“WORTE SIND REIFE GRANATÄPFEL” – KLP 2019

“WORTE SIND REIFE GRANATÄPFEL”

Begegnungen mit der Dichterin
Hilde Domin

Begegnungen mit Hilde Domin
Lesung / Vortrag · Heidrun Adriana Bomke

Akkordeon · Britta Stützer

K U L T U R E L L E   L A N D P A R T I E   2 0 1 9

Pfingstsonntag, 9.6.19
14 Uhr · Breese im Bruche 6
18 Uhr · Teplingen, Eichenring 6 · Verena Holzhauser

worte sind reife Granatäpfel
Vor 7 Jahren führten Britta Stützer und ich, Heidrun Bomke, zum letzten Mal in Teplingen während der Kulturellen Landpartie unser 1. Hilde-Domin-Programm auf. Es hatte den Titel: “Das zweite Paradies”.

Sieben Jahre sind vergangen. Ich verbrachte davon viel Zeit auf Sizilien. Die Dichterin Hilde Domin war mir manchmal Weggefährtin. Dreimal besuchte sie mich in meinen Träumen. Ihr Gedicht “Worte sind reife Granatäpfel” hatte ich nicht nur in meinem poetischen Dichterinnenschatzkästlein. Es geschah viel mehr. Ich lebte in einem Garten, wo auch ein melograno, ein Granatapfelbaum stand. Ihn bewunderte ich über das Jahr. Ein knorriges stacheliges Bäumchen, das phantastische Blüten hat Granatapfelblüten

und daraus dieses Wunder von Frucht wachsen lässt. Vor meinen Augen sah ich plötzlich das Domin-Gedicht “Worte sind reife Granatäpfel”! Ja, Poesie und Natur gehen Hand in Hand. Inneres und Äußeres vereinen sich. Das ist die Magie der Poesie! Ich durfte so viel davon erleben, spüren, schreiben …!

Worte sind reife Granatäpfel-Programm zur KLP 2019Und sie geht nun weiter ! Wir bringen sie zu euch und Ihnen!
Britta und ich, jetzt hat sich mein Name erweitert durch das italienische Adriana, begegnen der Dichterin HILDE DOMIN (1909-2006) wieder und neu zur KLP 2019:
im Hof Birkenbruch bei Georg Hohenbild und im Garten meiner Künstlerfreundin Verena Holzhauser in Teplingen, wo vielleicht auch die Frösche wieder einstimmen bei:

“WORTE SIND REIFE GRANATÄPFEL”

Wir freuen uns auf alle Zuhörerinnen und Zuhörer –
die Granatäpfel lassen ihre Samen fallen und die Magie der Poesie fliegt durch die Luft …!

Worte sind reife Granatäpfel
Worte sind reife Granatäpfel …

Bei jedem Wetter! Weitere Infos: 0176·56980150
und info@heidrunbomke.de

Mit fruchtigen Granatapfelgrüßen von Heidrun Adriana Bomke Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensWorte sind reife Granatäpfelter dem Granatapfelbaum

© Fotos und Text: Heidrun Adriana Bomke

Und wer paradiesisch schreiben möchte, im Teplinger Garten, der melde sich gleich an:

EIN STÜCK ARKADIEN · Schreibkunsttage in Teplingen am 13. & 14. Juni 2019

Ein Sonntagmorgen in Punta Secca / Sizilien

Leuchtturm von Punta Secca

Ein Sonntagmorgen in Punta Secca / Sizilien

Seit zwei Tagen bin ich wieder hier an der Südostküste Siziliens. Am Meeresfleckchen Punta Secca in der kleinsten der sizilianischen Provinzen, der Provinz von Ragusa. Seit zwei Jahren weile ich nach fünf Jahren am Vulkan Ätna öfter hier am Afrikanischen Meer, dem Canale di Sicilia. Schreibe und begleite Schreibgruppen unter dem Thema:

Sizilien und sich selbst entdecken, die ureigenen Worte wecken!

Lesen Sie gerne mehr über diese sizilianischen Schreiberkundungen und Auszeiten !

“Du zeigst, wie man Wandel leben kann, weil du es lebst!”

(Katrin, Ärztin aus Hamburg, Einzelschreibbegleitung Mai 2018)

Sizilien und sich selbst entdecken - die ureigenen Worte wecken

So komme ich also heute, am 28. April 2019, wieder neu in Punta Secca an. Denn man kommt ja immer wieder anders an einem bekannten Ort an.

Ich gehe sehr früh aus meinem kleinen appartamento, das ich gemeinsam mit zwei Freunden und drei Hunden bewohne. Circa 100 Meter bis zum Meer, an den Weststrand des 200-Seelen-Ortes. Warm ist es, aber der Wind bläst – ein venticello, wie die Sizilianer sagen. Vor mir liegt das weite Meer, blau mit braunen Einsprengseln – es ist bewegt vom Sand. Am Horizont fährt ein Frachtschiff. Ich gehe, bekleidet wie eine Sizilianerin mit Jacke und Schal, durch den Sand in Richtung “Torre Scalambri”. Über allem, als Wahrzeichen von Punta Secca, der weiße Leuchtturm aus dem Jahre 1858. Er zeigt mit seinen Signalen den Schiffen den Weg.

Punta Secca an der Südküste SiziliensPunta Secca, Weststrand

Der “Torre Scalambri” ist einer der vielen alten Befestigungstürme gegen die Angriffe der Piraten entlang der Südküste über die Jahrhunderte.

Für mich wird er diesen Morgen zum Früh-Cafe-Ort. Der Turm ist nämlich eine Bar mit weißen Tischen und Stühlen, geführt von den Schwestern Celia und Carmen. Die eine hat knallrote Haare im Pagenschnitt und dazu einen knallroten Mund. Die andere cappelli ricci, natürlich wild gelocktes Haar und ist ganz ohne Schminke.  Ich freue mich spazierend schon auf die Morgenfrauen. Während ich so gehe, da kommt ein junger Mann mit einem sehr schönen Schäferhund. Sie drehen ihre Morgenrunde und er darf zu mir kommen, um gestreichelt zu werden. Igon, so heißt er. Ich freue mich immer an den Tieren und den Menschen, die sie so liebevoll behandeln. Igon hat wohl ein Morgenbad genommen.

