Ein WAGNIS eingehen – sich trauen !

Wandlung wagen _ Heidrun Adriana Bomke

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

ein WAGNIS eingehen – das klingt riskant, ungewiss – doch wissen wir wirklich, was kommt?

Die Zeit ist gerade voller Ungewissheit und Unruhe. Täglich ändert sich etwas, werden wir überschüttet mit neuen Informationen, Anordnungen, so viel Unruhe. Ja, wir werden beschnitten in unserer äußeren Freiheit. Und stehen da … was ommt nun?

Gibt es das nicht auch im eigenen Leben, dieses Ungewisse, dieses Sich-Fragen, auch ohne dieses “Corona-Szenario”?!

Ich begegne in meiner schönen Arbeit, im Schreiben, auf Schreibreisen, immer wieder dieser Situation:

Wohin geht mein Weg? Da, wo ich gerade bin, da ist es nicht mehr gut, das spüre ich deutlich. Doch was kommt, wenn ich den Ort, die unangenehme und doch “sichere” Situation verlasse?

Ich gebe meine Antwort:
Das Ungewisse, Unbekannte und die Freude über die Lebendigkeit, über das Neue und Offene ! Und daraus, langsam wachsend, ein neues Vertrauen in genau dieses Nicht-Wissen und in die eigene innere Stimme und Intuition. Nur diese können wir hören lernen und damit wissen!

Diese Antwort resultiert aus meinen persönlichen Erfahrungen, in denen ich die Gesetzmäßigkeiten des Wandels am eigenen Leibe kennenlernen durfte, sie mit mir mitschreibend in Poesie und Reisetagebuch festhielt und es noch immer tue. Als Biografie- und Transformationsforscherin erkundete ich sie literatursoziologisch. Und mittlerweile erfahre ich die Gesetze des Wandels auch in einer Ausbildung nochmals vertiefend philosophisch, anthropologisch als universelle Lebensweisenheiten.

Gerade las ich in meinem Reisetagebuch “Neumond in Syrakus” (2015). Es hält die ersten Erfahrungen die ersten Monate, eines großen mutigen Aufbruchs mit 52 Jahren fest.

Ja, ich war schon Anfang 50, als ich endlich ins Wagnis ging!

Spät dran, vielleicht, aber doch rechtzeitig! Und da schaue ich mich heute an, wie ich da stand, an fremden Orten, unterwegs: Irgendwie frei, selbst staunend und ich lese auch im Staunen dieses Ungewisse. Und die Texte geben es in Wort und Bild so lebendig wieder! Ein Rondell ist mir besonders aufgefallen. Es ist wie ein Versprechen – ja, ich bin mir treu! Ich zitiere es hier:

Ich bin das Mädchen, das endlich spielen kann – Ein Rondell

Ich bin das Mädchen, das endlich spielen kann
Gehen, wohin es will …
Die Tür ist offen
Ich bin das Mädchen, das endlich spielen kann
Die Natur lacht mich an
In eine Unendlichkeit hinein
Ich bin das Mädchen, das endlich spielen kann
Gehen, wohin es will …

So grüße ich alle ! Wer Lust auf meine “Wandlungsliteratur” hat – gerne bei mir bestellen: info@heidrunbomke.de
Hier eine Lesermeinung dazu:

Liebe Adriana

dein Buch habe ich verschlungen (was mir eher selten bei Büchern passiert!)!

Es trifft auf mich in einer Phase, in der ich auch physisch mehr unterwegs bin, “ausgeliefert” dem Moment – das tägliche Leben fortlaufend weiterentwickeln, planen, ausprobieren, machen, reflektieren. Es gehören dazu jene tristen, öden Momente, wo alles scheint aus dem Ruder zu laufen oder jene beglückenden Momente, wo man sich Eins fühlt, mit dem was ist.

Du hast das alles mit einer Ehrlichkeit beschrieben – hast dein Unterwegssein ausgebreitet – hast dein Gedankenkino miteinbezogen – webst Gedankengänge anderer Menschen ein – lässt eigene Gedichte einfliessen – ein richtiges Feuerwerk der Auseinandersetzung mit dem Jetzt, mit dir, mit der Umwelt! Danke! (Beat, Luzern)

 

Betty

Leichtigkeit, Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke, nEUMOND IN sYRAKUSBetty

