“Marcello oder Vom wahren Leben” · Auf dem Domplatz von Ortigia

Heidrun Adriana Bomke · Ortigia · Domplatz · wahres Leben

Marcello oder Vom wahren Leben

Sono Marcello. Ich bin Marcello.
So sagt der Gitarrist und Sänger mit dem lockigen dunklen Haar, der mitten auf dem Domplatz sitzt. Es dunkelt bereits auf dieser so wunderbar hellen Piazza. Vielleicht der schönsten der Welt. So erscheint es mir manchmal. Für mich ist sie es. Sie hat Magie. Und die hatte sie vom ersten Moment an für mich. Am 28. April 2011 begann meine Liebe zu diesem Ort. Liebe auf den ersten Blick. L’amore dal primo visto.

Es ist mein 1. Tag nach einem ganze Jahr, das ich nicht hier war in Sizilien.

Hier in Ortigia, dem antiken Fleckchen an der Ostküste Siziliens. Auf der Insel, die mit dem restlichen Syrakus durch zwei Brücken verbunden. Ein Fleckchen am Meer. Ich bin vom Bahnhof mit meinem großen Koffer gelaufen. Den ganzen Weg bis zum B&B „Dei viaggiotori und sognatori“, der Herberge der Reisenden und Träumer. Hier gehöre ich hin. Fast sitze ich im Himmel, in der Via Roma, auf dem kleinen Balkon. Weit unter mir die Menschen an kleinen Tischen in der engen Gasse. Sie speisen im „Le Vin de L’Assassin“ und trinken Wein. Zwischen dem Gemurmel die grelle Stimme eines kleinen Kläffers. Wenn das Meer rauschen würde, könnte ich es hell hören. Es ist nur ein paar Schritte entfernt. Doch es ist sanft und weich und warm, das Oktobermeer, in das ich mich heute gelegt. Lange.

Meer von Syrakus, Heidrun Adriana Bomke
Das Meer von Ortigia im alten Syrakus, Adriana
Dianabrunnen in Ortigia, Heidrun Adriana Bomke, Schreibreisen
Dianabrunnen in Ortigia, Foto Adriana

 

 

Und wie ich hier so durch die alten hohen und bunten Gassen im hellsten Sonnenschein ging, Diana grüßte, die Göttin, und mich traf mit meiner Freundin Marieke und ihrer Tochter Dafne, da kamen mir schon die Worte in den Sinn:

Das wahre Leben

Sie haben etwas mit diesem Fleckchen zu tun, diese Worte und mit einem Urgrund des Seins und tief mit meinem Wesen. „Somewhere over the rainbow“, so singt Marcello. Er hat eine weiche Stimme. Eine Stimme so sanft wie das Oktobermeer. Und da beginnt ES sich wieder in mir zu bewegen und zu regen. Ich beginne zu tanzen. Ganz langsam mich zu wiegen. Es stehen Menschen da um den Sänger herum. Kleine Kinder fangen an zu hopsen. Endlich hopsen, so lese ich auf ihren Gesichtern! Endlich hopsen nach dem lange Stillsitzen beim Essen. Die Mütter, die sizilianischen, stehen etwas erstaunt und steif daneben oder versuchen sie wegzuzerren Doch das geht nicht! Die Kindern wollen hopsen. Wie ich auch! Dann kommt ein Walzer und La vien rose und und und. Ich bin noch zaghaft in meinem Drehen. Bin wohl etwas aus dem Takt gekommen …? Doch die Kleinen ziehen mich mit.
Paare gehen vorbei. Herausstaffiert für den Abend. Langsam bildet sich ein Kreis von Menschen um den Musiker, der da sitzt und singt und spielt. Genau das ist er. Sono Marcello. Ich bin Marcello.

Da sehe ich hinter mir ein Liebespaar.

Sie halten sich in den Armen und wiegen und drehen sich. Nichts, gar nichts anderes gibt es für sie. So jung sind sie, so jung und so schön und so glücklich! Ganz unverstellt und frei. Ja, fühle ich. Ja.
Dieses lebendige JA!
JA!

