Wind im Haar


Ein leichter Lebenswind
du fühlst dich berührt
alles lächelt in dir
mühe-los …

Dr. Heidrun Adriana Bomke ⋅ Poesie des Lebens
Poetin ⋅ Lebensreisebegleiterin ⋅ Literaturwissenschaftlerin

Leben als Wandlungsgeschichte

Meine Lebensreise ist vor allem eine Wandlungsgeschichte. Davon möchte ich hier ausführlich für alle erzählen, die sich für meine Gestaltwerdung interessieren, weil Leben eben Lebendigkeit ist und nicht nur eine Bildungsreise. Wie ich zu Wissen über mich selbst gekommen bin, wer ich bin, wie ich einer inneren Spur folge. Möchten Sie weniger lesen, dann schauen Sie unter Kurzvita zu meinen Lebensstationen .

Sich dem Weg hingeben und sich wandeln, das hat mich zu dem Wesen werden lassen, das ich heute bin: Eine (meist) freie, lebendige, kreative und sich liebevoll verbunden fühlende Frau, Mutter, Poetin, Literaturwissenschaftlerin und Lebensreisebegleiterin. Ich empfinde mein Leben als eine anhaltende Entdeckungsreise mit viel Lernen, Ausprobieren, Erfahrungen machen, mit einigen Veränderungen, individuellen und gesellschaftlichen Brüchen, Krisen, Aufbrüchen, kreativem Wachsen bis hin zum Entdecken eines lichtvolleren Lebens in Leichtigkeit und Vertrauen. Meine 2. Heimat Sizilien hat mir seit 2011 so viel Öffnung und Liebe gebracht. Oder: Ich habe mich allem anders geöffnet.

Lebendigkeit, Natur, Liebe … Lebenstanz

Ich liebe das Lebendige. Die Menschen, die Tiere, den Wind, die Sonne auf der Haut, den Wechsel der Jahreszeiten, das fließende Wasser eines Flusses, spielende Kinder, das Tanzen, Fahrradfahren, Wandern, Drehen, Schaukeln, das Schwimmen im glitzernden Meer, auf Brücken zu stehen. Seifenblasen und bunte Luftballons. Das Hinausgehen. Den Lebenstanz! Und das, so scheint mir, war schon immer so. Früher spielten wir als Kinder „Feuer und Wasser“ – heute sind es die Lebenselemente, die mich beheimaten: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Früh erlebte ich diese tiefe Verbindung mit dem Kosmos. Ich fühlte schon als Mädchen die Kraft in den Bäumen, den Quellen und der Erde. Deren geheime Mystik. Sah das Bornhäuschen. Ja, ich sah viel. Das Leben der Tiere. Die Schafe und Schäfer … Auch das, was nicht gleich sichtbar war. Ich erkundete später die Elemente des Lebens zwischen Ost und West, Nord und Süd. Bei Vollmond und Neumond und Sommer wie winters. Welche Dimensionen.
Ich bin in einige Länder gereist. Russland, damals war das noch die Sowjetunion, Polen, Tschechien, Ungarn, Bulgarien … von Norwegen bis Kanada. Weite Landschaften und immer traf ich mich selbst. Das schien mir wenig in die Wiege gelegt. Geboren 1959 und aufgewachsen in den Wäldern und Wiesen Thüringens in einer Familie mit drei Generationen unter einem Dach, kam ich zunächst nicht weit … Schlitten, Fahrrad, Wandern, Schwimmen. Und ich sah viel menschliches Leben um mich herum. Ich beobachtete frühzeitig, wie jemand ist, was er tut, sagt, wie sich alltägliches Leben gestaltet und wandelt. Leid, Trauer und Freude lagen für mich als Kriegsenkelin sehr dicht beieinander. Enge und Weite, Fremd- und Selbstbestimmung auch. Und auch Weihnacht und Christkind, Meininger Theater und Märchen, Zigarrenfabrik, Werra, Wiesen und Dampfeisenbahn.