Hier sollte man nicht baden. Es gibt viele Strömungen am Weststrand von Punta Secca.

Das sagten mir die Einheimischen. Ich schlendere, irgendwie bin ich müde. Die Nacht war traumreich und etwas schlafarm. Was steigt mir nicht alles in meine Träume! Doch nun komme ich am Turm, am Torre, an. Es sitzen wenige Menschen da, in der windigen Morgensonne. Hier ist es oft sehr windig. Heute eben ein Venticello, ein kleiner Wind. Kühl. Ich setze mich auf einen weißen Hocker, lehne meinen Rücken an die morgenwarme Kalksteinwand. Habe meine blaue Wolljacke an und das tut irgendwie richtig gut. Ich bestelle einen Cappuccino und mein Cornetto con frutti di bosco, mit Waldfrüchten. Doch die gibt es heute nicht. Ich nehme mit lamponi, Himbeeren, und Yogurt.

Wie ich so sitze und in die Morgensonne schaue, da muss ich weinen.

Ich bin berührt von etwas, was noch irgendwie unaussprechlich. Die Tränen zeigen es an. Berührung geschieht. Manchmal frage ich mich, ob auch andere Menschen diese Momente kennen, wo plötzlich etwas “hochsteigt”, das man noch gar nicht benennen kann???
Ich weiß von meiner Reise, dass es immer bedeutsame Augenblicke der inneren Reise sind. So saß ich mehrmals in den Ätnawiesen, dann im kleinen Hafen von Procida, Procida-kleiner Hafenauch aus Leipzig und vom Elbenstrand kenne ich das Weinen, das mich “überfällt” und nicht zu stoppen ist ♥… ich habe einen Text begonnen mit dem Titel “Wo ich weinte”. Doch jetzt sitze ich hier am “Torre Scalambri” und wische mir die Tränen weg – es könnte ja auch eine Erkältung werden …

Schreiben am Meer von Punta Secca

Andrea Camilleri
Casa di Montalbano

 

Mir gegenüber ein Haus, ein Bed&Breakfast. Die Casa di Montalbano.

Die filmberühmte “Casa di Montalbano”in Punta Secca.

Der Commissario Montalbano ist eine Figur aus den sizilianischen Kriminalromanen von Andrea Camilleri, der an der Südküste in Porto Empedocle 1925 geboren. Dieses Hotel ist mehrmals im Jahr Filmkulisse, denn dann wohnt er dort, der Krimiheld. Schwimmt, geht spazieren in den Sonnenuntergang, vermählt sich, schläft, empfängt Geliebte … jagt die Mafia  – eben alles, was so ein sizilianischer Commissario zu tun hat. Andrea Camilleri entwirft mit seinen Krimis wirklich ein Alltagsbild des sizilianischen Lebens, auch wenn die Filmkulisse vom Regisseur an andere Plätze versetzt wurde, um die schönen Strände und Barockstädte des Südostens der Insel zu zeigen. Manchmal sitze ich auch dort mit Gruppen und lese vor. Beispielsweise aus “Die Frau aus dem Meer” – eine sehr feine Liebes – und Sirenengeschichte. Und einmal kam es schon vor, dass zwei Frauen, die ich 10 Tage in die Poesie der Insel Siziliens begleitet, für wenige Zeit ihre Ferienwohnung im Erdgeschoss des Hotels verlassen mussten, da überraschend gedreht wurde!

Ich überlege, ob ich noch einen Cappuccino nehme – entscheide mich dagegen und bezahle meine 3 Euro für Getränk und Cornetto. Das ist schon relativ teuer – der Durchschnittspreis liegt bei 2,50 €.

Ich kenne alle Caféorte in Puntasecca, da ich eine Cafeschreiberin bin.

Schreibend am Torre Scalambri in Punta Secca

Punta Secca-Schreiben am Meer

Dieses Vergnügen kommt aus dem Moment heraus. Oft schreibe ich zur Hand, dann manchmal mit dem Laptop. So sind meine Reisetagebücher entstanden – eine Sammlung von Augenblicken!

Ist nicht das ganze Leben eine solche Sammlung von Lebensmomenten?

Für mich: Ja!
Es ist eine Reise. Eine Aneinanderreihung von Erfahrungen. Und aus dieser Sammlung, die manchmal ganz unverhofft entsteht und manchmal über Jahrzehnte sehr geordnet daher kommt, kommt die Lebendigkeit, kommt das eigenen gelebte Leben! Wenn es uns gelingt, es zu leben und nicht in der Vergangenheit, beständiger Erinnerung, in Drama und Starre zu verharren! Als Biografieforscherin durfte ich das immer wieder sehen – diese Formung von Lebenslinien und Wendepunkten, die man auch schreibend vor sich hinstellen kann.

Ich gehe heute weiter, ohne zu schreiben, und treffe Irene und Filippo mit ihren beiden Hündchen. Wir sprechen über das Auto, das sie mir geliehen und das ich am 12.5. zurückgeben werde. Dann gehe ich weiter zum porticello, dem kleinen Hafen von Punta Secca. Wie erwartet treffe ich Giuseppe und den Hund Leo und andere Männer, die ich kenne. Sie fragen mich nach meiner Hündin Neringa, die alle mochten und ich erzähle die berührende Geschichte … – und dass sie nun bei den Stadtmusikanten in Bremen wohnt!
Sie sitzen jeden Morgen und jeden späten Nachmittag hier und öfter sehe ich meinen Vater unter ihnen – er täte ihm gut, dieser kleine Hafen mit seinen vielen Geschichten und Gerüchten …!