Es gibt es, das wahre Leben!
Den Augenblick der natürlichen Lebendigkeit.

Wie ich nun hier so sitze und schreibe, da spüre ich ihn deutlich. Das Stimmengewirr unter mir wird noch lange nicht verebben und mich in den Schlaf brummeln. Und wer weiß, vielleicht lässt sich auch das Meer hören? Der Abendstern zwinkert mir zu und ich höre, was er mir sagt. Wir haben eine Geheimsprache miteinander.

Immerhin ist dies hier das Meeresfleckchen, wo mir das Gedicht „Wo das Licht wohnt“ – „Dove abita la luce“ geschenkt wurde. Diese Silben sind ein Manifest für mich: Das Manifest vom Wahren Leben.

Und diese Worte, diese Lieder, unerwartet heute Abend auf der Piazzo Duomo in Ortigia, in Siracusa, haben mich tief daran erinnert:

Sono Marcello. Ich bin Marcello.

Grazie.

©HeidrunAdriana Bomke · Ortigia, Siracusa am 11. Oktober 2020

“Akqua del cielo” · Poesie am Meer von Ortigia, Sizilien

Ortigia, syrakus, Heidrun Adriana Bomke

Akqua del cielo

Wie das Wasser vom Himmel
akqua del cielo
leise leise
gleitet
gleitet ins offene Meer

Wie die Sonne zieht ihre Fäden
zieht goldene goldene Fäden
im Morgenschimmer ganz ruhig hinter sich her

Wie ich hier sitze
dankbar sitze auf der Terrasse zum weiten weiten Meer
da öffnet sich ein Tor
da fließen auch meine warmen Tränen
meine so warmen Tränen
drängt mein Herzwasser
mein Herzwasser aus den tiefen Quellen des Lebens
sprudelt in Liebe
zu mir
sprudelt in Liebe zu allem
mein Herzwasser
akqua del cielo
hervor.

©Adriana
Ortigia am 12. Oktober 2020

Ferragosto – Heiliger Sommer am Ätna!

Heidrun Adriana Bomke · Blog

Ferragosto – Heiliger Sommer am Ätna!

Das ist ein Auszug aus meinem Hörbuch

“Übermut tut gut! Unterwegs in den Süden”

Noch heute, acht Jahre später, bin ich begeistert von diesem intuitiven Erleben zu Ferragosto, dem hohen Sommerfest auf Sizilien.

Heidrun Adriana Bomke-Ätna-Blog
Dreifaltige Göttin

 

 

 

 

 

 

 

Ich erzähle voller Staunen und aus dem Augenblick heraus von einem Hochsommerabend am Vulkan Ätna, wo ich lange lebte. Die Zeit um Ferragasto am 15. August ist immer ein Höhepunkt im sizilianischen Leben. Das tägliche Leben ruht und man feiert den Sommer! Ziemlich genial.
Diese Erfahrung am 14.8.12 hat mir ins Fleisch geschrieben, was es heißt:

DER EIGENEN INTUITION FOLGEN – VERTRAUE IN DEN EIGENEN WEG!

Ätna-Heidrun Adriana Bomke

Und Sie – kennen Sie das? Schreiben Sie gleich einen Text:

Wie ich meiner Intuition gefolgt bin!

Ich gebe Ihnen noch mein Schreibmotto mit auf den Weg:

Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gutDIE BESTE ART ZU SCHREIBEN IST MIT DEN UREIGENEN WORTEN UND DIESE FLIEẞEN UNMITTELBAR AUS DEM HERZEN IN DIE HAND.

Viel Freude beim Schreiben!

Folgen Sie auch gerne den Schreibentdeckungen nach Sizilien und erleben Sie selbst die Magie des Lichts, des Meeres, der Mythen …! Noch gibt es einen freien Platz vom 17.-24.10.2020!

TERMINE Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gut

© Foto/Text
Ihre Heidrun Adriana Bomke, die Autorin mit dem Übermut! – KONTAKT

Heidrun Adriana Bomke

Wie ich saß und weinte … ein Moment von größter Schönheit

Zyklopenküste in Aci Trezza, Heidrun adriana Bomke

Wie ich saß und weinte … ein Moment von größter Schönheit

Es war an einem Februarmorgen im Jahr 2011.
Vielleicht war es der 11. Ja, es könnte sein.

