Punta Secca
UNABHÄNGIG!
Nur dieses Wort steht da.


17.5., Schlachtensee, Berlin

Fremd bin ich hier
doch ich bin bei mir:
So bleibe ich beschützt.

Traum am 29.5., Fambach/Thüringen

Von allen Seiten das Meer, heller Sommer, Wellen. Ich bin da mit einem Mädchen, so um die 5 Jahre. Dabei ein jüngerer Mann, wir spielen alle!

Heidrun Adriana Bomke13.6., Teplingen, Schreibkunsttage “Mein Arkadien” –
Sehnsucht nach dem Weiß oder Verlockung

Du, weißes Bild, so leer und so einladend, bist mein Arkadien. Jungfräulich schaust du mich an – möchte mich mit dir vermählen – mit dir, du unbemaltes Blatt. Dann, vielleicht verwandeln wir uns gemeinsam.
Was meinst du?
Nein, wir können es noch nicht genau wissen – ich lade dich einfach ein und du lädtst mich ein – offen und frei und froh wollen wir sein!

17.6., Parin, Tagebuch

Heidrun Adriana BomkeIch schaue aus dem Fenster in hohe alte Bäume und auf den kleinen Teich hier in Parin. Gegenüber auch der Hengst, der wohl eine Frau sucht? Es sieht ganz so aus. Ihm liefen gestern Tränen aus den Augen. Sein Glied war riesig – ob er wohl alleine ist, denke ich bei mir? Da sehe ich ein Schild. Er ist ein Zuchthengst und muss deshalb alleine stehen. Ich weiß nicht, mir kommt das traurig vor.
Seit heute habe ich gar keine Kopfschmerzen mehr, die mich die ganze Zeit in Deutschland begleiteten! Die Ostsee, der Sand – ich war wieder Kind – einfach so in der Sonne.

Heidrun Adriana BomkeDa verwandle ich mich augenblicklich und das schwere Land hier fällt von mir ab …. mir tut die Zeit hier gut und vor allem die Klarheit, mir meine alleinige Zeit zu gönnen.

19.6. Zugfahrt von Grevesmühlen nach Berlin

Mit der ODEG fahre ich, aus Mecklenburg durch den Osten hin nach Berlin. Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft – ich rolle dahin und freue mich. Erinnerungen … – im November 2010 habe ich im Auftrag der Geschäftsführung der ODEG eine Literaturwoche gestaltet; in den Zügen gelesen, einfach mitgefahren mit einem kleinen Lautsprecher und Gedichte gelesen,  Bahngeschichten – das war eine Freude! Die fahrgäste interviewt, wohin sie fahren … dann mit alten Eisenbahnern eine Stellwerkslesung; eine Sonderfahrt gab es auch im alten Mitropa-Wagen … – das war ganz meins!
Nun gehts nach Berlin hinein … mit Aufenthalt in Bad Kleinen. Da wachsen die Malwen ..

Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke

22.6., Berlin, Morgen, Nibelungenstraße

Kiefer im Garten
Still heute dein zartes Haupt
Efeu umrahmt deinen Stamm

Saxophonmusik, die S-Bahn rollt und getaktet das rollende Leben. Berlin ruft!
In allem ein Leuchten
Sommer ist’s und das Feuer des Lebens strahlt!