Sehnsucht …

Meine tiefe Sehnsucht war immer da: Hinauszugehen, zu entdecken! Freiraum und Freude zu haben. Ja, sie zulassen dürfen. Sie sich gestatten. Sie erfüllte sich langsam, diese Sehnsucht. Leistung war lange Lebenszentrum. Viel Pflicht und Arbeit. Nein, nicht immer mit einer Schwere verbunden. Ich forschte gerne. Tiefe liegt mir. Ich arbeitete sehr gerne mit Studentinnen und Studenten. Ich bin eine authentisch lebendige Lehrende. Unlebendige Strukturen jedoch engten mich ein: Druck, Ideologien, Dogmen, Machtgehabe, Konkurrenz und das Verstecken von viel Lieblosigkeit hinter systemtheoretischen Wissenschaftsparadigmen. Und es war auch eine Überforderung im Gesamten. Welches Frauenbild trug ich in mir? Das Vereinbarkeitsmodell von Berufstätigkeit, Ehe, Familie, Kinder, Haus … Dazu forschte ich dann u.a. in der Interdisziplinären qualitativen Biografie- und Transformationsforschung bei Prof. Fritz Schütze. Eine Lebenslehrwerkstatt – ich bin sehr dankbar für diesen Austausch. Sie lehrte mich wissenschaftlich-human den Respekt vor jedem einzelnen Leben in seinen so verschiedenen Zusammenhängen: ob Schriftstellerinnenkarrieren, ob die Erzählungen eines Arbeitslosen oder eines Managers – jedes Leben ist einzigartig. Da begriff und analysierte ich „etwas“, was ich im Alltagsleben als Kind schon intuitiv gefühlt hatte. Und ich übte mich in meinen vielen narrativen Interviews in Distanz und Nähe, übte den  ethnografischen Blick und diese „schwebende Aufmerksamkeit“. Dieses Instrumentarium half mir, auch im eigenen Leben viel zu erkennen. Da waren Bremsen im Außen und im Innen. Es dauerte, sie zu lockern, loszulassen, im Innen frei zu werden und dem Leben wirklich lustvoll die Arme auszubreiten. Was für mich bedeutet, in meine ganz eigene Kraft, meine Leichtigkeit, meinen Lebensstrom zu kommen, der sich kreativ verbinden möchte mit anderen.
Eine innere Spur, der ich über die Jahrzehnte folgte. Als ich 1973 erstmals am Schwarzen Meer war, da tauchte etwas in mir auf … ein weites Bild … eine Vision …

Perlen des Lebens

Krise und Aufbruch – Der inneren Stimme folgen

Meine Professionen als Literaturwissenschaftlerin, Biografieforscherin und Lehrende in vielerlei Art sind Meilensteine. Da ging es um Wissen. Forschen. Um Weitergabe von Wissen. Ich stieg tief  in Lebenszusammenhänge ein. Erkundete in Literatur und Biografien Lebenswelten. Fragte mich auch: Wie komme ich zum Wissen über das Leben? Heute weiß ich, dass sich Wissenschaft und Intuition die Hand geben. Intellekt und Intuition sind sozusagen ein Liebespaar in meinem Leben geworden. Auch Poesie ist entdecken, tief aus der Seele heraus. Eine andere Sprache. Geheimnisvoll.
Auch wenn diese stille Gabe über die Jahre meiner wissenschaftlich-intellektuellen Arbeit von 1986 bis 2004 in den Hintergrund trat, verlor ich sie nie. 2004 stand ich an einem Wendepunkt. Eine tiefe Krise —  ich war total erschöpft und konnte, wollte so nicht mehr weiter leben. Ich hatte viel durchlebt und auch kreiert. Auch viel Schönes. Ich hatte eine Familie gegründet, eine Trennung vollzogen, zwei wunderbare Söhne waren an meiner Seite gewachsen; ich war promovierte Wissenschaftlerin, sollte habilitieren. Ich hatte auch die „Länder gewechselt“, den Übergang in das „gesamtdeutsche“ Leben mit all seinen Facetten … mein Leben war in tiefer Bewegung.
Ich kam wieder heraus aus der Erschöpfung, begleitet und ermutigt sogar, mehr auf mein Potenzial zu schauen. Ab da ging ich anders mit mir um. Fragte mich klarer: Wie möchte ich leben? Was liegt mir wirklich am Herzen? Und was kann ich mit Herz und Verstand in diese Welt bringen? Was tut mir gut? Was muss ich loslassen? Ich fing an, mein eigenes Inneres wirklich anzuschauen. Den Blick von den anderen, die ich beforscht …  zu mir zu wenden. Meine Sensibilität, meine Intuition, mein bisheriges Wissen und meine poetische Sprache überhaupt als Wert wahrzunehmen. Langsam Ja zu mir zu sagen und bei aller Unsicherheit hinauszugehen aus alten Mustern, aus dem Leistenmüssen … in etwas anderes. Ich ließ die intuitiv-poetische, die andere Stimme zu: Ja zu meinem eigenen Schreiben, mein Ja zur Dichterin in mir. Mein Gedicht strömungen von 1993 sehe ich noch heute als ein Beginnen.