Am 8. Februar, drei Tage vorher, war ich in Dannenberg beim Notar gewesen. An einem nassgrauen Tag. Ein Haus zu verkaufen. Das Haus, in dem ich ein Familienleben verbracht. In dem ein Familienleben so, wie es einmal war, auch geendet. Die Zeiten wandeln sich. Die Menschen mit. Schulden werden getilgt sein. Verletzungen langsam heilen. Vergebung geschieht. Ich höre gerade noch einmal die Stimme des Notars, sehe seinen Blick: “Wollen Sie den Kaufvertrag wirklich so unterzeichnen?” Ja, ich wollte. Ohne zu zögern. Das sagte mir meine innere Stimme. Auch wenn ich Geld verlor, weil der andere Mensch, der da noch mit mir saß, es zu diesem Zeitpunkt nicht besser vermochte: gerecht zu teilen. Ich sah seine Unfähigkeit, seine Angst. Wovor auch immer. Sah sogar sein schlechtes Gewissen.

Und saß nun auf der Terrasse des kleinen Hotels “Eden Riviera” an der Zyklopenküste Siziliens, oberhalb des ehemaligen Fischerortes Aci Trezza. Am 11. Februar 2011

Eine so freundliche Frau brachte mir einen Cappuccino. Ich schaute in die Morgensonne. Schaute auf die Küste. Ich sah diese Steine im Meer. Sah diesen einen, den ich später in einem Gedicht den “Weisen Hüter der Küste” nennen sollte. Doch jetzt sah ich ihn zum ersten Mal. Und weinte. Weinte und weinte. Ein Mensch fragte mich, was sei. Ob es mir nicht gut ginge? Unter meinen Tränen lächelte ich aber. Ganz tief von unten stieg etwas auf. Das sah er vielleicht auch. Ich sagte mit sehr leiser Stimme:
Nein, ich bin sehr glücklich.

Ich weine vor unendlicher Schönheit.

Es ist kaum zu beschreiben und schon gar nicht zu analysieren, was mir geschah. Und das soll es auch nicht. Auszusprechen ist es nun schon. Mit der Poesie des Herzens, aus meiner Seele. Mein ganzes Alles und alles Ganze, dies Alles floss zusammen in dieser unendlichen Schönheit dieses großen einfachen Augenblicks.

Ich fühlte die Schönheit des Lebens.

Und fühlte tief befreiend und dankbar:
Sie war für mich da! Eine große Freude durchfloss mich.
Und die Schönheit war auch in mir.

Eine große Möglichkeit offenbarte sich mir.

27. Januar 2020, Berlin-Kladow · www.heidrunbomke.de

Poesie des Lebens-Lebendig schreiben
Heidrun Adriana Bomke

Januartage

Elblichttor, Heidrun Adriana Bomke

An einem Januartag 2011, vielleicht war es der 22., ja, es könnte der 22. gewesen sein, traf ich eine Entscheidung. Keine unbedeutende. Vielleicht gibt es auch gar keine unbedeutenden Entscheidungen. Doch diese da, die vom 22.1.2011, war wohl bedeutsam. Man spricht auch über Entscheidungen von großer Tragweite. Ich entschied, als ich gelehnt an eine alte Hauswand in Hitzacker zu dem Haus schaute, in dem meine neue Wohnung hätte sein können, erst gar nicht hineinzugehen. Und auch nicht in eine andere Wohnung im Wendland. Ich entschied, keine Wohnung zu nehmen, als sich mein vorheriges Zuhause unwiederbringlich auflöste. Das entschied ich da, gelehnt an die Hauswand in einem Graunieselwetter, das mir sicher geholfen hat. Nein, sagte ich. Nein. Das fühlt sich nicht wahr an. Das trägt mich nicht, sagte etwas in mir. Und es fühlte sich gleichzeitig auch seltsam an. Wie ich da meine innere Stimme vernahm. Es irritierte mich – war ich verrückt, keine Wohnung nehmen? – und es war doch wahr. Ganz klar.
Falls ich mal ein Drehbuchscript schreibe, dann fange ich mit dieser Szene an: Eine Frau, Anfang 50, lehnt an einer Hauswand und trifft ganz still eine weittragende Entscheidung. Fühle ich in dieses Bild hinein, fließt ganz viel Kraft, wie selbstverständlich.