22.6., 11 Uhr, 7-Seen-Tour ab Berlin Wannsee

Fahrkarte 60+ – ich bekomme jetzt Ermäßigung! – Und ab geht es in neue Fahrwasser über 7 Seen. Der Käptn gefällt mir, sabbelt nicht so viel und erzählt pointiert. Strandbad Wannsee seit 1907 – vorher durfte man bei preußens nicht in Flüssen baden; 1,5 km lang und damit das größte Strandbad Europas. Der Glienicker See. Die Glienicker Brücke auf der einen Seite NATO-Grün und auf der anderen NVA-Grün … und so viele kleine Wunder an den Ufern; Kälberwerder, Pfaueninsel und Schloss Babelsberg auch, und dann auch über den Griebnitzsee – in der Mitte, wo ich unbegrenzt fahre, da war die Grenze mal und dort die “Churchill-Villa” so viele Seen aber auch! Mein Herz hüpft, hier gibt es viel zu sehn! Jungfernsee, Tiefensee, Stölpchensee, Pohlesee und dann der kleine Wannsee. Heinz Rühmann wohnte in einem alten Blockhaus da … und ja dann land ich wieder an. Man, vielleicht fang ich doch noch mit dem Rudern an!

Heidrun Adriana Bomke22.6., 15 Uhr, Mit Sophie schreibend über den Wannsee!
Sophie ist 18 Jahre und zeigt mir ihren Lieblingsplatz in Kladow an der Havel. Und wir schreiben. Sie schreibt über ihre Visionen. Klar und beschützt. Wir machen gemeinsam Picknick! Sie hat von allem doppelt dabei … – solch Freude aber auch!

Heidrun Adriana Bomke25.6. – Sacrower See, abends

Ein Abendbadewunder. Geradelt von Alt- Kladow nach Sccrow, mitten über die ehemalige Grenze in den Osten! Heiß, heiß, heiß! Einen Mann am Weg nach dem Weg gefragt. “Nach Sakrow möchte ich zum Baden!” “Oh ja, das machen Sie gut, zum Baden!”
Charmanter Typ. “Rechts zum Rittersaal dann …”
Ein einziges Staunen, ein einziges Lachen … – auf der ganzen Fahrt. Und eine Gärtnerei mit lauter Rosen am Weg! Und am Sacrower See eine Dame mit Hund, der ist schon alt. Ich nicht, ich springe in den märchenhaften See und schwimme auf die Mitte – ind dann ein Abendwunderbild. Und die Dame sagt:
“Ja, das war hier mal Osten, deshalb ist es auch noch so schön … ”
Dann kommen Menschen mit irgendwelchen Rettungsballons um die Taille, falls man sich in den Algen verfängt und dann … – ich radle davon und beschließe: Beim nächsten Mal kehre ich im “Rittersaal” ein, kleine Gaststätte so am Weg …

1.7., Dom zu Bremen – Mittagsgebet

Alles hat seine Zeit. Das Geborenwerden hat seine Zeit. Das Sterben hat seine Zeit.

Wie die Pastorin aus dem alten Testament liest und erzählt, das berührt mich in der Tiefe. ich fühle das Geborenwerden und ich denke an meine alten Eltern … – ich sitze lange.

Advent im Dom zu Bremen
Advent im Bremer Dom

7.7., Strandbad Breitungen, Kindersommertag

Heidrun Adriana Bomke14.7., Lüneburg

Ich lese bei Christina Kessler:
Eine echte Beziehung zu sich selbst und durch sich zur Welt will sich voller Freude entfalten … doch ist ihre typische Aktivität nicht als bloße “Arbeit”, als Muss zu verstehen. Es ist ein DÜRFEN:  die Erlaubnis und das Versprechen an sich selbst, das zu leben, WAS DURCH MICH SEIN UND WERDEN WILL. MEINEM WILDEN HERZEN AUSDRUCK ZU VERLEIHEN. OHNE WENN UND ABER.
Eine neue Lebens-Reise-Begegnung!
DA GEHTS LANG, LIEBE HEIDRUN, LIEBE ADRIANA!
Wir wissen das ja und üben weiter!