Von der Universitätskarriere zur Freiberuflerin

Ich traf eine wesentliche Entscheidung: Ich verließ nach 18 Jahren meine „sichere“ Universitätslaufbahn als Literaturwissenschaftlerin / Biografieforscherin und ging 2005 in die Freiberuflichkeit als Autorin, um meine Sprache, meine ureigene Poesie zu finden und zu gestalten. Ich ließ diese innere Stimme zu. Da war ein Quell in mir! Ich erfuhr im Schreiben an mir selbst die Magie und Kraft der Poesie, die ich durch eine unterstützende Ausbildung in „Poesietherapie und Schreiben als Heilmittel“ seit 2007 auch für andere fruchtbar mache. Und ich hatte so viel in meinem Reisegepäck, das mich beschwerte – Verletzungen, Selbstzweifel, Sorgen … — ich legte es über die Jahre langsam ab. Und ich habe auch viel, das ich verteilen konnte, einweben in die neuen Lebensfäden! Es war mein Ja zu meinem ureigenen Weg.

Poetische Spaziergänge, poetische Reisen, Schreiblustwerkstätten

Ich gründete die Begegnungsstätte „Literarisches Leben“. Sie speiste sich anfangs vor allem aus der literaturwissenschaftlichen und biografieanalytischen Betrachtungsweise mit vielen Vorträgen, Erzählcafés und eigenen biografischen Hörbüchern (erzählBiografien mit Ralf Pierau) etc. Dazu kamen kreative und biografische Schreiblustwerkstätten, erste literarische Reisen und poetische Spaziergänge, die mir und den Spaziergänger*innen in ihrer Verbundenheit von Natur, Lebensrhythmus, Gehen und Sprache eine besondere Freude waren und sind. ich empfand: Genau das ist „meins“! Dazu kam die Freude an der Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern – Malerinnen, Musikern. „Das zweite Paradies“, mein Hilde-Domin-Programm ab 2009, gemeinsam mit der Musikerin Britta Stützer, wurde ein richtiger Erfolg. Ich erlebte, welche Lust ich habe, Lesungen zu gestalten, aus mir herauszugehen, meiner Sprache und Ausstrahlung zu vertrauen und nach und nach auch meinen eigenen Texten. Ja, wirklich Lust! Da stieg ein Gefühl hoch, etwas Halbwildes in mir, das ich schon als Mädchen hatte beim Drehen und Tanzen. Der Kommentar dazu war in der Kindheit oft gewesen: „Übermut tut selten gut“. Zack, Deckel drauf. Lustvoll sein gehört sich nicht. Warum? So viel Angst vor Lebendigkeit, Unkontrollierbarem?

Meiner poetischen Seele Raum geben — wahrhaftig sein

2010, mit 51 Jahren, veröffentlichte ich meinen ersten Gedichtband „an den rändern der tage“ mit Bildern meiner Malerfrendin und Seelenverwandten Hanna Verena Holzhauser. Eine so fruchtbare tiefe Zusammenarbeit. Eine Lebensfreundschaft.