Ja, diese damalige Januar-Entscheidung von 2011 hat mich wahrhaft weit getragen!

Auf allen Ebenen. Bis zum Feuerberg Ätna auf Sizilien und bis tief in meine Schöpferkraft, die neu erwacht, als ich Anfang 50 bin.

Im Januar 2012 bin ich dann am Ätna. “Ankommen – Zwischen Ätna und Meer”, so heißt es in meinem Reisehörbuch “Übermut tut gut! Unterwegs in den Süden” für das Jahr 2012. Nur ein Jahr war vergangen. Von Januar zu Januar.

Was habe ich im Januar 2012 zu erzählen?

Von Vulkan, Orangen, einem Mann mit schönen Händen, dem so schönen Wetter, den stillen Ästen im kühlen Morgen … – hören Sie selbst!


Und dann gibt es noch viele Januare, immer wieder Januare. Den Januar 2015, da bin ich zeitweilig in einem Ferienhaus in Langendorf an der Elbe und träume von einem Vulkanausbruch – ganz viel Feuer! … und viele Januartage am sizilianischen Meer in 2016 und 2017.

Und nun hier, in Berlin-Kladow am 25. Januar 2020. Hier sitze ich in einem “Studio”, meinen jetzigen Dach über dem Kopf, schaue auf die Havel, die da irgendwo im Dunkel schleicht. Nicht weit weiß ich einen kleinen Hafen. Ich sitze an meinem Reiseschreibtisch und schreibe.

Und wo ich schreibe, da bin ich auch zuhause. In jedem Januar.

©Heidrun Adriana Bomke

Poesie des Lebens-Lebendig schreiben

Die Farben des Südens – Gedicht

Punta Secca

Die Farben des Südens

Eine Angel flattert gebogen im leichten Morgenwind
zum nimmermüden Wellenrauschen neigt sie sich hin.

Sonntag ist’s unter dem Leuchtturm in Punta Secca
wo ich bin.

Ich schaue hinaus in die Farben des Südens
hellblausmaragd mit hüpfend weißen Krönchen und dunkelblauen Tiefen.

Ein Tag zum Verlieben
Ich werd ihn genießen.

© 5. Januar 2020, Heidrun Adriana Bomke, Punta Secca, Sizilien

Zu den Farben des Südens, ins äußere und innere Licht, führen meine besonderen Schreibreisen nach Sizilien. Dass eigene Licht leuchten zu lassen.
Lesen Sie gerne mehr: HIER

Ein unerwartetes Geschenk

Schreibreisen nach Sizilien

Ein unerwartetes Geschenk

26.12.19, 9.10 Uhr, Punta Secca, Bar “Charlie Brown”

Ich spüre die wärmende Morgensonne im Rücken.
Ich sitze genau zwischen Ost und West. Mein Rücken zum Osten, wo der Leuchtturm steht, mein Blick zur Westküste von Punta Secca, wo Menschen stehen und auf das Meer schauen. Alle mit dunklen Jacken über dunklen Hosen. Nur ein Kind leuchtet mit einem gelben Pullover. Sie spielen, die Kinder, auf der Piazza zwischen der Casa Montalbano und dem Torre Scalambri.
Das Meer rauscht mit kleinen weißen Hüpfern an den Strand. Es hat sich beruhigt die letzte Nacht. Heute, am 2. Weihnachtstag, einem Neumondtag. Der Himmel ist von einem frischen, hellen Blau.

Ich bin so froh, hier in der Bar auf dem nackten Stuhl, bedeckt mit meinem Wolltuch ein paar Sätze gelesen zu haben. Ein paar Worte.

Worte, die mir so guttun. Die sind, wie ich bin.