Danke an das Leben, das mir viel gibt! Grazie alla vita che mi da tanto! Ich fühle: … bewusst in die Welt leuchten … und sich ausbreiten … wo alles sich vereint …

Heidrun Adriana Bomke, 24.7.19 · TERMINE

Heidrun Adriana Bomke

 

 

Übermut tut gut! – Im Interview mit Karen Christine Angermayer

Heidrun Adriana Bomke, Übermut tut gut! Hörbuch unterwegs in den Süden

Viel Freude beim Zuhören von “Übermut tut gut”:
Karen Christine Angermayer im Gespräch mit Heidrun Adriana Bomke

“Übermut tut gut! Unterwegs in den Süden” ist der Titel meines Hörbuchs, das im Sorriso Verlag 2017 erschienen. Karen Christine Angermayer ist Geschäftsführerin der Sorriso Verlags GmbH.  Am 28. Juni 2019 interviewte mich die Verlegerin. Wir sprachen über mein Buch, Sizilien, den Übermut, den Mut zum wandelnden Leben … Danke, liebe Christine Angermayer, für die wertvolle Begegnung.

Geben Sie den Link auch gerne weiter!

Ihre Heidrun Adriana Bomke, die Frau mit dem Übermut!

Heidrun Adriana Bomke, Autorin
Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gut

Mittsommer !

Mittsommer – ein helles Fest des Lebens!

Hier genießen Sie den letzten Track meines Hörbuchs “Übermut tut gut! unterwegs in den Süden”!

Hat Ihnen der lebendige Mittsommertag gefallen? Sieben Jahre bewegte Reise- und Lebenszeit (2011-2017) im Außen und im Innen, zwischen Sizilien und Deutschland erwarten Sie 170 Hörminuten. Viel Wandlung, Abenteuer, Liebe, Meer, Sonne, Ätna und und und … Mittsommer!

Heidrun Adriana Bomke, Übermut tut gut! Hörbuch unterwegs in den Süden
Übermut tut gut

Lesen Sie gerne mehr zum Hörbuch !

Bestellen können Sie das Hörbuch gerne bei mir. Einfach eine Mail schreiben!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen heiteren und ganz wunder-vollen Mittsommer mit langen leichten Tagen und kurzen heißen Nächten!

Ihre
© Heidrun Adriana Bomke 

Meine TERMINE

Heidrun Adriana Bomke
Foto – Katrin Matschenz

 

Ein Sonntagmorgen in Punta Secca / Sizilien

Leuchtturm von Punta Secca

Ein Sonntagmorgen in Punta Secca / Sizilien

Seit zwei Tagen bin ich wieder hier an der Südostküste Siziliens. Am Meeresfleckchen Punta Secca in der kleinsten der sizilianischen Provinzen, der Provinz von Ragusa. Seit zwei Jahren weile ich nach fünf Jahren am Vulkan Ätna öfter hier am Afrikanischen Meer, dem Canale di Sicilia. Schreibe und begleite Schreibgruppen unter dem Thema:

Sizilien und sich selbst entdecken, die ureigenen Worte wecken!

Lesen Sie gerne mehr über diese sizilianischen Schreiberkundungen und Auszeiten !

“Du zeigst, wie man Wandel leben kann, weil du es lebst!”

(Katrin, Ärztin aus Hamburg, Einzelschreibbegleitung Mai 2018)

Sizilien und sich selbst entdecken - die ureigenen Worte wecken

So komme ich also heute, am 28. April 2019, wieder neu in Punta Secca an. Denn man kommt ja immer wieder anders an einem bekannten Ort an.

Ich gehe sehr früh aus meinem kleinen appartamento, das ich gemeinsam mit zwei Freunden und drei Hunden bewohne. Circa 100 Meter bis zum Meer, an den Weststrand des 200-Seelen-Ortes. Warm ist es, aber der Wind bläst – ein venticello, wie die Sizilianer sagen. Vor mir liegt das weite Meer, blau mit braunen Einsprengseln – es ist bewegt vom Sand. Am Horizont fährt ein Frachtschiff. Ich gehe, bekleidet wie eine Sizilianerin mit Jacke und Schal, durch den Sand in Richtung “Torre Scalambri”. Über allem, als Wahrzeichen von Punta Secca, der weiße Leuchtturm aus dem Jahre 1858. Er zeigt mit seinen Signalen den Schiffen den Weg.