Come stai? Wie geht es dir? Perchè sei vestita cosi? Warum bist du so angezogen?

Ja, ich bin wirklich eingehüllt in viel Kleidung bei der Sonne. Noch vor einem Jahr war ich bei diesen Temperaturen sommerlich gekleidet. Mein Körper hat sich so schnell umgewöhnt.
Bald beginnt die Thunfischperiode. Ich erinnere mich, wie ich bei Silvia und Giuseppe den Tonno gegessen habe und auch die Ricci del mare, die Seeigel mit pasta. Pures Meer im Mund, das war das Grundgefühl. Und dann die Tintenfische! Ich habe sie selbst zubereitet. Viel durfte ich lernen von den Sizilianern.
Ich gehe weiter, den Weg, den ich immer mit Neringa von Caucana gekommen. Hier begegnet mir niemand. Ich weiß auch gar nicht, wie spät es ist … ichPunta Secca am Südstrand komme vorbei an den Kalksteinen, wo wir immer gespielt und gehe bis zum Ende, zu der Bucht, wo ich gebadet. Die Hündin kam immer ein kleines Stückchen mit, erinnere ich mit einem Lächeln. Dann lief sie am Strand entlang und erwartete mich. Heute setze ich mich auf einen großen Stein am Ufer und mache etwas Yoga. Aus Richtung Casuzze kommen um die Meeresecke wenige Menschen. Freundlich gestimmt.

Bei der Meeresfrau vorbei

auf dem Rückweg. Oben der alte Stuhl, wie ein Meeresbalkon. Ich setze mich, lege die Beine auf das Geländer. Schaue in die Meeresweite. Sehe die Augen der Frau vor mir, die hier mit Mann und zwei Kindern und dem kleinen Hund wohnt, der so genüsslich vor sich hin badet. Valeria ist nicht nur von dieser Welt und sie spricht immer von der Freiheit, die sie hier gewonnen, am Meer! Wir sind uns ähnlich … Wie das leben enen sowieso zu den Begegnungen führt, die man braucht, um weiterzugehen …

Unter dem freien Himmel in mir!

Und letzten Somemr sah ich sie mit dem alten Holzboot hinausfahren, mit ihrem Mann, den Pizzaiolo. Wie sie da im Boot waren, da dachte ich an Philemon und Baucis, die Alten aus dem “Faust”.

Morgenmeer in Punta Secca_SizilienHeidrun Adriana Bomke in Punta Secca, SizilienDann der Weg am Strand zurück zum Leuchtturm, zum kleinen Hafen. Vorbei am “Sand”, wo mir Antonio zuruft:

Ciao Adriana, ben tornata!

Willkommen Adriana!

Und dann sehe ich endlich Silvia sitzen und neben ihr der Straßenhund Pecorella, um den sie sich so liebevoll kümmert. Das erwärmt mich richtig. Wir sprechen darüber, was wir erlebt: ich in Deutschland und der Schweiz an acht verschiedenen Orten; sie vor Ort in Punta Secca. Eine herzliche Umarmung – ci vediamo – wir sehen uns.

Ich gehe über die neue weiße Meeresterrasse. Nun tummeln sich schon Familien. Stände sind aufgebaut. Ich sehe den alten schmalen Tunesier mit seinen Kleidern, aber Anna aus Modica fehlt – es ist noch zu früh. Doch nicht für

Il bacio di Zefiro

Image result for Il bacio di Zefiro, Punta Secca

Mein 1. Eis in Punta Secca kaufe ich mir in dem kleinen Eisladen, der den geheimnisvollen Namen hat:
IL BACIO DEL ZEFIRO. Ich weiß, was er bedeutet. Dahinter versteckt sich eine Legende vom Westwind, die mir der Besitzer erzählte. Heute sieht er müde aus und ich kaufe mir ein kleines Pistazzieneis. Ganz grün. Auf dem Rückweg schleckere ich das Eis … setze mich noch etwas in den Sand und gehe nach Hause in die Via Antonio Segni. Beim nächsten Mal genieße ich eine Granita. Was das ist???

Wollen Sie vielleicht auch an diesen schönen Orten schreiben, Augenblicke sammeln?

Sizilien und sich selbst entdecken und die Geschichte von der Meeresfrau, der Granita und vom Westwind hören … sich selbst erkunden,

Dem bisherigen LEBEN EINE AUSZEIT GEBEN, ein Aufatmen, Leichtigkeit erleben.
Kraft tanken und Öffnung finden!

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

Regenbogen in Punta Secca
Foto: Peppe

Kommen Sie einfach mit – die nächste Schreiberkundung wartet schon vom 19.-26.10.2019

Sizilien und sich selbst entdecken – die ureigenen Worte wecken!

Ihre Heidrun Adriana Bomke, die Autorin mit dem Übermut!

©Text & Fotos, Heidrun Adriana Bomke

 

 

 

Auferstehung an Ostermontag

Heidrun Adriana Bomke, Übermut tut gut! Hörbuch unterwegs in den Süden

Auferstehung an Ostermontag

Das ist ein Auszug aus meinem Hörbuch “ÜBERMUT TUT GUT! – Unterwegs in den Süden”, Reisetagebuch 2011-2017. Ich erzähle, wie ich “ein Kreuz ablege”, den Ort am Ätna verlasse, den ich sehr liebte und noch immer liebe, auch einen Menschen lasse, den ich mochte. Es hat mich zuletzt beschwert und mir nicht mehr guttat. Das war ein Prozess von ungefähr einem Jahr. Ein Bewusstwerden, ein Gehen durch den Schmerz, denn er gehört dazu wie auch die Trauer beim Abschied. Und dann auch das: Mit Klarheit und ohne faule Kompromisse, ja, mit Schwung gehen!

Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gut

Auferstehung geschieht immer wieder neu in meinem Leben!