Der ICE fuhr pünktlich in Frankfurt am Main Flughafen ein. Ich stand mit meinem silbernen Riesenkoffer, den Rucksack aufgeschultert und einer braunen Umhängetasche über die linke Schulter am Bahnsteig 4. Wir schrieben den 8. Tag im neuen Jahr 2020.
Alles hineingepackt fand ich einen leeren Viererplatz mit Tisch und ließ mich in den Sitz plumpsen. Geschafft!
Das Abteil war mäßig gefüllt. Im Durchgang zwischen den Wagen bemerkte ich eine junge Frau, eine Afrikanerin, mit zwei Kindern. Ein Kind saß im Kinderwagen. Ein anderes hüpfte herum. Drumherum viel Gepäck. Eh ich mich versah, flitze das hüpfende Kind, das sich als strahlendes Mädchen mit Rosaballettröckchen und fröhlich großen Augen entpuppte, den Gang entlang. Sie fand es witzig, wie die Türen sich plötzlich öffneten, wie es zwischen den Wagen schwankte. Sie stand so sicher auf ihren kleinen festen, hüpfenden Beinen. Jeder Gedanke, sie könnte fallen, war völlig umsonst.

Ich lachte!
Und dieses Lachen war es wohl, das die kleine Tänzerin anzog. Plötzlich war sie bei mir. Sie schaute mir direkt in die Augen. Wir grinsten uns an und schon begann unser Spiel. Wir klopften mit den Fingern auf den Tisch, wir bauten Türme aus unseren Händen, wir malten irgendwas in die Luft. Wir schnalzten mit unseren Zungen. Ich begann zu singen. “Bimbimbim, die Eisenbahn … nehmen wir auch die … mit!” Wie heißt das Mädchen, fragte ich die Mama, die nun hinter uns saß und das Baby stillte. Betty. Also “… nehmen wir auch die Betty mit!” Das temperamentvolle kleine Hüpfwesen lachte. Die schwarzen, wilden Augen waren ein Meer von Fröhlichkeit. Ich spürte, dass sie mein Begrüßungsengel war. Ein Zeichen.

Rosa waren das Tüll-Kleidchen und die Strumpfhose. Manchmal nahm Betty beide Hände und warf das Röckchen kess nach oben. Ab und an rief die Mama nach dem Kind. Völlig ohne Sorge. Wohl um den Anstand zu wahren unter all den artigen Leuten im Abteil. Dann kam Betty gesaust und zog mich mit sich. Es ging zur Toilette. Sie musste unbedingt die Tür öffnen und die Hände waschen. Wie das Wasser so einfach lief! Diese Neugier auf alles. Dieses Staunen! Beim Hinaufheben merkte ich, dass sie gar nicht leicht war. Eher stämmig fühlte sich das an und ganz und gar hier.

Dann kam der Augenblick, wie sich Betty auf meinen Schoß setzte, die kleinen Arme um mich legte, ihren Kopf auf mein Herz plumpsen ließ und sofort einschlief. Als hätte ihr jemand ein Zeichen gegeben. “Weißt du wieviel Sternlein stehen”, so sang ich und “Ich geh mit meiner Laterne …”
Wir fuhren durch das Dunkel des späten Nachmittags. Die Mama sagte erstaunt: Betty schläft.
Ja, Betty schlief tief und fest an meinem Herzen. Meine Arme hielten das kleine Wesen ganz eingehüllt. Die Familie aus Eritrea wohnte in Leipzig. “Zwei Kinder in sechs Jahren”, sagte die junge Mama mit den vielen, schönen Haaren, während sie mit dem Papa telefonierte. Eine Sprache, die mir so fern und doch auch vertraut klang. Afrika. Ich war noch nie da.

Kurz vor Eisenach versuchte ich Betty zu wecken. Ihre Arme leicht zu lösen. Es war unmöglich. Ich rief nach der Mama. Die kleine Betty weinte schlaftrunken. Es tat mir leid. Ich hätte sie so gerne noch gehütet. Ich packte meine Sachen zusammen, nahm meinen großen Koffer und winkte vom Bahnsteig zum Zug mit der dreijährigen Betty, die weiter in die Januarnacht fuhr.

©Heidrun Adriana Bomke Heidrun Adriana Bomke · Lebensreiseblog

Sich die herzvolle Erlaubnis geben … !!!

Schreibreisen nach Sizilien

Als ich dieses Herz in Punta Secca am sizilianischen Meer Anfang Oktober 2019 mit meinen Fingern in den Sand malte,

immer wieder die Kurven formte, da war ich voller Wonne, Liebe, Freude! Ja, ich fühlte, dass alles gut war und ist. Ich hüpfte am und im Meer herum, ich zeichnete mit der Hand, ich legte mich in den warmen Sand hinein, ich lachte … ich war so präsent und strahlend glücklich! Mir erschienen diese Wochen am Meer wie ein Traum, wie eine Belohnung. Vielleicht ein großes Abschlussfest?