Punta Secca an der Südküste SiziliensPunta Secca, Weststrand

Der “Torre Scalambri” ist einer der vielen alten Befestigungstürme gegen die Angriffe der Piraten entlang der Südküste über die Jahrhunderte.

Für mich wird er diesen Morgen zum Früh-Cafe-Ort. Der Turm ist nämlich eine Bar mit weißen Tischen und Stühlen, geführt von den Schwestern Celia und Carmen. Die eine hat knallrote Haare im Pagenschnitt und dazu einen knallroten Mund. Die andere cappelli ricci, natürlich wild gelocktes Haar und ist ganz ohne Schminke.  Ich freue mich spazierend schon auf die Morgenfrauen. Während ich so gehe, da kommt ein junger Mann mit einem sehr schönen Schäferhund. Sie drehen ihre Morgenrunde und er darf zu mir kommen, um gestreichelt zu werden. Igon, so heißt er. Ich freue mich immer an den Tieren und den Menschen, die sie so liebevoll behandeln. Igon hat wohl ein Morgenbad genommen.

Hier sollte man nicht baden. Es gibt viele Strömungen am Weststrand von Punta Secca.

Das sagten mir die Einheimischen. Ich schlendere, irgendwie bin ich müde. Die Nacht war traumreich und etwas schlafarm. Was steigt mir nicht alles in meine Träume! Doch nun komme ich am Turm, am Torre, an. Es sitzen wenige Menschen da, in der windigen Morgensonne. Hier ist es oft sehr windig. Heute eben ein Venticello, ein kleiner Wind. Kühl. Ich setze mich auf einen weißen Hocker, lehne meinen Rücken an die morgenwarme Kalksteinwand. Habe meine blaue Wolljacke an und das tut irgendwie richtig gut. Ich bestelle einen Cappuccino und mein Cornetto con frutti di bosco, mit Waldfrüchten. Doch die gibt es heute nicht. Ich nehme mit lamponi, Himbeeren, und Yogurt.

Wie ich so sitze und in die Morgensonne schaue, da muss ich weinen.

Ich bin berührt von etwas, was noch irgendwie unaussprechlich. Die Tränen zeigen es an. Berührung geschieht. Manchmal frage ich mich, ob auch andere Menschen diese Momente kennen, wo plötzlich etwas “hochsteigt”, das man noch gar nicht benennen kann???
Ich weiß von meiner Reise, dass es immer bedeutsame Augenblicke der inneren Reise sind. So saß ich mehrmals in den Ätnawiesen, dann im kleinen Hafen von Procida, Procida-kleiner Hafenauch aus Leipzig und vom Elbenstrand kenne ich das Weinen, das mich “überfällt” und nicht zu stoppen ist ♥… ich habe einen Text begonnen mit dem Titel “Wo ich weinte”. Doch jetzt sitze ich hier am “Torre Scalambri” und wische mir die Tränen weg – es könnte ja auch eine Erkältung werden …

Schreiben am Meer von Punta Secca

Andrea Camilleri
Casa di Montalbano

 

Mir gegenüber ein Haus, ein Bed&Breakfast. Die Casa di Montalbano.

Die filmberühmte “Casa di Montalbano”in Punta Secca.