Meine Erfahrungen zeigen mir, dass Auferstehung immer wieder neu geschehen darf. Ich darf es mir erlauben, aus dem Leiden, aus dem  Schmerz, aus der Tiefe … heraufzukommen. Ja, ich darf und muss es tun! Das ist meine Lebendigkeit – Wandel im Innen, der bei mir sehr viel auch mit Bewegung im Außen zu tun hat – das ist

Schreiben am Meer

Lebensreise!

Erleben Sie den Schwung des Wandels, die einfache und so natürliche Kraft bei Schreibreisen auf Sizilien 

und in Deutschland mit “Ein Stück Arkadien”

Viel Mut und Vertrauen wünsche ich!

Heidrun Adriana Bomke, die Frau mit dem Übermut!

 

Bei R.M. Rilke auf dem Chateau de Muzot

Chateau de Muzot

Bei R.M. Rilke auf dem Chateau de Muzot

Chateau de Muzot – das klang mir immer schön im Ohr. Nach dieser so friedlichen Begegnung am Grab wollte ich nun spüren, wo Rilke seine letzten Jahre von 1921-1926 verbracht hatte. Der Weg von Raron nach Muzot. Nur eine Station mit der Bahn. Aussteigen in Sierre / Siders. Dort gibt es die “Fondazione Rilke” und ein Museum. Mich interessiert das Steinhaus, der Turm, wo er wohnte bis zum Dezember 1926. Zeitweise mit seiner Freundin Baladine Klossowska und deren Söhnen.

Ich gehe die Straße nach oben in Richtung Veyras.

Die junge Frau im Touristenbüro sagt, dass es ein Fußweg von ca. 30 Minuten ist, es ginge auch ein Bus. Das Grundstück sei privé. Ich möchte nur die Atmosphäre wahrnehmen. Ich fühle ja selbst schon lange, wie Landschaften den Schöpfergeist beeinflussen. Dieses Ineinandergehen von Schöpfung!
Also gehe ich immer die Hauptstraße nach oben. Um mich herum zur Rechten unglaublich schöne Berge!

Die Walliser Alpen!

Im Licht reiht sich einer nach dem anderen auf und immer scheint noch ein höherer mit Schnee bedeckt aus dem Hintergrund hervor. Diese Berge strömen Weite aus und sie haben irgendwie eine magische Anziehung. Zu meiner Linken Weinberge über Weinberge. Wo bin ich nur? Im Wallis, wo kleine alte Häuser stehen mit kleinen Fenstern und viel Holzfassaden und neue moderne Häuser auch. Es ist schon südlich hier – ein bisschen “Piazzagefühl” kommt in mir auf. Ich laufe froh weiter und frage nochmal Bauarbeiter. Gebaut wird viel. Sie kommen aus Mazedonien und sprechen französisch. Mein Italienisch hilft etwas. Also immer hinauf. Links um die Kurve. Dort kommt mir eine charmante Frau entgegen, die ich nochmals nach dem Chateau Muzot frage. Sie spricht auch etwas deutsch und sagt, dass es nach dem Kreisverkehr gleich nach rechts gehe und ich sei dann da. Doch es sei eben privat – privé.

Chateau de Muzot
Eingang Chateau de Muzot

Kommen Sie doch mit in den Garten!

Ich sehe den Steinturm. Wie ein Quader. Ein altes Steinhaus mit einem Holz-Balkon. Ich kenne es von den Fotos. Rilke und seine Geliebte auf dem Balkon in meiner Fantasie.

Rilke in Muzot
Rilke auf dem Balkon in Muzot

Heute ist der Balkon leer. Auf dem Weg darunter sind Tafeln aufgestellt und informieren über den Dichter. Ich gehe zum Tor und da steht, wie erwartet, das Schild privé. Ich sehe Bäume in Blüte und einen schönen Garten. Setze mich auf die Wiese hinter dem Haus und genieße den Blick … Kämme mich, trinke Wasser und freue mich. Mache ein Selfi aus lauter Lust – es geht mir so richtig gut hier. MuzotPlötzlich Geräusche hinter mir. Da kommt ein Mann und bringt Gartenabfälle. Schaut mich freundlich an und fragt etwas, wiederum französisch … – ich spreche italienisch und wir verstehen uns. Ich erzähle, warum ich da bin und da sagt er:

Komme doch einfach mit in den Garten, da kannst du alles besser sehen!

Voilà, das Leben beschenkt mich wieder!

Wir schlüpfen durch eine kleine Seitengartenpforte ohne das Schild prive.
Wie gut, dass ich mich vorher gekämmt habe! Nun stehe ich unter dem Rilke-Balkon.
Miguel ist der Gärtner. Vielleicht in meinem Alter? Doch seit ich über 50 Jahre bin, kann ich das nicht mehr recht einschätzen … – Er ist ein überaus charmanter und liebenswürdiger Mensch, der mich einfach spazieren lässt und seine Arbeit weitermacht.

Chateau de Muzot

 

 

 

 

 

Ich stelle meine Sachen ab und gehe in jeden Winkel des Gartens. Da gibt es diese bemooste Bank in einem Winkel – da saß sehr lange niemand. Dann der Ginkgo-Baum, 100 Jahre alt …

“Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen … doch probieren will ich ihn …!”

Ginkgo in Muzot

 

Muzot-Garten

Miguel kommt zu mir. Wir schauen beide in die Berge und ich frage, wie hoch die sind.

Über 4000 m! Mindestens 3.500 – ich staune weiter. Majestäten, so nehme ich sie wahr. Wie schon in Raron, wo einer der Berge ein Bärengesicht hatte. Miguel erzählt mir auch, wem das Anwesen heute gehört: Reinhart von Winterthur. Und dazu gehören auch all die Weinhänge und viel des umliegenden Landes. Die Familie komme wenige Zeit im Jahr, manchmal kämen Freunde. Der sehr sympathische und interessierte Miguel fragt mich noch, wo ich die Nacht schlafe … – ich lächle und sage ihm, dass ich wieder zurückfahre … – vielleicht sollte ich spontaner sein? Der Gedanke amüsiert mich  …

Wir verabschieden uns mit “tutte cose belle” – jaja!