Mir wurde ganz klar:
Ich hatte und habe mir die Erlaubnis zu einer großen neuen Lebensreise gegeben!

Mit dem Unterwegssein, mit Italien, Sizilien, mit meinem Mut zum Eigenen! Seit 2011. Eigentlich seit 2004.

Eine völlig neue, freie und unkonventionelle Lebensform!
Eine Entdeckung, eine Heldenreise, eine Öffnung, eine Wandlung! Reisen, sich dem Moment hingeben, sich öffnen für das Schöne und Helle und schreiben und kreieren! Und genau so auch leben. Daraus schöpfen und davon leben. Es so weitergeben. Ich bin begeistert, dass es so ist und sein darf. In jedem Lebensmoment. Ob auf Sizilien oder bei meinen alten Eltern; ob während der Schreibreisen, bei den jungen Leuten in der Schule; ob einfach beim täglichen Tun, bei der Begegnung mit Menschen und Tieren … – es entsteht so viel Schönes und Menschliches daraus!

ICH LEBE SO GERNE!

Und das bringt Bewegung und Lebendigkeit. Denn das Leben trägt ja weiter. Ich lausche mir und ihm und frage mich, was es von mir möchte … es flüstert, manchmal schreit es auch, manchmal träumt es mir was zu … und hält mich in Bewegung.
Allein in diesem Jahr 2019 hatte ich mindestens acht unterschiedliche Wohnorte, wo ich länger war:
Über Mietshaus mit mediterranem Garten, Mietwohnung in Punta Secca, air-bnb (find ich toll), Bed&Breakfast, Mietwohnung in Rand-Berlin … bei Eltern und Freunden und Bekannten … – ich mag das, das gehört auch zu mir. Ich habe mir Tinyhäuser angeschaut. … Ja, ich habe auch sieben Mal Sachen bewegt. Das muss ich nicht jedes Jahr haben(!), doch Ordnung machen, Aufräumen, Klarheit mit den Sachen schaffen, das ist mir eine Tugend geworden. Immer weniger haben. Mit wenig Schönheit schaffen. Meine Schönheit. Ich habe neue Gegenden kennengelernt, Berlin-Kladow, Sacrow und sie erkundet. Eine weitere, zusätzliche freiberufliche Tätigkeit in einer Waldorschule begonnen (das war eine innere Stimme, die mir das sagte). Ich war in Parin und am Chiemsee, in Rosenheim, in Thüringen, Bremen, Lüneburg, Wendland … immer wieder auf Sizilien. Und das sind nicht nur äußere Orte.
Es sind mir meist auch Schreiborte. Orte der Kreativität. Der Präsenz.

Ja, ich entdecke unglaublich gerne und ich bin da auch sehr neugierig und leicht wie ein Schmetterling!

Auf meine Art. Zu Fuß, mit Bus oder Rad. Schwimmend. Mit der Bahn bin ich zweimal nach Sizilien in diesem Jahr. Nochmal den Weg bewusst wahrnehmen, die Landschaften, die die Menschen so formen. Den Brenner und Südtirol und immer wieder die Meeresenge von Messina, wo der Zug in den Bauch eines Schiffes fährt und auf Sizilien wieder heraus. Und mein Büro habe ich dabei, denn ich bin ja immer noch keine Millionärin (hahaha) und meine Angebote wachsen aus diesen Bewegungen und Begegnungen heraus. Ja, sie sortieren und verändern sich.
Wachsen heißt für mich: wahrhaftig zu sein. Was nicht mehr zu mir gehört, das fällt auch von sich aus weg oder strengt mich so an, dass ich es nicht wiederhole. Und langweilen darf es mich auch nicht …!

Freude, Begeisterung, Offenheit – das sind die tiefen, sprudelnden Quellen der Kreativität!
Genau das ist meine tolle, neue Erfahrung! 

Früher, vor 2009, hatte ich auch manchmal aus Not geschrieben. Der Antrieb war Entlastung. Das war auch okay. Doch frei machte es mich nicht. Es blieb irgendwie eng, fühlte sich vielleicht etwas weniger schwer an. Schreiben aus Seh nsucht heraus bekam dann später schon eine andere Qualität. Da ging langsam ein Samen auf, öffnete sich der Himmel. Vorsichtig, aber doch! Ich holte langsam Luft, ich schrieb von einer Nomadin, ohne es bewusst wahrzunehmen. Bis mich das Leben ganz heftig stuppste – ja, ich sehe es heute als Geschenk, dass ich mit 50 Jahren eine handfeste Trennungs-Krise erlebte – und dann mutig und mit Unterstützung das Offene, ganz Neue, ganz Ungewisse und damit das Liebevolle und Leichte und Friedvolle wählte und einfach losging.
Da hatte es nochmal ordentlich gekracht und
das Leben gab mir einen Ruck und ich mir die Erlaubnis loszugehen.
Meine Bücher geben poetisches Zeugnis.

