“Die letzte Rose blüht im Garten” 🍂 leichte Poesie

Leichtigkeit, Poesie, Heidrun Adriana Bomke

Die letzte Rose blüht im Garten …

Ja, das folgende Gedicht ist ganz leicht, ganz verspielt. Ein Kindergedicht, in dem der liebevolle poetische Blick so ganz auf dem Herbstgeschehen liegt. Ich schrieb es für meinem jüngeren Sohn vor mehr als 20 Jahren. Bei meinen November-Spaziergängen an den Havelgärten entlang, erinnerte ich mich plötzlich wieder daran, sagte es laut in die Sonne und freute mich 🍂 Und so möge es auch eine Freude für alle Leserinnen und Leser sein 🌻

Die letzte Rose blüht im Garten …

und der Raps im Feld
sogar die Birke ist vergolden
der Herbst ist bestellt !

Der Ahorn leuchtet die Sonne heran
und im braunen Kleid steht die Kastanie
Das Löwenmäulchen ruft:
Schaut nur mich einmal an!
Ich bin viel heller als die Geranie!

Nur der Essigbaum ist sauer
denn seine Blätter sind auch nicht von Dauer !

Die letzte Rose blüht im Garten und der Blätterteppich färbt sich bunt
Die letzte Rose blüht im Garten
und der Wind zaust Kind und Hund !

Möge Ihnen beim nächsten Spaziergang die letzte Rose zuwinken!

© Heidrun Adriana Bomke, 16.11.2023

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GEFUNDEN – MUßEREISE IN WEIMARS NATUR UND KULTUR

Weimar Natur und Kultur; GEFUNDEN, HEIDRUN ADRIANA BOMKE

 7. August – 11. August 2023

GEFUNDEN 🍀 Mußereise in Weimars Natur und Kultur

Ich freue mich, noch einmal – nach längerer Pause – mit dem Frauenreisebüro “Frauen unterwegs-Frauen reisen” zusammenzuarbeiten. Weimar liegt mir am Herzen. Nicht nur, weil ich mit ihm aufgewachsen bin; nicht nur, weil ich Goethe & Co. sowie die Musefrauen am Weimarer Hof schätze und mich intensiv mit dieser kulturgeschichtlichen Epoche als Literaturwissenschaftlerin und natürlich Dichterin befasst habe. Es ist ganz einfach die

MAGIE IM MITEINANDER VON NATUR UND KULTUR 🍀

„Gefunden“ ist ein spätes Gedicht Goethes an seine Frau Christiane. Es beginnt mit dem Vers
Ich ging im Walde so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn.
Diese wunderbare Offenheit beschert dem Wanderer das besondere Glück des wahren Findens! Dichtung und Natur waren schon immer schöpferische Geschwister, gehen Hand in Hand. Sie laden zu Muße ein, zum Besinnen und Schauen, zum Lauschen und Atemholen, zu Schönheit und Weite.
Und so finden auch wir im August 2023, im hohen Sommer, viel Muße bei Spaziergängen, Lesungen, poetischen Meditationen, beim Verweilen in blühendenWiesen, an schönen Orten:

GEFUNDEN
MUßEREISE, WEIMAR, HEIDRUN ADRIANA BOMKE
Gefunden! Muße in Weimar, Heidrun Bomke

Ein Wandern durch natürliche und kulturelle Landschaften 🍀

In ihnen weben uns Liebe und Schönheit ihr Band. Dabei begegnen uns vor allem Christiane Vulpius (Goethe), Charlotte von Stein und die Herzogin Anna Amalia – Frauen unterschiedlichster Couleur – an ihren Orten und mit ihren verschiedenen Handschriften. Alle schreiben sie, halten ihre Erfahrungen meist in Brief und Tagebuch fest. Am 26.9.1814 schrieb Christiane von Goethe, die von Herzen gerne tanzte und ins Theater ging, in einem Brief:
“Bei diesem schönen Wetter fahren wir oft aus nach Tiefurt”.

Und das werden auch wir tun! Auf Mußewegen gehen, schlendern, verweilen 🍀
– an der Ilm entlang zu Goethes Gartenhaus, wo er einst Christiane traf und heute auch ein wunderschöner Garten mit lauschigen Plätzen und dem „Stein des Glücks“ auf uns wartet;
– und weiter an der Ilm bis hin zum wundervollen Tiefurter Park/Schloss, dem ehemaligen “Musenort” der Weimarer Hofgesellschaft und ab 1781 Sommersitz der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach;
– zum „Wittumspalais“ der geschätzten Regentin Anna Amalia, das Einblick in die Lebensweise dieser besonderen Frau gibt;
– auf einen poetischer Stadtspaziergang zu besonderen Plätzen;
– und schließlich an der Ilm hinauf zum barocken Schloss und Park Belvedere mit Orangerie und weitem Blick auf Weimar und Umgebung (zurück mit dem Bus);


WILLKOMMEN 🍀 zu GEFUNDEN ! Es gibt so Schönes zu entdecken.
Ich freue mich auf Sie.