Ich gehe wieder durch das kleine Gartentor hinaus. Er winkt nochmal und gießt weiter. Gegenüber ist die kleine Kapelle St. Agnes.

Rilke soll sie einmal finanziell unterstützt haben. Oder einer seiner Mäzene. Auch das muss man erstmal können, sich so durchs Leben bringen, ohne Furcht und Skrupel, denke ich und sehe den Dichter noch einmal vor mir auf dem Balkon. Chapeau, chapeau!

Ich gehe langsam die Straße nach unten. 

Sehe, wie gegenüber auf den Serpentinen Autos den Weg nach oben finden. Im Winter muss das gefährlich sein. Doch jetzt ist Frühling – es ist südlich warm und überall wird der Wein gepflegt. Trocken muss es hier sein, so mit diesen vielen Bergen. Vor mir spaziert ein älterer Herr mit Stock.  Ein Bonjour, das ich erwidere. Flanieren, das geht mir nach – ich bin eine “Flaneuse” oder auf dem Weg dahin!
Ich werde wiederkommen und sicher nicht alleine! Und ich werde nun endlich französisch lernen – mit dem Italienisch im Gepäck geht es leichter!

Wieder hat sich etwas Neues aufgetan. Nur Mut.
Ja, man weiß, wohin man gehen soll, im Innen und Außen, indem man geht!

Heidrun Adriana Bomke, die reisende Autorin mit dem Übermut! · 17.4.19

 

 

 

Luzern – Richard Wagner und die Erbfolgen

Luzern-Tribsche terrasse

Luzern – Osterspaziergang und Richard Wagner

Ostersamstag, den 20.4.19, Tribsche Terrasse – Richard-Wagner-Museum Luzern

Ich gehe aus dem Tribschen Haus auf der Höhe über dem Vierwaldstetter See in Luzern.

Im Hof und Garten ein Ausflugscafé. Einfache Holztische. Holzstühle mit originellen runden Kissen. Ich sitze auf einer Limone. Kleine Kiesel unter den Fußen. Man hört alle Schritte. Die Bedienung ist freundlich, jung und unkompliziert. Über uns hellgrün blühende Bäume und die Pracht der Magnolien – der leichte Wind bläst die Magnolienblätter herab.

Das Schwyzerdütsch gleitet an meinen Ohren vorbei.

Mir gegenüber ein älteres Ehepaar mit einem Eis. Ich verstehe „genau“ nur „nein“ und mehr nicht. Am Nebentisch ein junges Paar mit einem Baby. Der Papa hat es liebevoll in einem Brusttuch auf seinem nackten behaarten Oberkörper. Ich muss immer wieder hinschauen. Es berührt mich. Vorhin wurde mir auch klar, wie gut es ist, die kleinen Menschenkinder so mit sich zu tragen. Sie sind ja die Bewegung und menschliche Wärme gewohnt von ihrer Zeit im Bauch. Wusste ich das, als ich meinen 1. Sohn mit 27 Jahren bekam? Doch Wissen und Tun sind nicht immer deckungsgleich. Es gibt noch den Instinkt und die Intuition.

In mir wogen noch die Eindrücke des Museums – Richard Wagner gewidmet, der hier in der Tribschen Villa von 1866-1872 wohnte.

Wagner ist mir bis heute fremd. Manchmal fühlte ich den Bann dieser gewaltigen Zyklen und gerade weil sie so gewaltig für mich waren, konnte ich nicht hinein. Ich blieb eher abgeschreckt oder erschreckt davor. Vielleicht fehlt mir einfach der Zugang zu seiner Genialität. Denn genial muss er gewesen sein für solche Musik.

Nun ging ich durch die Räume. Viel Wille und viel Größe und viel Musik und auch Zartheit, wenn ich List anschaute und die Darstellung der Brünhild aus der “Wallküre” – solch eine Enttäuschung im Gesicht.

In der Sonderausstellung zu Siegfried Wagner dann die aufgereihte Ahnenreihe – da gehe ich hinaus.

Dynastien, welcher Art auch immer, sind nichts für mich. Dafür habe ich keine Anlage. Noch nicht einmal für kleinere Familiendynastien. Nie hat mich mein Stammbaum interessiert. Vielleicht ein Mangel. Ich habe kein Standesbewusstsein. Hat das etwas mit Selbstbewusstsein zu tun? Neiin, für mich nicht. Mir mangelt nichts bis heute. Wie ich hier sitze in der Natur als Schreibende bin ich schon ahnungsvoll.
Immer wieder scheint mir bei solchen Überanstrengungen hervor, wie schnell eine Überhöhung zu Machtwillen deformiert und dann möglicherweise zu Druck, Zwang, Abwertung, gar Gewalt.
Wagner als Nationalheld – „Der Ring der Nibelungen“ als Nationalmythos. Die Nähe Siegfrieds und seiner Frau zu Hitler. Woher kommt das alles, dieses größenwahnsinnige Beladensein?

Das „Darstellenwollen“ und das „Darstellenmüssen“.

Die Villa „Wahnfried“, der Nationalismus, der Anti-Semitismus, der Anti-Feminsimus. Die Überhöhung der Mutter, der göttlichen Liebe als Mythos, der Nibelungentreue.

Ludwig der II. fühlte sich als Regent genau davon gerufen. Mäzenatentum.

Als ich im ehemaligen Kinderzimmer von Siegfried stehe, da erschrecke ich doch. Dunkel muss es hier gewesen sein für den endlich männlichen Nachfolger. Ein traurig-zusammengekniffenes, fast abwesendes Gesicht sehe ich neben dem stolzen Vater.