Der Commissario Montalbano ist eine Figur aus den sizilianischen Kriminalromanen von Andrea Camilleri, der an der Südküste in Porto Empedocle 1925 geboren. Dieses Hotel ist mehrmals im Jahr Filmkulisse, denn dann wohnt er dort, der Krimiheld. Schwimmt, geht spazieren in den Sonnenuntergang, vermählt sich, schläft, empfängt Geliebte … jagt die Mafia  – eben alles, was so ein sizilianischer Commissario zu tun hat. Andrea Camilleri entwirft mit seinen Krimis wirklich ein Alltagsbild des sizilianischen Lebens, auch wenn die Filmkulisse vom Regisseur an andere Plätze versetzt wurde, um die schönen Strände und Barockstädte des Südostens der Insel zu zeigen. Manchmal sitze ich auch dort mit Gruppen und lese vor. Beispielsweise aus “Die Frau aus dem Meer” – eine sehr feine Liebes – und Sirenengeschichte. Und einmal kam es schon vor, dass zwei Frauen, die ich 10 Tage in die Poesie der Insel Siziliens begleitet, für wenige Zeit ihre Ferienwohnung im Erdgeschoss des Hotels verlassen mussten, da überraschend gedreht wurde!

Ich überlege, ob ich noch einen Cappuccino nehme – entscheide mich dagegen und bezahle meine 3 Euro für Getränk und Cornetto. Das ist schon relativ teuer – der Durchschnittspreis liegt bei 2,50 €.

Ich kenne alle Caféorte in Puntasecca, da ich eine Cafeschreiberin bin.

Schreibend am Torre Scalambri in Punta Secca

Punta Secca-Schreiben am Meer

Dieses Vergnügen kommt aus dem Moment heraus. Oft schreibe ich zur Hand, dann manchmal mit dem Laptop. So sind meine Reisetagebücher entstanden – eine Sammlung von Augenblicken!

Ist nicht das ganze Leben eine solche Sammlung von Lebensmomenten?

Für mich: Ja!
Es ist eine Reise. Eine Aneinanderreihung von Erfahrungen. Und aus dieser Sammlung, die manchmal ganz unverhofft entsteht und manchmal über Jahrzehnte sehr geordnet daher kommt, kommt die Lebendigkeit, kommt das eigenen gelebte Leben! Wenn es uns gelingt, es zu leben und nicht in der Vergangenheit, beständiger Erinnerung, in Drama und Starre zu verharren! Als Biografieforscherin durfte ich das immer wieder sehen – diese Formung von Lebenslinien und Wendepunkten, die man auch schreibend vor sich hinstellen kann.

Ich gehe heute weiter, ohne zu schreiben, und treffe Irene und Filippo mit ihren beiden Hündchen. Wir sprechen über das Auto, das sie mir geliehen und das ich am 12.5. zurückgeben werde. Dann gehe ich weiter zum porticello, dem kleinen Hafen von Punta Secca. Wie erwartet treffe ich Giuseppe und den Hund Leo und andere Männer, die ich kenne. Sie fragen mich nach meiner Hündin Neringa, die alle mochten und ich erzähle die berührende Geschichte … – und dass sie nun bei den Stadtmusikanten in Bremen wohnt!
Sie sitzen jeden Morgen und jeden späten Nachmittag hier und öfter sehe ich meinen Vater unter ihnen – er täte ihm gut, dieser kleine Hafen mit seinen vielen Geschichten und Gerüchten …!

Come stai? Wie geht es dir? Perchè sei vestita cosi? Warum bist du so angezogen?

Ja, ich bin wirklich eingehüllt in viel Kleidung bei der Sonne. Noch vor einem Jahr war ich bei diesen Temperaturen sommerlich gekleidet. Mein Körper hat sich so schnell umgewöhnt.
Bald beginnt die Thunfischperiode. Ich erinnere mich, wie ich bei Silvia und Giuseppe den Tonno gegessen habe und auch die Ricci del mare, die Seeigel mit pasta. Pures Meer im Mund, das war das Grundgefühl. Und dann die Tintenfische! Ich habe sie selbst zubereitet. Viel durfte ich lernen von den Sizilianern.
Ich gehe weiter, den Weg, den ich immer mit Neringa von Caucana gekommen. Hier begegnet mir niemand. Ich weiß auch gar nicht, wie spät es ist … ichPunta Secca am Südstrand komme vorbei an den Kalksteinen, wo wir immer gespielt und gehe bis zum Ende, zu der Bucht, wo ich gebadet. Die Hündin kam immer ein kleines Stückchen mit, erinnere ich mit einem Lächeln. Dann lief sie am Strand entlang und erwartete mich. Heute setze ich mich auf einen großen Stein am Ufer und mache etwas Yoga. Aus Richtung Casuzze kommen um die Meeresecke wenige Menschen. Freundlich gestimmt.