Ich erlaube mir das Offene, die Freude, die Lebensbegeisterung. Ja! Ich brauche sie.

Ja, ich gebe mir das Versprechen und ich gab es mir schon einige Male. Ich bleibe mir treu! Wer einmal Schmetterling war und ist, der lässt sich nicht mehr einfangen. Auch wenn es immer wieder der Wandlungen bedarf. Ich “weiß” nun ungefähr, wie es sich wandelt und erfahre immer mehr davon.

Ich traue meiner Intuition.
Ja. Sie führt mich, meine Wahrheit zu leben und in die Wirklich keit zu geben.

Das ist die Auf-Gabe nun. Kraftvoll mit Worten berühren und die Menschen schreibend, reisend ins Offene und Freie und Kreative führen. Das ist mein “Kulturbeitrag”.
Ich schreibe hier viel von mir und mancher mag vielleicht sagen: “Man, nimmt die sich wichtig!”
Und ja, ich nehme mich wichtig, weil ich wie jedes Wesen auf diese Erde mit einer Bestimmung gekommen bin. Sinnvoll sein möchte. Meine Gabe erkennen und in das Große einspeisen möchte. Mein Licht nicht mehr unter den Scheffel stellen möchte. Mich noch mutiger und präsenter zeigen möchte mit

Heidrun Adriana Bomke · Lebensreiseblog

Und das habe ich mir versprochen und tue etwas dazu! Eine neue Ausbildung habe ich mir erlaubt (auch sie habe ich durch Intuition gefunden), die mich auf diesem meinen Weg begleitet von 2019 bis 2021. Meine Lehrerin ist Dr. Christina Kessler, eine Ethnologin, die seit 40 Jahren die Weisheitslehren der Ureinwohner erforscht und daraus wesentliche Erkenntnise für Theorie und Praxis unseres bewussten Lebens gefunden hat: den universellen Prozess der Lebensintelligenz. Ein großes Bewusstseinstraining mache ich bei ihr und wie beglückt mich das, mit Gleichgesinnten vereint zu sein!
“Dient es dem Leben? Was will das Leben von dir?”, so die Fragen. Das schließt natürlich auch ein, dass es zunächst mir selbst dient! Um Aufopfern geht es gar nicht. Aber darum, den Blick von innen nach außen zu richten und umgekehrt, wenn Entscheidungen zu treffen sind. Und das ist täglich!!!

Dieser eigene Weg, diese eigene Wahrheit ist das Schatzkästlein des Seins.

Und hier setze ich mal den Schlusspunkt für jetzt. Das wollte alles hinaus. Mein Schatzkästlein ist gut gefüllt. Randvoll. Liebevoll. Herzvoll.
Mein Schreibmotto habe ich gefunden:

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensDie beste Art zu schreiben ist mit den ureigenen Worten und diese fließen unmittelbar aus dem Herzen in die Hand!

So inspiriere ich Menschen, sich kreativ zu öffnen und sich an licht- und kraftvollen Orten noch mehr ins eigene Licht zu schreiben.

Ich inspiriere dazu und begleite dabei, sich die Erlaubnis zu geben (!), offener, freier und damit ureigen kreativer und menschlicher zu leben. Probieren Sie es doch einmal aus!
SCHREIBREISENHeidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

Ich bin dankbar für all das Erlauben und die Lebendigkeit, die in mein Leben kam. Für das Spüren einer tiefen Lebensquelle, die für uns alle da ist: Eine große Lebensenergie! Hier, in meinem Geburtsort, sehe ich sie immer an einer Quelle, die neben einer großen Linde fließt, fließt, fließt … Das Leben hat viele Bilder, die uns den Weg weisen. Das Leben schenkt mir wirklich viel und ich möchte ihm noch viel Schönes geben.

Ja, ich erlaube es mir! In Berlin, Sizilien … wo auch immer mich das Leben hinführt!
Ich bin bereit. Ich bleibe mir treu.

Fambach, den 15. Janaur 2020, Dr. Heidrun Adriana Bomke, die Frau mit dem Übermut!