Siegfried lebte als hochbegabter Mensch das Künstlertum und die Homosexualität und seine Rolle als Erbfolger auch. 1930 bewahrt ihn der Herzinfarkt vor dem Machtantritt der Nationalsozialisten? Was wäre aus ihm als Homosexueller geworden? So viel Ambivalentes. Fassade und Essenz.

Die „Siegfried-Idylle“ erreicht mich beim Hören in ihrer Zartheit. Da fühle ich verspielte Liebe.

Dann hinaus aus dem irgendwie machtvoll engen Haus.

In die Weite des Gartens, der Wiesen. So blau ist der Osterhimmel und so viele Osterspaziergänger schmücken die grüne Landschaft mit dem See.

Die junge Kellnerin meint, dass ich höchstens drei Wochen brauche zum Schyzerdütsch und dann hab ich es kapiert. Ich bin nur eine Woche hier und werde immer wieder fragen: Wie bitte?

Unten das Tönen des Dampfschiffs, das gerade ablegt.

Heidrun Adriana Bomke, die reisende Autorin mit dem Übermut · 20.4.19, Luzern

Zum Grab von R.M. Rilke in Raron

Zum Grab von R.M. Rilke in Raron im WallisHeidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

Gestern, am späten Vormittag des 17. April 2019, kam ich mit meinem Begleiter aus Luzern in Raron im Wallis an. Lange hatte sich dieser Besuch im Innern in mir vorbereitet. Nun ging ich endlich auch im Außen auf die Reise zur letzten Heimat des Dichters.

Die Fahrt nach Raron

Früh mit der SBB in Luzern los. Luzern Ich fahre durch die Schweiz. Draußen fliegt nasses Frühlingsgrün vorbei. Stromleitungen, Industriebauten auch hier. Ein Tunnel. Kühe, denen die Knochen fast aus der Haut treten. Nochmal Tunnel … Mein Kopf saust. Jetzt Felder mit Stoppeln und rotbrauner Erde. Weidenkätzchen und weiße Blüten. Vielleicht Kirschen. Ein Silo. Ich rolle. Draußen ein Mann mit Hund. Ich lege den Kopf an die Scheibe und für ein kleines Weilchen auch in meiner Erinnerung auf die ruhige Brust meines Geliebten … auch ein Kraftort.
Fallenlassen alle Wertungen – einfach fahren. Gegenwärtig. Ich schreibe Haikus

Weites grünes Land
weiße Spitzen huschen und
Hunde hüpfen froh

Um zu erfahren, wohin du gehen sollst, musst du gehen, sagte jemand. Ja, so ist das für mich.

In Bern umgestiegen und ab da gestaunt, ja gewundert …

über die Berge, das Grün. Berner Oberland. Dann in Thun. Erinnerungen. Da war ich schon einmal mit meinem jüngeren Sohn und mit Freunden vorbei gefahren. Wir waren im Ski-Urlaub in Saas da Grund. Wann war das? 2001? Eine glänzende Erinnerung steigt aus dem Schatzkästlein meines Lebens in mir hoch. Wieder sehe ich die silbern glänzende Landschaft um uns herum. Fast entrückt kam sie mir vor. Märchenhaft transzendent. Ich sagte damals zu Max den Satz:

“Hier müssten wir aussteigen und bleiben.”

Und er:

“Warum machen wir es nicht?”

Das war eine sehr weise Frage. Damals habe ich wohl geantwortet:

“Wir müssen nach Hause, du hast Schule und ich muss arbeiten. Der Urlaub ist zu Ende.”

Oder sagte ich gar nichts und wir verstanden uns auch so? Heute, was würde ich heute tun, wenn damals heute wäre? Spekulation. Vermutlich gingen wir beide aus dem Zug und schauten uns um …
Wie schön, dieses poetisches Schatzkästlein meiner Lebensreise, das sich heute weiter füllen wird mit liebevollen Augenblicken, mit Weite und Feinheit und Tiefe. Mit Natürlichkeit und unglaublichem Frieden.

In Bern setzt sich eine Frau zu mir.

Leider kann ich sie kaum verstehen. Berner Dialekt. Sie lächelt etwas über mein Staunen und freut sich irgendwie mit. Die Aare fliegt vorbei. Überall Flüsse.

Sie erzählt, dass sie sieben Jahre im Wallis gearbeitet hat und mindestens einmal im Monat zurückkehren muss. “Das Wallis hat fast immer Sonne”, so sagt Olga. Sie liebt diese Landschaft. Wir verstehen uns irgendwie sofort. Wieder eine solche Augenblicks-Begegnung. Dann erzählt sie von der Alm, sie ist Almerin von Juni bis September. Harte Arbeit, die sie noch zwei Jahre machen wird. Dann pensioniert. 34 Kühe und 1 Stier. 7 Ziegen, vor allem zur Freude der Familien mit Kindern. Schafe und Käse und zwei junge Helfer. Sie wirkt rundlich, fast ohne Falten und ganz froh und zufrieden. Tut gut diese Frau.. Wir fahren an Spiez vorbei bis Visp. Sind schon im Rhonetal.

Rilke-Grab Raron
Rhonetal bei Raron

Dort steigen wir um und es geht genau eine Station zum Rilke-Ort Raron. Dort ist hoch oben sein Grab.