In dieser Welt. Einer Welt, die oft so voller Tun und Heftigkeit, so voll von schweren Autos und anderen Krankheiten und alten und neuen Kriegen und Schrecken und Leistungen und weinenden Kindern in Einkaufsläden und eiligen Käufern und rauchenden Fingern und glitzernden Lippen und lamentierenden Mündern und analysierenden Gehirnen. Eine Welt am Rande. Manchmal sehe ich das so überdeutlich. Manchmal häufen sich die Augenblicke, die in mir hängenbleiben. Es geht mir durch Mark und Bein.

Ich las in einer Anthologie die kleine Geschichte von Czeslaw Milosz. “Erwacht”, so heißt sie. Ein paar Sätze nur. Eine kleine A6-Seite oder noch weniger. Fast hatte ich das Büchlein schon in die Ecke gepfeffert. Alle Augenblicksgeschichten, die dort versammelt, und für die Zeit zwischen den Jahren taugen sollten, führten in die Düsternis, in die Leere, genau in diese Welt, die wohl schon lange als Wirklichkeit verkauft und doch nicht die Wahrheit ist. Nein, sie waren nicht schön erzählt und sie hatten kein gutes Ende, diese Geschichten. Sie stimmten mich verdrießlich und ich war schon sauer auf mich, dass ich überhaupt dieses Büchlein gekauft. So viele viele Bücher sind verdrießliche Angelegenheiten. Jammertäler, in denen sich die Leser suhlen sollen, damit sie blind werden für das helle Leben.

Das waren die Worte, die so lesenswert:
“Es war ein derart überwältigendes und vollkommenes Glücksgefühl, dass alles in meinem Leben nur die Voraussetzung dafür gewesen war. Und dieses Glück hatte überhaupt keinen Grund …”

Ein Glück, das nichts ausgelöscht und doch alles aufgehoben. Ein Glück, das man wohl nur alleine erleben kann. Das fühlte ich sofort. Vielleicht, weil ich es kenne. Ein scheinbar völlig grundloses Glück.

Diese Nähe mit sich selbst. Mit mir. Diese Liebe, die in der Welt ist.

Ein völliges Aufgehobensein.
Ich hatte einmal geschrieben, in genau solch einem unerwartet glanzvollen Augenblick:

Im warmen Lächeln meiner Haut
atmet der Duft der Liebe.

Ich las genau das nun mit anderen Worten. Und fühlte es gleichzeitig. Genau so. Seelenverwandtschaft. Wahrheit der allgegenwärtigen Liebe. Welch unerwartetes Geschenk für mich! So wie der Autor am Ende der 9 Sätze, ja, es sind genau 9, schreibt: “Mir war klar, dass ich ein unerwartetes Geschenk erhalten hatte und ich konnte nicht fassen, warum mir diese Gnade zuteil geworden ist.”

Und nun mir als Leserin. Ich fasse es.

Ich reiße diese Seite aus dem Buch.

Ich werde sie in mein Buch mit den gesammelten Glückstexten aufnehmen, die mich zwischen Diesseits und Jenseits begleiten dürfen.

Es ist 9.35 Uhr in Punta Secca am Meer.

© Heidrun Adriana Bomke

Weihnachten bedeutet: Das Leben willkommen heißen!

Heidrun Adriana Bomke, Sizilien

Das Leben willkommen heißen

Ja, die Weihnachtsgeschichte bedeutet: Das Leben willkommen heißen!
Das war mein tiefes Gefühl, als ich am 21.12. in der Chiesa in Santa Croce der Orgelmusikprobe lauschte und dabei auf die besondere Weihnachtskrippe sah. Ich erzähle hier meine diesjährige Weihnachts-Geschichte.