Sacrower Heilandskirche
Ein Baumherz schaute mich im Herbst 2019 an am Sacrower See.
Heidrun Adriana Bomke
Zwischen Vollmond und Sonnenaufgang ging ich am Meer in Punta Secca am 14.10.2019. Ein magischer Morgen.
Heidrun Adriana Bomke

Die Farben des Südens – Gedicht

Punta Secca

Die Farben des Südens

Eine Angel flattert gebogen im leichten Morgenwind
zum nimmermüden Wellenrauschen neigt sie sich hin.

Sonntag ist’s unter dem Leuchtturm in Punta Secca
wo ich bin.

Ich schaue hinaus in die Farben des Südens
hellblausmaragd mit hüpfend weißen Krönchen und dunkelblauen Tiefen.

Ein Tag zum Verlieben
Ich werd ihn genießen.

© 5. Januar 2020, Heidrun Adriana Bomke, Punta Secca, Sizilien

Zu den Farben des Südens, ins äußere und innere Licht, führen meine besonderen Schreibreisen nach Sizilien. Dass eigene Licht leuchten zu lassen.
Lesen Sie gerne mehr: HIER

Weihnachten bedeutet: Das Leben willkommen heißen!

Heidrun Adriana Bomke, Sizilien

Das Leben willkommen heißen

Ja, die Weihnachtsgeschichte bedeutet: Das Leben willkommen heißen!
Das war mein tiefes Gefühl, als ich am 21.12. in der Chiesa in Santa Croce der Orgelmusikprobe lauschte und dabei auf die besondere Weihnachtskrippe sah. Ich erzähle hier meine diesjährige Weihnachts-Geschichte.

21.12.19, Ein Vormittag in Santa Croce

Heute Vormittag bin ich mit dem Rad von Punta Secca nach Santa Croce gefahren. Circa 5 Kilometer, immer an der Straße lang. Den Rucksack aufgeschultert. Weihnachtseinkäufe. Meine Grundversorgung über die Weihnachtstage, die ich wie im vergangenen Jahr alleine im “Sempreverde” in Punta Secca verbringe, bevor am 28.12. die vierköpfige Frauengruppe zur Übermuts-Neujahrsreise eintrifft.
Mein 1. Weg führte mich zu Gugliemlo, “meinem” Schneider von Santa Croce. Ein winterblaues Kleid ist zu kürzen, auch wenn Loredana in Ortigia/Syrakus meinte, es wäre so gut. Eine Handbreit unter dem Knie ist für mich nicht gut, es fühlt sich trampelig an. Das meinte mein Schneider mit seiner besonderen Werkstatt auch und versprach mir die Arbeit bis lunedi mezzogiorno, also Montagmittag. Der kleine Mann mit dem Lächeln, der 20 Jahre in Amerika gelebt hat und deshalb über den Kleiderbergen auch die amerkanische Flagge gehisst hat. Ich war erleichtert und ging gleich nebenan in die Bar Eduardo, wo ich noch immer für 2,20 € ein Cornetto und einen Cappuccino bekomme. Einfach dasitzen. Kurz und gut.

Dann den bekannten Weg zu Käse, Brot und Fisch

Ich schiebe mein Rad die Straße hoch. Noch blühen Hibiskusbäume. Orangen und Zitronen strahlen mit ihren Farben. Ich lande direkt in der Pescheria und kaufe zwei Filets. Die beiden jungen Fischhändler. Die Frau ist hochschwanger. Ende Januar sagt sie. Wir wünschen uns “Buone feste” e “tante cose belle”.
Um zwei Ecken und vorbei an Padre Pio geht es zum Laster mit Gemüse und frischen Eiern. Hier managen Mutter und Tocher den besonderen Gemüseladen. Nur Petersilie haben sie nicht. Va bene- Buone feste! Zwanzig Meter weiter ist der beste Bäcker, il Panificio “San Vincenzo”. Da kauf ich mein rundes dunkles Brot. Das wird gewogen und kostet 1,20 €. Wieder “Buone feste” und zum letzten Geschäft, dem Käseladen, der vor Ort Ricotta macht. Noch ein paar Oliven, alles für vier Euro.

Geschenke, die das Leben mir zuwirft

Mit meinem Rucksack und Fahrrad über die kleine Piazza kommend höre ich Orgelmusik aus der Kirche von Johannes dem Täufer. Ich trete ein in das recht einfache katholische Gotteshaus und setze mich. Lausche dem leidenschaftlichen Spiel. Besinnung. Ein völlig unerwarteter Moment der Einkehr. Ich liebe solche Augenblicke! Geschenke, die das Leben mir zuwirft.- ich fange sie auf. Ich öffne ganz bewusst die Augen, sehe den beleibt und wild spielenden Musiker und dann schaue ich zum Altar. Die Krippe, la presepe. Sie ist so einfach, schlicht und dadurch berührend. Maria und Josef und die Krippe und darüber im Altarraum der Stern vor blauer Wand.