Rilkes Grab an der Kirche von Raron
Rilkes Grab an der Kirche von Raron

Angekommen in Raron

Ich stehe auf dem Perron. Hinter mir rollt es. Ich drehe mich um und mich durchfährt ein Riesenschreck: Lauter Panzer rollen durch diesen kleinen Ort, Richtung Süd. Panzer mit Tarnnetzen überzogen. Das will  nicht in mein Bild passen! Und ist doch da. Diese Parallelität des Lebens. Ich sage es laut: “Panzer! Hier!” Mein Begleiter sagt, wohl witzig gemeint: “Mit den Deutschen kommen gleich die Panzer.” Ich schweige, versuche, es durch mich hindurchlaufen zu lassen. Für einen Moment denke ich: “Heini.” Dann lasse ich es sein mit dem Werten … – hat alles seinen Sinn, das glaube ich. Als Rilke 1921 ins Wallis kam, hatte er den 1. Weltkrieg erlebt. Alle diese Schrecken und Demütigungen. Hier suchte er Frieden und erlebte erneut Schöpferkraft. Vollendete die “Duineser Elegien” und die “Gedichte an Orpheus”. Hier, an der alten Kirche von Raron, hat er zuerst das Licht und den Wind der Walliesischen Landschaft erlebt. Hier möchte er begraben sein. Was dann am 2. Januar 1927 bei eisiger Kälte geschieht. Am 28.12.1926 starb er.

Rilke-Gran
Rhonetal Raron

Ich gehe nun gegen 11 Uhr über die Brücke der Rhone. Eingebettet im Tal zwischen wundervollen Bergen auf der einen Seite und dem Dorf mit den steinigen Hängen auf der anderen. Beim Bäcker einen Cappuccino und eine Schnecke. Ehe ich den Mund aufmachen kann, hat die junge Frau schon einen Haufen Kakao auf den Kaffee gekippt. Ich mag das nicht! Nehme die Tasse trotzdem und sage draußen in der Sonne: “Ich mag das nicht! Ich habe doch Cappuccino und nicht Schokolade bestellt!” Mein lieber Begleiter protestiert sofort und klärt mich auf: “In der Schweiz ist das eben so. Du bist in der Schweiz, in einem anderen Land!” … und so zeigt sich wieder einmal, wie schnell man ins Missverstehen kommen kann … Ich mag doch auf der ganzen Welt keinen Cappuccino mit Kakao!

Nun den Berg hinauf zu Rilkes Grab

Ich spüre bei jedem Schritt, dass es wunderbare Augenblicke sind – der rechte Moment, wie man so schön sagt: Frühlingserwachen mit so viel Himmel und Weite – dieses poetische Leuchten des ewigen Lebens! Mein Inneres verbindet sich mit der landschaft, die Gedanken gehen. Und ja, ich gehe alleine, habe meinem Begleiter gebten, dass wir getrennt gehen. Ich brauche diese Muße für mich. Seit zwei Jahren lese ich noch einmal intensiv den Dichter und er wird mir mit seinen Worten Begleiter. Dieses ” es geht darum, alles zu leben …” – er hat über den Wandel geschrieben, er hat ihn tief erfahren, den so ungewissen künstlerischen Weg. Und er hat sich auch immer wieder gerettet, indem er zu sich selbst hielt.

Und dann komme ich oben an einen Kraftplatz; Besser: an einen Friedensort. Noch jetzt, beim Schreiben, strömt es in mir. Unbeschreibbarer Frieden.

Rilke-Grab Raron
Am Rilkegrab · Foto: Schuler
Rilke-Grab mit Rosen
Rilke-Grab mit Rosen
Rilke-Grab
auf dem Weg zum Friedhof
Rilkes Grab

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als dann noch ein Gleitschirm über mir schwebt in dieser Landschaft, da durfte ich den Weltinnenraum (Rilke) noch einmal spüren:

Wo nach Rilkes Auffassung das Selbst wie ein Vogel zwischen Himmel und Seele fliegt.

Raron Rilke
Schweben im Tal von Raron

 

Ich wünsche allen Frohe Ostern mit einem bunten poetischen Osterspaziergang und einer Auferstehung – immer wieder!

OSTERSPAZIERGANG

© Heidrun Adriana Bomke, die reisende Dichterin

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“Übermut tut gut” in Bremen!

Heidrun Adriana Bomke, Übermut tut gut! Hörbuch unterwegs in den Süden

“Übermut tut gut” in Bremen!

Ein besonderer Leseabend endete für mich am 4.4.19 um 22 Uhr in der Bremer Neustadt in der Buchhandlung Buntentor .

Die ehemalige Drogerie, die durch Sven Odens und sein Team seit zwei Jahren ein frischer Buchraum geworden ist, war gut gefüllt zur Frühlingslesung “Übermut tut gut!”. Wein, Bier und Wasser standen auch bereit und ich freute mich auf die Begegnungen mit den Menschen. Ernste Gesichter kamen herein, wie meist.

Was mag so ein Zuhörer denken? Vielleicht: Was erwartet mich da?

Ich schaue die Menschen an, die vor mir sitzen. Eine Frau sieht sehr traurig aus. Eine andere eher resigniert. Wieder eine andere sehr gefasst. Dazwischen ein älterer Herr mit lebendigen Augen. Sie lachen mich an. Die Distanz ist mit dem 1. Gedicht überwunden, das ich auf dem Fußweg zur Lesung geschrieben:

Silbergrauer Abend
Zwitschernd kühle Luft
In den knospenden Zweigen träumt schon
der Frühlingsduft.

Poesie ist Magie! Wie auch die Reisebeschreibungen in meinem Hörbuch: Authentisch und pur.

Unter dem freien Himmel in mir

So heißt es an einer Stelle meines Reisetagebuchs und Hörbuchs. Ich gebe dieses Sprachbild in die Runde. “Totale Öffnung”, so sagt der Herr mit den lachenden Augen und breitet die Arme aus. “Aufatmen”, so traut sich eine fein gekleidete Dame. Ja, davon erzählt mein Buch – vom Weg in die Freiheit, in den Augenblick des Atmens, des Seins. Von den Urelementen des Lebendigen!

mein Weg am Strand von Punta Secca

Ich bin sonst ein nüchterner Mensch

sagt eine Frau mit schöner Haartracht am Ende der Lesung – eher des Vortrags, der performance. Denn ich spreche frei, binde Gedichte und Hörbuchauszüge ein, Stille und Atem und auch die Zuhörerinnen. So verlebendigen sich die Ereignisse noch einmal.
“Ich bin sonst ein so nüchterner Mensch, doch mir kamen bei Ihrer Lesung die Tränen. Das ist sehr besonders für mich.”
Ich danke der Frau, dass sie darüber spricht. Von sich erzählt. Wir reden von äußeren und inneren Bewegungen. Vom Wachsen. Eine Frau spricht von ihrer Tochter, die bei Catania lebt. Für sie war der Abend eine Wiederbegegnung mit der wundervoll kraftvollen und lichten Insel.
Eine andere stimmt ein.
Und so kommen wir ins Gespräch über unsere Leben, unsere Erfahrungen und unsere Gefühle.