Die ANMELDUNG zur MUßEREISE NACH WEIMAR erfolgt ausschließlich beim Frauenreisebüro. Hier geht es zur ausführlichen Ausschreibung und Anmeldung:
➡️ GEFUNDEN – Mußereise in Weimars Kultur und Natur

 

 

MEINE SCHREIBENDE HAND – Veröffentlichung in der “Erziehungskunst” 1/2023

"Entdecke Dich!"Kreatives Schreiben an Schulen, Heidrun Adriana Bomke

Wie kann man leben? Bin ich das Leben? Warum gibt es so viel Druck? Darf ich auch mal sorglos und leicht sein, obwohl alles um mich herum so belastend ist? Wer bin ich überhaupt? Wozu bin ich hier? Wohin geht meine Lebensreise? …
Viele Fragen stellen sich unsere junge Menschen, die während kreativer Schreibkurse den Weg aus dem Herzen in die Hand finden. Für mich ist jeder dieser Kurse in Schulen eine tiefe Erfahrung, da ich direkt mit dem Puls junger Menschen verbunden bin. Schreiben ist Sich-selber-Lauschen und Gehörtwerden, ist Entspannung im Miteinander von Herz und Hand, ist Selbstliebe, ist ein Tor zu einer neuen Kultur. Meine langjährigen Erfahrungen aus Schreibwerkstätten mit jungen Erwachsenen sind nun im Essay “Meine schreibende Hand – Kreatives Schreiben als Schöpferkraft im Unterricht” in der Zeitschrift “Erziehungskunst” Januar/Februar 2023 erschienen. Viel Freude beim Lesen von:

➡️MEINE SCHREIBENDE HAND

Schreibritual am MEER VON PUNTA SECCA_HEIDRUN ADRIANA BOMKE
Schreibspaziergang,Sacrow
Kreatives Schreiben mit jungen Erwachsenen, Heidrun Bomke
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DAS JAHR GEHT … Jahresendgedicht 2022

IM KUSS DES LICHTS 2023, Heidrun Adriana Bomke

Liebe Leserinnen und liebe Leser meines Blogs!

Mit dem Gedicht DAS JAHR GEHT, gerade eben entstanden, bedanke ich mich für eure Treue. Ich hoffe, dass mein “Lebensreiseblog” zu Innehalten, Freude und eigener Kreativität inspiriert hat und es mit diesem Gedicht heute auch tut. Ich wünsche allen einen dankbaren Abschied des Jahres 2022 sowie ein heiteres Beginnen des neuen Jahres 2023!
Wer meine künstlerische Arbeit unterstützen möchte, findet unten einen Spendenbutton.

Eure Heidrun Adriana Bomke 🙏 Dichterin & Lebensreisebegleiterin, 31.12.2022

DAS JAHR GEHT

Das Jahr es geht.

Es legt sich
so scheint mir
langsam auf den stillen Grund
wo alles ruht.

Mein Lauschen in die letzte Nacht.
Ein Käuzchen hält gemeinsam mit mir Wacht.
Sein Ruf.
Ich hör ihn wie ein langes Flehn:
Das Jahr es mag nun wahrhaft gehen.

Wie jedes Jahr wird es dies tun.
Das ist der Weltenlauf.
Ein Wind erhebt sich kraftvoll schon
Das Leben hört nicht auf!

Es ist das Jahr wo mir das Herz
gar manchmal ward ganz wund.
Das Jahr wo meine Tränen fielen
fielen auf den tiefen tiefen Grund.

Die Wunde heilt.
Sie heilt wie alles heilt
vom Hohen Lied der Liebe
das uns klingt aus heller Weltentiefe.

Das Jahr es geht.
Es legt sich
so scheint mir
langsam auf den stillen Grund
der alles nimmt der alles gibt.

Das ist die alte alte Kund.

© Heidrun Adriana Bomke

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“Die Begegnung” – Zum neuen Jahr

Schreibritual Punta Secca_Heidrun Adriana Bomke


Liebe Leserinnen und liebe Leser meines Lebensreiseblogs!