21.12.19, Ein Vormittag in Santa Croce

Heute Vormittag bin ich mit dem Rad von Punta Secca nach Santa Croce gefahren. Circa 5 Kilometer, immer an der Straße lang. Den Rucksack aufgeschultert. Weihnachtseinkäufe. Meine Grundversorgung über die Weihnachtstage, die ich wie im vergangenen Jahr alleine im “Sempreverde” in Punta Secca verbringe, bevor am 28.12. die vierköpfige Frauengruppe zur Übermuts-Neujahrsreise eintrifft.
Mein 1. Weg führte mich zu Gugliemlo, “meinem” Schneider von Santa Croce. Ein winterblaues Kleid ist zu kürzen, auch wenn Loredana in Ortigia/Syrakus meinte, es wäre so gut. Eine Handbreit unter dem Knie ist für mich nicht gut, es fühlt sich trampelig an. Das meinte mein Schneider mit seiner besonderen Werkstatt auch und versprach mir die Arbeit bis lunedi mezzogiorno, also Montagmittag. Der kleine Mann mit dem Lächeln, der 20 Jahre in Amerika gelebt hat und deshalb über den Kleiderbergen auch die amerkanische Flagge gehisst hat. Ich war erleichtert und ging gleich nebenan in die Bar Eduardo, wo ich noch immer für 2,20 € ein Cornetto und einen Cappuccino bekomme. Einfach dasitzen. Kurz und gut.

Dann den bekannten Weg zu Käse, Brot und Fisch

Ich schiebe mein Rad die Straße hoch. Noch blühen Hibiskusbäume. Orangen und Zitronen strahlen mit ihren Farben. Ich lande direkt in der Pescheria und kaufe zwei Filets. Die beiden jungen Fischhändler. Die Frau ist hochschwanger. Ende Januar sagt sie. Wir wünschen uns “Buone feste” e “tante cose belle”.
Um zwei Ecken und vorbei an Padre Pio geht es zum Laster mit Gemüse und frischen Eiern. Hier managen Mutter und Tocher den besonderen Gemüseladen. Nur Petersilie haben sie nicht. Va bene- Buone feste! Zwanzig Meter weiter ist der beste Bäcker, il Panificio “San Vincenzo”. Da kauf ich mein rundes dunkles Brot. Das wird gewogen und kostet 1,20 €. Wieder “Buone feste” und zum letzten Geschäft, dem Käseladen, der vor Ort Ricotta macht. Noch ein paar Oliven, alles für vier Euro.

Geschenke, die das Leben mir zuwirft

Mit meinem Rucksack und Fahrrad über die kleine Piazza kommend höre ich Orgelmusik aus der Kirche von Johannes dem Täufer. Ich trete ein in das recht einfache katholische Gotteshaus und setze mich. Lausche dem leidenschaftlichen Spiel. Besinnung. Ein völlig unerwarteter Moment der Einkehr. Ich liebe solche Augenblicke! Geschenke, die das Leben mir zuwirft.- ich fange sie auf. Ich öffne ganz bewusst die Augen, sehe den beleibt und wild spielenden Musiker und dann schaue ich zum Altar. Die Krippe, la presepe. Sie ist so einfach, schlicht und dadurch berührend. Maria und Josef und die Krippe und darüber im Altarraum der Stern vor blauer Wand.

Heidrun Adriana Bomke, Sizilien
Krippe in der Chiesa San Giovanni di Battista a Santa Croce, Foto: Adriana

Wie ich so bin, laufen mir die Tränen und ich freue mich gleichzeitig. Mein Gefühl ist ganz klar:

Weihnachten bedeutet: Das Leben willkommen heißen!

Genau das spüre ich! Die Freude, dass Leben geboren, dass Leben eben lebendig ist und dass wir alle einen Stern mit ins Leben bringen. Einen Stern, der leuchtet! Wie wundervoll ist das denn? Und so sitze ich eine ganze Weile, der Organist haut weiter wild in die Tasten, ich gehe zum Altarraum, andere kommen hinzu und sprechen laut über die besonders einfach dargestellte Weihnachtsgeschichte. Wir freuen uns gemeinsam!

Ja, uns ist ein Stern aufgegangen. Lassen wir ihn leuchten!

Das ist die Weihnachtsbotschaft, die ich auf meinem Fahrrad mitnehme, hinab durch Santa Croce bis ans Meer von Punta Secca.

Heidrun Adriana Bomke
das Weihnachtsmeer von Punta Secca, Sizilien · Foto: Adriana

BUON NATALE A TUTTI !