Heidrun Adriana Bomke, Sizilien
Krippe in der Chiesa San Giovanni di Battista a Santa Croce, Foto: Adriana

Wie ich so bin, laufen mir die Tränen und ich freue mich gleichzeitig. Mein Gefühl ist ganz klar:

Weihnachten bedeutet: Das Leben willkommen heißen!

Genau das spüre ich! Die Freude, dass Leben geboren, dass Leben eben lebendig ist und dass wir alle einen Stern mit ins Leben bringen. Einen Stern, der leuchtet! Wie wundervoll ist das denn? Und so sitze ich eine ganze Weile, der Organist haut weiter wild in die Tasten, ich gehe zum Altarraum, andere kommen hinzu und sprechen laut über die besonders einfach dargestellte Weihnachtsgeschichte. Wir freuen uns gemeinsam!

Ja, uns ist ein Stern aufgegangen. Lassen wir ihn leuchten!

Das ist die Weihnachtsbotschaft, die ich auf meinem Fahrrad mitnehme, hinab durch Santa Croce bis ans Meer von Punta Secca.

Heidrun Adriana Bomke
das Weihnachtsmeer von Punta Secca, Sizilien · Foto: Adriana

BUON NATALE A TUTTI !

© 24.12.19 · Adriana Bomke · Punta Secca, Sizilien

Poesie des Lebens-Lebendig schreiben

 

 

Fernschreibkurs “Leben im großen Rhythmus” – Schreibbeispiele November: Ich und der Tod

E-Mail-Schreibkurse, Heidrun Bomke

E-MAIL-FERNSCHREIBKURS
“SCHREIBEND DURCH DAS JAHR – EIN SCHREIBKALENDER”

Meinen Novemberschreibinspirationen folgten Texte.
Ich möchte hier einige Novemberrondelle und Texte einer Teilnehmerin veröffentlichen – danke!

Das Thema war: Der Tod und ich.

Ich finde es wesentlich, dazu zu schreiben, diese Erfahrungen zu thematisieren. Der Tod begleitet uns – ist der andere Pol des Lebens, ist schon immer da und es ist gut, auch mit ihm in Resonanz zu gehen. Sonst fühlt er sich vielleicht vernachlässigt und „macht sich sichtbar“. Klopft an und schnell sind wir die Seinen.

November 2019

I.

Lass mich für Dich auf die Uhr schau´n

Sagt Gevatter Tod – oder ist es seine Schwester?

Kostbare Momente schenk ich Dir

Lass mich für Dich auf die Uhr schau´n

Meine Signale wirst Du spüren

Tiefer als ein Zifferblatt

Lass mich für Dich auf die Uhr schau´n

Sagt Gevatter Tod – oder ist es seine Schwester?

II.

Unter mir webt sich

Ein unendliches Netz

Seit dem ersten Atmen

Unter mir webt sich

Und lädt mich ein

Irgendwann hinein sinken

Unter mir webt sich

Ein unendliches Netz.

III.

Ein trüber Novembertag

Trockene Heizungsluft

Lässt meine Nase bluten

Das Immunsystem kämpft

Besuch bei der Freundin

Abgesagt

Nicht fit genug

Sagt mein Körper

Mein Geist jedoch ist wach

Erinnert mich

An das unvollendete Testament

Nun bin ich zufrieden

So könnte ich gehen.

IV.

Jedes Jahr kauft sich

Nachbar Günther drei Schafe

Wir treffen uns oft.

#

Günther päppelt sie

Väterlich mit der Flasche

Zwei sind weiß, eins schwarz

#

Ich schenk ihm ein Bild

Morgensonne strahlt um sie

„Als Erinnerung!“

#

Er kratzt sich am Kopf

„Hab ich alles gespeichert,

brauch keine Hilfe.“

#

„Bist Du nicht traurig?

Jedes Jahr drei Abschiede?

Die Schafe – so jung…“

„Ach wo“- sagt er mir

„Sie könnten´s nicht besser haben.

Und sterben glücklich“.

#

„Viel zu früh“ sag ich.

„Aber sie wissen es doch nicht!

Wer hat´s denn so schön?“

#

Das Bild nimmt er doch.

Einige Tage später

Ist die Weide leer.”

Gehen auch Sie auf Ihren Schreibweg mit Inspirationen meiner E-Mail-Fernschreibkurse!

Ich freue mich auf unsere schreibenden Begegnungen. Fragen Sie gerne nach und melden Sie sich an!