Wir schreiben den 2. Januar 2022.
Ich wünsche Euch allen ein neues Jahr voller Wandel, Wärme & Liebe, voller Begegnungen, Hoffnungen & Freuden, voller Natürlichkeit, Weite & Freiheit und voller Vertrauen & Verbundenheit!
Dann bleiben wir auch gewiss als Menschen gesund oder gesunden wieder!

Ich grüße meinerseits mit einer lebensleichten Geschichte. Sie heißt:

Die Begegnung

Eine ganze Weile hatte er mit dem Gedanken gespielt, seinem Verlangen nachzugehen und sich hinter der gelben Hausecke vor der Bar zu verstecken. Kommt sie, diese Frau? Jeden Morgen hatte er sie beobachtet. Wie sie über die sonnenweiße Piazza lief. Es war einfach schön, sie anzusehen. Sie schien das schon warme Sonnenlicht zu trinken. Beinahe war sie noch ein junges Mädchen. Aus den Augenwinkeln sah er ihre schlanken Beine, ihren wippenden Schritt, mit dem sie dem Meer zuflog wie der weiße Reiher, der unweit auf den Steinen landete. Vielleicht war es ja albern in seinem Alter, doch er konnte nicht anders als verliebt lächeln. Beide waren sie wohl Frühaufsteher. Er liebte es, sich im ersten Sonnenschein vor dieses ebenerdige Appartment am südlichen Meer zu setzen, an einem wackeligen weißen Plastiktisch Espresso zu trinken und noch halb schlaftrunken die ersten Worte in den Laptop zu tippen. Und so bemerkte er, wie er anfing, auf sie zu warten. Würde sie wieder kommen, wie gestern auch? Und so kam sie allmorgendlich beinahe auf ihn zugelaufen. Allerdings ohne ihn zu bemerken. Einmal hatte er sich ein Herz gefasst und sie angesprochen, als sie dicht an ihm vorbeispazierte. Ist schön, so zu spazieren!, hatte er wie beiläufig dahingesagt. Si si gab sie, kaum überrascht, zur Antwort. Dabei war es geblieben. Er sah sie immer nur morgens. Für den Rest des Tages verschwand sie.  Lesen Sie mehr »

GRANITA DI GELSI CON LA PANNA!

Punta Secca,Schreibreise,Heidrun Adriana Bomke

Granita di Gelsi …

ich lasse das Wort über meine Lippen fließen, auf meiner Zunge zerlaufen …

GRANITA DI GELSI CON LA PANNA.

Schon war es Herbst am Meer von Punta Secca und Marina di Ragusa. Schon fegte der Scirocco um die Meeresecken. Schon bogen sich die Palmen. Schon lief ich in ein wild schäumendes Herbstmeer. Schon sprachen die Sizilianer vom “brutto tempo”, vom schlechten Wetter bei 20 Grad.
Wir standen Schlange vor Testzentren. Meine Freundin sagte “Halt durch!”, als ich wieder am Flugplatz von Catania saß und die Stadt fast abgesoffen war unter einer Sintflut. Es regnete lange. Sie ernteten ihre Oliven. Petra brachte 27 Liter aus der Ölpresse nach Hause. Ich bekam eine Holzkiste mit Orangen, limoni und Olio Extra Vergine di Oliva von Giuseppe aus Ribera, der mir schrieb: “Madonno mia, non si smette a piovere! Mein Gott, es hört nicht auf zu regnen!”

Madonna mia!
Ja, das kann man in diesem Jahr nicht laut genug sagen. Doch mein Lieblingswort ist es nicht geworden. Nein. Denn unübertrefflich groß, fruchtig, etwas pelzig, leicht, nur eine Spur bitter und im Miteinander mit der wahrhaft göttlichen Sahne vom “Caffè delle Rose” in Marina di Ragusa einfach nur himmlisch
ist

GRANITA DI GELSI CON LA PANNA!

Ich schmecke sie noch immer: Maulbeergranita mit Sahne! Es war der himmlischste Genuss in diesem Jahr 2021, das nicht unbedingt ein Jahr der dolci war. Noch nicht einmal zu überbieten von den gerade eingetroffenen Pasta di Mandorla meines cavaliere. Nein. Mehr ist nicht zu sagen. Ich sage es mir ständig, hier am Rande Berlins, wo es mir den Geschmack verschlagen:

GRANITA DI GELSI CON LA PANNA!!!