© 24.12.19 · Adriana Bomke · Punta Secca, Sizilien

Poesie des Lebens-Lebendig schreiben

 

 

Meeresgedichte aus Punta Secca · Sizilien

Meeresgedichte, Heidrun Adriana Bomke

Solch ein Spätsommer am Meer von Punta Secca in Sizilien!
Da kamen durch die Wellen daher zu mir die

MEERESGEDICHTE

So süßes sonnigliches Träumen
streift Sandwind mein Haar meine Haut
weiße Wellen schäumen
zu meinen Füßen werden Burgen gebaut.

Mein Gesicht meine Lippen mein Leib
alles ruht spätsommerwarm
so süß so weich ganz ohne Erwartung
ausgebreitet wie im Traum.

9.10.19

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Buben
blond und ganz gebräunt
bestaunen die weißen Morgenwogen
sie rennen hinein!

Manchmal sehe ich nur die Köpfe
die Hände sammeln wohl Muscheln fein
und die kleinen Stimmen klingen
sie laden zum lustvollen Leben ein!

10.10.19

Heidrun Adriana Bomke, Punta Secca

 

 

 

 

 

 

 

Weißer Reiher

Am schäumend plätschernden Meeresrand
sitzt er
ich seh ihn kaum am Wellensaum.
Grazil stakst er daher.
Mal hüpft, mal fliegt
mal tänzelt er fein.

Ein weißer Reiher
mit schwarzem Gebein.

So lang wie die Beine scheint auch der Schnabel zu sein.
Blitzschnell stößt er ins Wasser und schlingt’s dann hinein:
ein Fischlein
ein Krötlein
eine Krabbe so klein.

Nun macht das weiße Wesen Mittagsruh.
Ich schaue ihm beim Federputzen zu.
Jetzt breitet er sein leuchtend Gefieder aus
und fliegt zu seiner Gattin nach Haus.

11.10.19

Punta Secca im Südosten Siziliens.

Hier begleite ich auf SCHREIBREISEN.
Inspiriere, sich dem Leben hinzugeben. Zu fließen, die eigene Kreativität zu wecken, die eigene Poesie zu berühren im Schreiben und Staunen und Entdecken im Innen und Außen.

Lesen Sie gerne mehr über die Schreibreisen nach Sizilien.
Dahin, WO DAS LICHT WOHNT!

Nächste Termine: 28.12.19-4.1.20 (Punta Secca) / 30.5.-6.6.20 (Syrakus) / 13.-20. Juni 20 (Punta Secca)

© Dr. Heidrun Adriana Bomke  Posie des Lebens-Lebendig schreiben

 

 

 

Ätnaausbruch am 1.10.19

Ätnaausbruch, Heidrun Adriana Bomke

Ätnaausbruch am 1.10.19

Wieder am Ätna. Eine Woche Ende September, Anfang Oktober 2019. Und der Vulkan, er begrüßt mich mit seinen Kräften! Maga Ätna, die Zauberin Ätna ist am Wirken. Tief in die Feuer- und Erdkraft fühle ich mich geschleudert und gestellt. Unterwegs mit meiner Freundin Petra. Ich bin wieder begeistert und voller Demut angesichts dieser Elementar-Kräfte, die ich seit 8 Jahren erkunde und bestaune.

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensIch rufe der Maga Ätna mein Gedicht zu!

Ätnaausbruch, Heidrun Adriana Bomke
Ätnauasbruch am 011019

Ätnaausbruch_Heidrun Bomke
Ätnaausbruch
Heidrun Adriana Bomke

 

 

 

 

 

MAGA ÄTNA

Bist eine Zauberin

mein Berg

spuckst Feuer und Asche

bläst weiße Wölkchen wie Luftballons

ins blaue Himmerlszeit!

Ich winke allen zu, zwischen Ätna und Meer und grüße aus Sizilien!

Ätnaausbruch_Giardini Naxos

Giardini Naxos

© Foto & Text: Heidrun Adriana Bomke · Posie des Lebens-Lebendig schreiben www.heidrunbomke.de

Ätnaausbruch_011019
Ätnaausbruch_011019