Dr. Heidrun Adriana Bomke · www.heidrunbomke.de · Heidrun Adriana Bomke · Lebensreiseblog

Die weißen Kühe von Fambach oder Von einem heiligen Moment

Heidrun Adriana Bomke_Lebensreiseblog

Die weißen Kühe von Fambach oder Von einem heiligen Moment
Fambach am 14. August 2019

Als ich heute mit dem Fahrrad am Nachmittag um 15 Uhr aus Fambach, meinem Geburtsort, Richtung Heßles fuhr – am Waldrand und an Wiesen entlang, da waren sie plötzlich wieder da: die weißen Kühe.
Ich staunte und mein Herz lachte vor Freude! Ich spürte das Besondere des Augenblicks.

Ich stieg vom Fahrrad und sah sie so friedlich gegenüber am Wiesenhang. Die weißen Flecken unter noch grünen Eichen und Ahorn, im so satten grünen Gras. Gerade liefen sie nach oben. Waren an der Tränke gewesen. Ja, da waren sie wieder, die Mutterkühe mit ihren Jungen. Und wie die Kälbchen gewachsen sind!

Ich freute mich so sehr über den Anblick, dass mir wieder die Tränen über die Wangen liefen.

Wann war es gewesen, dass ich sie bei meinen Fahrradausflügen im Frühsommer gesehen?

Wohl Ende Mai. Damals blühte der Ginster und alles war hellgrün.

Heidrun Adriana Bomke_Lebensreiseblog
Mai in Fambach

Schon damals war ich tief berührt von diesem friedlichen unerwarteten Anblick. Auch dass sie so weiß waren. Hier in Thüringen.  Damals war ich Zeuge des Geborenwerdens geworden. Die kleinen Kälbchen waren erst wenige Tage alt. Dicht bei ihren Müttern. Und eines war wohl gerade geboren.

Heidrun Adriana Bomke_Lebensreiseblog

Fast heilig erschien mir das Bild.

Ich weiß noch, wie ich auch einen kleinen Schreck bekam. Ich sah vom Weg aus, etwa 10 m entfernt, eine Kuh liegen und einen großen Blutfleck auch und etwas entfernt ein kleines Wesen. Beide unbewegt. Lebten sie? Die Herde war hundert Meter entfernt. Die Kuh hatte sich wohl zur Geburt abseits begeben. Am nächsten Tag fuhr ich damals wieder hin. Und welcher Anblick bot sich mir! Alle Kühe und Kälbchen lagen dicht beieinander. Der Geburtsfleck war schon von der Sonne getrocknet. Manche Kälbchen liefen schon freudig umher. Die Kühe leckten ihre Jungen ab. Ich mache viele Fotos.

Es war für mich ein Bild des gebärenden, natürlichen und beschützten Lebens.
Alles geschah mit einer Selbstverständlichkeit. Einfach so.

Darin liegt wohl das Wunder der Lebendigkeit.

Das sie ist. Sein darf. „Man“ sie gewähren lässt. Es braucht keine Erlaubnis. Keine Gedanken. Sie genügt sich selbst. Geschieht ohne Ansage. Lesen Sie mehr »

INTUITION – Ferragosto – Heiliger Sommer am Ätna!

Heidrun Adriana Bomke · Blog

INTUITION – Ferragosto – Heiliger Sommer am Ätna!

Das ist ein Reisetagebuch-Auszug aus meinem Hörbuch
“Übermut tut gut! unterwegs in den Süden.

Noch heute, sieben Jahre später, bin ich begeistert!

Heidrun Adriana Bomke-Ätna-Blog
Dreifaltige Göttin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich erzähle voller Staunen und aus dem Augenblick heraus von einem Hochsommerabend am Vulkan Ätna, wo ich lange lebte. Die Zeit um Ferragasto am 15. August ist immer ein Höhepunkt im sizilianischen Leben. Das tägliche Leben ruht und man feiert den Sommer! Ziemlich genial.
Diese Erfahrung am 14.8.12 hat mir ins Fleisch geschrieben, was es heißt,

DER EIGENEN INTUITION FOLGEN – VERTRAUE IN DEN EIGENEN WEG!

Ätna-Heidrun Adriana Bomke

Und Sie – kennen Sie das? Schreiben Sie gleich einen Text:

Wie ich meiner Intuition gefolgt bin!

Ich gebe Ihnen noch mein Schreibmotto mit auf den Weg:

Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gutDIE BESTE ART ZU SCHREIBEN IST MIT DEN UREIGENEN WORTEN UND DIESE FLIEẞEN UNMITTELBAR AUS DEM HERZEN IN DIE HAND.