Punta Secca,Schreibreise,Heidrun Adriana Bomke
Granita di gelsi con la panna, Caffè delle Rose, Marina di Ragusa

©Heidrun Adriana Bomke

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MEIN HERZ | Poesie

Heidrun Adriana Bomke_Herzgewächs

Heidrun Adriana Bomke · HerzpoesieDiese Poesie “MEIN HERZ”

“traf mich” am Morgen des 15. Januars 2021 in der schwebenden Zeit des Zwielichts während einer Meditation. Ich spürte, dass sie mir Wesentliches sagen wollte und hörte ihr zu. Sie meldete sich auch heute noch einmal und so kamen die Verse einer nach dem anderen zu mir. Im Innern sah ich tief Geheimnisvolles, fühlte so Schönes, so nährend Friedvolles. Ein wertvolles Geschenk.

MEIN HERZ

Mein liebendes Herz
Du schwingst mit dem Lichtwasser des Lebens

Mein Herz mein liebendes Herz
Du ruhst an den alten Wurzeln der Zeit

Mein Herz mein liebendes Herz
Du blaust mit jedem Morgen der mir gegeben

Mein Herz mein liebendes Herz
D
u klingst ganz fein ganz weit

Mein Herz mein stilles mein hüpfendes Wesen
Dein Flügelschlag so leicht

Mein Herz mein liebendes Herz
Du
Meine Wunderblume des Lebens.

© Heidrun Adriana Bomke · Poetin & Lebensreisebegleiterin | TERMINE
15./16.1.2021 · Berlin

Und Ihr Herz, Dein Herz – Wie schlägt es gerade in dieser Januarzeit 2021? Einfach mal lauschen und schreiben: MEIN HERZ

In den letzten Wochen wurde ich öfter gefragt, ob man sich für meine poetischen Inspirationen durch Spenden bedanken kann. Ja, gerne. Herzlichen Dank! Durch Klicken des Spendenbuttons haben Sie die Möglichkeit.

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“Marcello oder Vom wahren Leben” · Auf dem Domplatz von Ortigia

Heidrun Adriana Bomke · Ortigia · Domplatz · wahres Leben

Marcello oder Vom wahren Leben

Sono Marcello. Ich bin Marcello.
So sagt der Gitarrist und Sänger mit dem lockigen dunklen Haar, der mitten auf dem Domplatz sitzt. Es dunkelt bereits auf dieser so wunderbar hellen Piazza. Vielleicht der schönsten der Welt. So erscheint es mir manchmal. Für mich ist sie es. Sie hat Magie. Und die hatte sie vom ersten Moment an für mich. Am 28. April 2011 begann meine Liebe zu diesem Ort. Liebe auf den ersten Blick. L’amore dal primo visto.

Es ist mein 1. Tag nach einem ganze Jahr, das ich nicht hier war in Sizilien.

Hier in Ortigia, dem antiken Fleckchen an der Ostküste Siziliens. Auf der Insel, die mit dem restlichen Syrakus durch zwei Brücken verbunden. Ein Fleckchen am Meer. Ich bin vom Bahnhof mit meinem großen Koffer gelaufen. Den ganzen Weg bis zum B&B „Dei viaggiotori und sognatori“, der Herberge der Reisenden und Träumer. Hier gehöre ich hin. Fast sitze ich im Himmel, in der Via Roma, auf dem kleinen Balkon. Weit unter mir die Menschen an kleinen Tischen in der engen Gasse. Sie speisen im „Le Vin de L’Assassin“ und trinken Wein. Zwischen dem Gemurmel die grelle Stimme eines kleinen Kläffers. Wenn das Meer rauschen würde, könnte ich es hell hören. Es ist nur ein paar Schritte entfernt. Doch es ist sanft und weich und warm, das Oktobermeer, in das ich mich heute gelegt. Lange.

Meer von Syrakus, Heidrun Adriana Bomke
Das Meer von Ortigia im alten Syrakus, Adriana
Dianabrunnen in Ortigia, Heidrun Adriana Bomke, Schreibreisen
Dianabrunnen in Ortigia, Foto Adriana

 

 

Und wie ich hier so durch die alten hohen und bunten Gassen im hellsten Sonnenschein ging, Diana grüßte, die Göttin, und mich traf mit meiner Freundin Marieke und ihrer Tochter Dafne, da kamen mir schon die Worte in den Sinn:

Das wahre Leben

Sie haben etwas mit diesem Fleckchen zu tun, diese Worte und mit einem Urgrund des Seins und tief mit meinem Wesen. „Somewhere over the rainbow“, so singt Marcello. Er hat eine weiche Stimme. Eine Stimme so sanft wie das Oktobermeer. Und da beginnt ES sich wieder in mir zu bewegen und zu regen. Ich beginne zu tanzen. Ganz langsam mich zu wiegen. Es stehen Menschen da um den Sänger herum. Kleine Kinder fangen an zu hopsen. Endlich hopsen, so lese ich auf ihren Gesichtern! Endlich hopsen nach dem lange Stillsitzen beim Essen. Die Mütter, die sizilianischen, stehen etwas erstaunt und steif daneben oder versuchen sie wegzuzerren Doch das geht nicht! Die Kindern wollen hopsen. Wie ich auch! Dann kommt ein Walzer und La vien rose und und und. Ich bin noch zaghaft in meinem Drehen. Bin wohl etwas aus dem Takt gekommen …? Doch die Kleinen ziehen mich mit.
Paare gehen vorbei. Herausstaffiert für den Abend. Langsam bildet sich ein Kreis von Menschen um den Musiker, der da sitzt und singt und spielt. Genau das ist er. Sono Marcello. Ich bin Marcello.

Da sehe ich hinter mir ein Liebespaar.

Sie halten sich in den Armen und wiegen und drehen sich. Nichts, gar nichts anderes gibt es für sie. So jung sind sie, so jung und so schön und so glücklich! Ganz unverstellt und frei. Ja, fühle ich. Ja.
Dieses lebendige JA!
JA!

Es gibt es, das wahre Leben!
Den Augenblick der natürlichen Lebendigkeit.

Wie ich nun hier so sitze und schreibe, da spüre ich ihn deutlich. Das Stimmengewirr unter mir wird noch lange nicht verebben und mich in den Schlaf brummeln. Und wer weiß, vielleicht lässt sich auch das Meer hören? Der Abendstern zwinkert mir zu und ich höre, was er mir sagt. Wir haben eine Geheimsprache miteinander.

Immerhin ist dies hier das Meeresfleckchen, wo mir das Gedicht „Wo das Licht wohnt“ – „Dove abita la luce“ geschenkt wurde. Diese Silben sind ein Manifest für mich: Das Manifest vom Wahren Leben.

Und diese Worte, diese Lieder, unerwartet heute Abend auf der Piazzo Duomo in Ortigia, in Siracusa, haben mich tief daran erinnert:

Sono Marcello. Ich bin Marcello.

Grazie.

©HeidrunAdriana Bomke · Ortigia, Siracusa am 11. Oktober 2020

Pusteblumen … Junipoesie

P u s t e b l u m e n  …

Tausend Pusteblumen

Fallschirmchen schweben durch die Luft

Ich liege lang ausgestreckt im grünen Juniduft

Sogar Grillen höre ich musizieren

Nachtigallen ihr helles Liedlein tirillieren

Froh hebt der Juni seinen Zauber an

Ich bin so neugierig

Was er wohl alles noch bringen kann?

Mit diesem Gedicht wünsche ich allen einen zauberhaften Juni!

© Heidrun Adriana Bomke, eure Dichterin mit dem Übermut!

Ja, ich habe diesen Traum

Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensJa, ich habe diesen Traum und ich träume ihn
mit offenen Augen.

Sie lächeln und sie weinen. Sie schauen ins Blau. In die hohen Spitzen der Bäume. In den Himmel. Schauen auf die Erde. Auf das grüne Gras. Auf die Enten, die da sitzen. Auf die Hunde, die hurtig vorbei flitzen. Sie schauen auf die weiße Möwe, die gerade über mir fliegt. Auf den bunten Schmetterling, der sich flügelleicht wiegt. Meine Augen. Sie schauen weit über das Meer, das am Horizont sich neigt.
Schauen dahin, wo alles sich zeigt.

Ja, ich habe diesen Traum und ich träume ihn mit offenen Augen.

Sie lächeln und sie weinen. Sie schauen zu den Kindern, die gar fröhlich toben. Sie freuen sich am Wind, am Duft der Morgenluft. An des Meeres hohen Wogen. Am Rauschen der Blätter, am Blütenduft. Sie lächeln und sie tanzen sogar. Sie leuchten manchmal gar wunderbar. Meine Augen. Sie senden einen Lebensgruß und geben manchmal ganz beiläufig einen Kuss: dem traurig schlurfenden Alten, der bitter enttäuschten schmallippiggrauen Frau, dem Straßenmusicus.
Meine Augen. Sie reinigen sich oft im Tränenfluss.

Sie finden auch dich und schauen dich an:

Kennst du sie, diese Sehnsucht, diese Lebendigkeit, diese Kraft, diese Liebe, die vom Herzen in die Augen steigt? Deiner Seele die Lebensfreude verleiht? Eine Sehnsucht,
die Dein Herz in wachsenden Ringen umkreist?

Ja, ich habe diesen Traum und ich träume ihn mit offenen Augen.

© Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke,Poesie des Lebens-Lebendig schreiben
Heidrun Adriana Bomke