Ich gab meiner Seele endlich ihren eigenen poetischen Raum.
Als Schreibende und gerade in der Poesie und auch im biografisch schreibenden Entdecken bin ich sehr verbunden mit dem „Weltinnenraum“, wie Rilke sagt. Ich ließ es auch zu und langsam die Worte hinaus. Stellte mich vor die Menschen, gestaltete Programme, brachte meine Verse auf den Weg. Erlebte, wie Menschen lauschen, staunen, sich ermutigt fühlen, auch zurückschrecken. Dieses Geworfensein auf innere Bilder, auf Gefühle. Nicht für jeden passt das. Auch das hatte und habe ich zu lernen:
In den richtigen Zusammenhängen arbeiten. Sie finden. Dort, wo ich schätze zu sein und wo Wertschätzung da ist. Da begegnete ich noch einem alten Muster: Der Suche nach Anerkennung, letztlich nach Geborgenheit und Geliebtwerden. Doch das, so weiß ich heute, ist keine Liebe: Anerkennung suchen über eigene Grenzen hinweg. Liebe wächst aus Freude am Sein und Tun, aus Lust, Leichtigkeit und tiefer Verbundenheit. Aus Demut und Wahrhaftigkeit. Wahrhaftig die zu sein, die man ist, die ich bin. Letztendlich ist es eine Liebesgeschichte, die ich über mich erzählen kann. Lesen Sie gerne auch meinen besonderen Lebenslauf, „Mein Leben in Poesie“.
Ich öffnete mich dem Kosmos, so sage ich oft zum großen Ganzen, und mir selbst langsam anders. Gestattete mir mehr Innehalten. Yoga, Meditation, Ayurveda, Atem, Lebensatem, Spaziergänge … Begegnungen mit anderen Übergangsritualen wie indianischen Schwitzhütten, mit Naturheilkunde und Ganzheitlichem; mit Shiatsu, Astrologie, einem Heiler, mit Familienaufstellung, mein tiefes vorhandenes Interesse an Psychologie belebte sich anders. Ganzheitliche Lebens- und Heilweisen begannen mich verstärkt zu interessieren.
Auch die Poesie ist sehr heilsam! Kommt aus dem Lebensganzen. Wo mich die Worte finden. Denn es ist bei mir nicht am Schreibtisch. Schreib- und Lebenserfahrungen sowie vorhandene Wissensbestände geben sich erneut die Hand. Die Begegnung und Zusammenarbeit mit anderen Schriftstellerinnen und Künstlerinnen. Austausch. Ein Netzwerk entsteht.
Ich spürte meine Flügel wachsen … In Pompeji im September 2016 sah ich ein Bild für diesen Prozess: Die Skulpturen von Igor Mitoraj zum Ikarus-Motiv. Ich stand lange da – ein besonderer Moment, wenn plötzlich ein innerer Prozess vor einem erscheint. Auch dieses ewige Angehaftetsein am Vergangenen.

Ikarus flieg!
in Pompeji mit Mitoraj, 2016

 

Mut, nur Mut! Es ging wirklich vom Intellekt mehr in den Körper, in das Fleisch hinein. Nach der totalen Erschöpfung – ich war ganz lahmgelegt, tanzte ich wieder! Sogar auf de Straße, einfach so … und nun bereits mit Frauen während einer poetische Tanzreise, gemeinsam mit Piry Krakow am Ätna. Alles kein Zufall, sondern organische Fügung. Leibliches und Geistiges verbinden sich im Bewusstwerden. Ja, ich durchlebe alle Momente des Wandels auch körperlich. Mein Körper spricht zu mir – erzählt -. Manchmal schreibe ich Dialoge mit meinem Herzen, mit meiner Blase, meinem Kopf … ich spreche mit mir selbst. Das kann Schreiben vor allem!