Bei der Meeresfrau vorbei

auf dem Rückweg. Oben der alte Stuhl, wie ein Meeresbalkon. Ich setze mich, lege die Beine auf das Geländer. Schaue in die Meeresweite. Sehe die Augen der Frau vor mir, die hier mit Mann und zwei Kindern und dem kleinen Hund wohnt, der so genüsslich vor sich hin badet. Valeria ist nicht nur von dieser Welt und sie spricht immer von der Freiheit, die sie hier gewonnen, am Meer! Wir sind uns ähnlich … Wie das leben enen sowieso zu den Begegnungen führt, die man braucht, um weiterzugehen …

Unter dem freien Himmel in mir!

Und letzten Somemr sah ich sie mit dem alten Holzboot hinausfahren, mit ihrem Mann, den Pizzaiolo. Wie sie da im Boot waren, da dachte ich an Philemon und Baucis, die Alten aus dem “Faust”.

Morgenmeer in Punta Secca_SizilienHeidrun Adriana Bomke in Punta Secca, SizilienDann der Weg am Strand zurück zum Leuchtturm, zum kleinen Hafen. Vorbei am “Sand”, wo mir Antonio zuruft:

Ciao Adriana, ben tornata!

Willkommen Adriana!

Und dann sehe ich endlich Silvia sitzen und neben ihr der Straßenhund Pecorella, um den sie sich so liebevoll kümmert. Das erwärmt mich richtig. Wir sprechen darüber, was wir erlebt: ich in Deutschland und der Schweiz an acht verschiedenen Orten; sie vor Ort in Punta Secca. Eine herzliche Umarmung – ci vediamo – wir sehen uns.

Ich gehe über die neue weiße Meeresterrasse. Nun tummeln sich schon Familien. Stände sind aufgebaut. Ich sehe den alten schmalen Tunesier mit seinen Kleidern, aber Anna aus Modica fehlt – es ist noch zu früh. Doch nicht für

Il bacio di Zefiro

Image result for Il bacio di Zefiro, Punta Secca

Mein 1. Eis in Punta Secca kaufe ich mir in dem kleinen Eisladen, der den geheimnisvollen Namen hat:
IL BACIO DEL ZEFIRO. Ich weiß, was er bedeutet. Dahinter versteckt sich eine Legende vom Westwind, die mir der Besitzer erzählte. Heute sieht er müde aus und ich kaufe mir ein kleines Pistazzieneis. Ganz grün. Auf dem Rückweg schleckere ich das Eis … setze mich noch etwas in den Sand und gehe nach Hause in die Via Antonio Segni. Beim nächsten Mal genieße ich eine Granita. Was das ist???

Wollen Sie vielleicht auch an diesen schönen Orten schreiben, Augenblicke sammeln?

Sizilien und sich selbst entdecken und die Geschichte von der Meeresfrau, der Granita und vom Westwind hören … sich selbst erkunden,

Dem bisherigen LEBEN EINE AUSZEIT GEBEN, ein Aufatmen, Leichtigkeit erleben.
Kraft tanken und Öffnung finden!

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

Regenbogen in Punta Secca
Foto: Peppe

Kommen Sie einfach mit – die nächste Schreiberkundung wartet schon vom 19.-26.10.2019

Sizilien und sich selbst entdecken – die ureigenen Worte wecken!

Ihre Heidrun Adriana Bomke, die Autorin mit dem Übermut!

©Text & Fotos, Heidrun Adriana Bomke