Viel Freude beim Schreiben!

Folgen Sie gerne den Schreibentdeckungen nach Sizilien und erleben Sie selbst die Magie des Lichts, des Meeres, der Mythen …!

TERMINE Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gut

© Foto/Text
Ihre Heidrun Adriana Bomke, die Autorin mit dem Übermut! – KONTAKT

Heidrun Adriana Bomke

Blaues Wunder – Das Märchen von der blauen Rosentür

E-Mail-Fernschreibkurs Heidrun Adriana Bomke

Das Märchen von der blauen Rosentür

war neben “Rosenrondellen” und einer Liebesgeschichte die Schreibinspiration im Rosenmonat Juni.

Im E-Mail-Fernschreibkurs “Schreibend durch das Jahr – ein Schreibkalender” verbindet man sich fantasievoll mit dem Lebens-Rhythmus.

Zu jedem Monatsbeginn bekommen die Teilnehmenden per E-Mail ein von mir mit Foto und Schreibinspirationen gestaltetes Monats-Kalenderblatt. Monatliche Schreibinspiration durch den Jahreslauf
Eine schreibende Verbindung zum natürlichen Rhythmus des Lebens. Ein poetischer Schreibkalender über zwölf Monate. Lesen Sie gerne mehr zu meinem besonderen Angebot:

Schreibend durch das Jahr – Ein Schreibkalender

Nun im Juni war diese blaue Rosentür zu sehen auf dem Schreibkalenderblatt und dazu die Anregung:

Schreibe zu dem Foto ein Märchen. Dein Märchen von der blauen Rosentür. Gib ihm einen eigenen Titel!

Das wunderschöne Sehnsuchts-Märchen von Gabriele K. ist hier zu lesen. Es trägt den Titel:

Blaues Wunder

Es war einmal ein großer dunkler Wald, in dem man kaum die Hand vor Augen sehen konnte. Und es war einmal eine hübsche, mutige, junge Frau, die tagtäglich in diesen Wald hineinging. Sie sammelte dort Holz und hob Reisig zum Kochen, Backen und Heizen auf. Diese Frau wohnte nahe am Wald in einem kleinen, windschiefen Häuschen, das eher schlecht als recht ihre Herberge war. Doch die junge Frau beklagte sich nicht. Sie kam jeden Morgen aus ihrer baufälligen Haustüre, die fast aus den Angeln fiel und trat hinaus in die Natur. Sie begrüßte die Vögel und Hasen und hatte auch ein gutes Wort für die Ameisen, Käfer und das andere Getier, das ihren Weg kreuzte. Sie atmete tief die frische taugeschwängerte Morgenluft ein und holte das erste Holz um sich ein warmes Wasser und einen kargen Morgenbrei zu brauen.

Frisch gestärkt machte sie sich auf den Weg tief in den Wald hinein.

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Ein Stück Arkadien – Schreibkunsttage in Teplingen – Impressionen

Heidrun Adriana Bomke, Schreibkunsttage

“Ein Stück Arkadien” – Schreibkunsttage in Teplingen – Impressionen vom 13.&14.6.19

Nächster TERMIN: 7.9.19, 13-17 Uhr, darüber hinaus” – Schreibkunsttag im Museum Wustrow Informationen

“Ein Stück Arkadien – ein blinder Wortwechsel”

schrieben die Teilnehmenden im Teplinger Gartenparadies am 13. Juni 2019. Zu Gast bei der Malerin Verena Holzhauser und dem Planetengartenexperten Manfred Brockt. © alle Fotos: Heidrun Adriana Bomke

 

 

 

Meditative Einstimmung im Grün – “Aus dem Kopf heraus” und “Aus dem Herzen heraus” mit genügend Zeit für einen freien Schreibfluss. Worte wie “mäandernder Grünfluss” erfüllten den Gartenraum.

Beim “blinden Wortwechsel” sieht man nicht, was der andere Mensch schreibt.
Und wie viel Gleichklang entstand! Intuitive Führung. Lesen Sie selbst!

“Ein Stück Arkadien – ein blinder Wortwechsel”

1 Ich glaube, es passiert mühe- und schwerelos

2 Dieses Land ist mir Spärenmusik

3 – das Land, wo Milch und Honig fließen.

4 Sonnigliches Sein

5 Aber vielen entgeht etwas – ohne Chance, das zu bedauern.

6 Es ist mir Vollendung. Es ist mir Liebe.

7 Alles fließt dahin.

8 So schön das ganze Leben.

9 Nur, wer loslässt, kann locker sein! Lesen Sie mehr »