Aufbruch in den Wechseljahren – Der große Sprung und pures Leben

Nun kam mein großer Aufbruch in den Wechseljahren ab 2009 – ein Abschied vom Familienhaus, noch einmal von einem langjährigen Lebenspartner, das Loslassen der erwachsenen Söhne, letztendlich des Wendlands als Wohnort seit 1999. Ab 2011 das Reisen in den Süden mit dem ganz anderen Erkunden und Schreiben – aus dem Augenblick des Entdeckens heraus — pures Leben geschah! Ich hatte die Kraft und wundervolle Begleiterinnen und Begleiter an meiner Seite. Ermutigerinnen und Ermutiger. Die braucht man im Leben. Ich habe noch heute die Stimme der Astrologin im Ohr: „Da war der große Abrissbagger da. Da kommt so schnell nichts Neues. Das braucht Zeit … Machen Sie ein Auszeit.“ Die Gänsehaut fühle ich auch noch. Ich hatte doch gerade meine Freiberuflichkeit in die Gänge gebracht im Wendland … Vor nicht allzu langer Zeit ein Haus gekauft … Nein, das war nicht „geplant“ gewesen, diese nochmalige sehr starke Transformation. Heute weiß ich: es war dran und es hatte sich lange im Innen angekündigt. Leicht war es anfangs nicht. Doch ich kam plötzlich in die Leichtigkeit hinein …  — als ich wirklich losging. Vertrauen durch Loslassen.
Der große Sprung!

Türöffnerin

Ein Tor ging auf im rechten Moment und ich hindurch. In den letzten sechs Jahren war ich viel im Süden, in Italien und auf Sizilien, zwischen Ätna und Meer. Und sehr viel alleine unterwegs. Führe fast ein schreibendes Nomadinnenleben. Ich lernte die schöne Einfachheit sehr schätzen. Wenig haben, Ballast ablegen. Ein ganzes Haus weg … Nur noch ein kleines Zimmerchen im Norden, wenn ich dort bin. Die Natur genießen.
Öffnung! Die Begegnung im Augenblick. Wenig Konsum. Meinen Lebensunterhalt — nein, ich bin keine Millionärin, „die mal so ein bisschen durch die Welt hoppst“ — verdiene ich genau aus dieser Art des Seins. Es ist essenziell, wesentlich, authentisch, dieses mein Leben im Entdecken. Daraus kommt Vertrauen, Mut und Gestaltungskraft. Auch Demut vor dem Wunder des Lebendigseins.
Noch einmal auch eine Liebesgeschichte, doch diesmal eine andere. Eine andere Liebe — weiter das Herz öffnend. Ohne Drama. Ja, ein wahrlich abenteuerlicher Aufbruch und Neubeginn mit Anfang 50, in den Wechseljahren. Ich lernte italienisch – im Handumdrehen … und verliebte mich tief in diese Insel, in das Leben überhaupt! Die Brücke zwischen Nord und Süd wächst …

„Worte sind reife Granatäpfel“ – Schöpferkraft auf Reisen

Im Gestalten nehme ich also zunehmend Gestalt an. Komme mir näher. Ein Glück ist das – es ist Schöpfung und reine Freude! Ja, leben ist sein und tun. Tun im Sein. Sein im Tun. Nicht immer leicht. Nein, es gilt auch Verunsicherungen auszuhalten. Heilige Leer, Schwebezustände zu überstehen.  Schauen. Weggefährt*innen fragen. Manchmal trifft man sie auch einfach so, bei einer Reise. Spontan. Sich verbinden. Ich machte Familienaufstellungen und Romatanz-Kurse. Erlebte mich immer selbstverständlicher alleine im Unterwegssein. Ganz Italien und noch viel mehr. Über fünf Jahre hinweg. Ich fing an, hier zu arbeiten. Gab erste Kurse, poetische Reisen. Schaffte Verbindungen, Freundschaften. Ich überlebte wie durch ein Wunder einen schweren Unfall. Ich kam ins Vertrauen hinein und fühlte: Das Leben meint es gut mit mir! Ich bin beschützt. Ich spürte immer mehr in meine Träume hinein. In die Nacht- und die Tagträume. Ja, sie sind auch „Wissen“, sind Wegweiser. Ich traf auf Sizilien im Traum Hilde Domin 2011. Mir poetische Wegbegleiterin — ihr poetisches Programm „Worte sind reife Granatäpfel“. Heute ist mein Schreibplatz unter einem Granatapfelbaum! ES hat sich ergeben … und verwundert mich fast nicht mehr … Lesen Sie dazu gerne mein Vorwort zu meinem Gedichtband.

Poetessa

Foto Paul Bomke

Zur Grenzgängerin zwischen den Künsten bin ich geworden. Seit 2011 fotografiere ich auch und mache Ausstellungen und Kunstprojekte in Sizilien und Deutschland.  Hören Sie hier ein Interview von Radio Zusa 2015. Ich erzähle über Neubeginn und meine Ausstellung „Wo das Licht wohnt — Poesie in Bild und Wort“ (siehe Projekte) im Frühsommer 2015 im VERDO Hitzacker. Als der Radiosender mich anrief, lief ich gerade an einem sonnigen Junitag durch den Tiergarten in Berlin. Kurz davor hatte ich einen schweren Unfall auf der sizilianischen Autobahn wie durch ein Wunder überlebt.

Ich folge meiner inneren Stimme unter dem freien Himmel in mir.

So entsteht Poesie des Lebens als ein ganzheitlich kreativer Landschafts, – Kultur- und Gestaltungs-Raum. Da steht kein Bildungsanspruch mehr im Vordergrund, nein. Ich möchte nichts „vermitteln“. Es geht um erlebbare Inspiration zu Leichtigkeit, Kreativität und Lebensfülle für Seele, Geist und Körper. Um erlebbare Verbindung mit den Lebenskräften im Augenblick. Das finden Sie bei mir! Für mich war es vor allem zwischen Ätna und Meer auf Sizilien und im Unterwegssein: auf der Piazza, im Café, auf dem Schiff, am Straßenrand … Das Kosmische ist mir seit 2011 Heimat und poetischer Erkundungsraum. Dort finden mich die Worte. Und ich darf sie ernten wie Feigen und Granatäpfel.

2014 folgte wie selbstverständlich mein 1. zweisprachiger Gedichtband „Wo das Licht wohnt / Dove abita la luce“, verlegt in Catania. 2015 dann der 1. Teil meines Reisetagebuchs eines Aufbruchs „Neumond in Syrakus – wo ich bin“. Schauen Sie gerne zu meinen Büchern.

Reisebegleiterin zu sich selbst

unterwegs …

Diese herzvolle Verlebendigung – ich nenne es so – gebe ich im Schreiben, im poetischen Begleiten, im Vorlesen, im Ausstellen … in allen meinen Angeboten hinaus. Eine besondere persönliche Qualität der Offenheit und Authentizität, der Lebensleichtigkeit, der Spiritualität und Gelassenheit. Pures Leben eben!

So bin ich heute Poetin, Lebensreisebegleiterin, Literaturwissenschaftlerin. Ein Stück mehr die, die ich bin und schon immer war.
Wo bin ich zu Hause? Heimat fühle ich da, wo meine Seele in Frieden ist. Und immer mehr ist das der Augenblick, die Gegenwärtigkeit. Der Sonnenaufgang, das Zwitschern der Vögel, ein Lächeln, die Begegnung, das Wort. Ja, das Schreiben. Zwischen Ätna und Meer auf Sizilien, an Weser und Werdersee in Bremen, im Moorland der Künstler, im Tessin, an der Kurischen Nehrung, im Thüringer Wald … mit den Menschen. Mit all diesen vereinten Erfahrungen bin ich eine feinfühlige, offene und ermutigende Lebensreisebegleiterin. Sich ausprobieren. Der Sehnsucht nachgehen. Leichtigkeit und Tiefe vereinen. Die Kreativität in den Fluss bringen und der Welt dieses Geschenk geben.
In den Herzraum des Lebens kommen. Das sind meine Lebensmotive. Poesie des Lebens
Das ist mein Angebot — auch für Sie.
Ein Erwachen.

Noch immer bin ich Reisende im eigenen Leben. Und ich hoffe, das bleibt auch so.
Ja, ich liebe den Wind in meinen Haaren, den warmen Lebenswind der Leichtigkeit und der Liebe.
Und ich bin dankbar und danke allen Weggefährtinnen und Ermutigern.

Foto: Gisela Hein

Ich freue mich von Herzen auf unsere inspirierenden Begegnungen mit Poesie des Lebens

Heidrun Adriana Bomke, 3. Juni 2017