Zwischen Etna und Meer

Wie schön ist es sich zu fühlen?!

Berührung, nenne ich es. Berührung mit dem Herzen. Die Kruste fällt ab. Der Zensor, der uns auf unsere ratio reduziert. Die soll ja auch nicht abgeschafft werden. Verstand und Herz gehen Hand in Hand. Geist, Körper und Seele vereinen sich. Doch mir scheint, dass die Krusten über den Herzen fest sind. Schutz, Angst, Notwendigkeit? Ungewöhnlich ist es wohl oft sich vom Gefühl her als Mensch zu offenbaren. Doch da fragt mich der ältere Herr mit den lachenden Augen:

Darf ich Sie umarmen?

Die Frage kenne ich nur aus Italien. Da heißt es “Posso baciare?” – Darf ich küssen?
Dieser Mann umarmt mich fest und herzlich. Er teilt seine Gedanken:

“Es ist gut, dass Sie uns Ihre Erfahrungen erzählen und uns ermutigen, Übermut zu haben. Ich las den Titel und wusste, dass ich komme. Wie kenne ich die Umkehr: Übermut tut selten gut! Wissen Sie, ich bin so ein Hanseat, so gefasst. Vielleicht schaffe ich es nicht mehr, doch dieser Abend hat mir gutgetan.”

Und Herr K. gibt mir auch noch einen Kuss auf die rechte Wange. Ich erzähle ihm vom italienischen Brauch mit den beiden Küssen. Er sagt: “Nein, das kenne ich nicht.” Ja, klar, das ist zu viel des Guten!

Wie funktioniert solch eine Schreib-Reise mit Ihnen?

Das wollen einige wissen. Ich erzähle vom schreibenden Unterwegssein, von der Vielfalt des Entdeckens:

SIZILIEN UND SICH SELBST ENTDECKEN – DIE UREIGENEN WORTE UND LEBENSKRÄFTE WECKEN! (bitte klicken)

Und manchmal braucht es einfach den MUT, etwas Neues zu beginnen – es gibt immer den berühmten 1. Schritt! Eine AUSZEIT.
Damit fing es bei mir genau vor 8 Jahren an! Da landete ich am 5.4.11 52-Jährig in Catania und etwas ganz Offenes, Ungewisses, Abenteuerliches, Unsicheres, Wunder-volles, Gewandeltes … nahm seinen Lauf!

ÜBERMUT TUG GUT! – WANDLUNG WAGEN!

Ich kann es gar nicht genug sagen. Denn dann wirken die Kräfte der Liebe, der Schöpfung!
Und an diesem besonderen Begegnungsabend in der Buchhandlung “Buntentor” in Bremen, da passiert auch noch etwas Einzigartiges. Das Leben zeigt allen, wie gut es ist, Mut zur Veränderung zu haben. Sich ein Herz zu fassen. Dass es einem hilft, das Leben, wenn wir auf dem Pfad der Liebe sind, des Wachsens.

Schreiben am Meer

Unter den Gästen ist die sizilianische Hündin Neringa

Sie kam mit ihrer Familie, die um die Ecke in der Möckernstraße wohnt. Ich begrüße Sie berührt und von Herzen. Wir haben eine gemeinsame Geschichte. Neringa lief mir am 4.12.16 in den Ätnawiesen auf 1.500 m Höhe hinterher. Sie war winzig klein. Kaum 2 Monate. Ich nahm sie an, obwohl ich in diesem Augenblick gar nicht wusste, wie ich das machen sollte! Das Leben und liebe Menschen halfen mir. Über 2 Jahre hinweg. Wir lebten lange zusammen und dann reisten wir gemeinsam mit Schiff und Bahn von Punta Secca an der Südküste Siziliens in Etappen bis nach Bremen! Diese besondere Reise wird immer in meinem Lebensgepäck sein wie auch diese Wiederbegegnung. Denn im November 2018 spürte ich, dass es so nicht mehr geht: nicht für sie und nicht für mich. Und ich bat um Hilfe, schickte meinen Wunsch in den Himmel … – und uns wurde geholfen. Natürlich tat ich etwas dafür, doch wesentlich war der innere liebevolle Entschluss und Wunsch, Veränderung zuzulassen und in Liebe loszulassen!

Liebe wirkt in allem – öffnen wir ihr unsere Herzen!

Was führt meine Hand
Spuren wie feinkörniger Sand
Schreibt es sich ein
Aus dem Leben ins Leben hinein

Heidrun Adriana Bomke · Bremen am 6.4.19 · Heidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

Neringa und Adriana
Hundeliebe
Wiederbegegnung

Besuch der Worte – Zum Welttag der Poesie am 22.3.

wo die Worte wohnen - Poesie

“Jahresklang” heißt mein  Gedicht, das beginnt:
“Schlummernd noch murmelt das Jahr sein Lied …” – hört es gerne nochmal und vielleicht bleibt ein Vers, der besonders gefällt! Lauscht auf den Klang, lauscht auf die Gefühle, die sich in euch regen.

Besuch der Worte

Am frühen Morgen besuchen mich die Worte
kaum aufgewacht sind sie schon wieder fort

Ich frag sie noch
Woher kommt ihr? Wo ist der Ort?

Sie kichern leise tänzelnd
wispern und sind wieder fort!

21.3.19

Woher kommen die Worte? – Zum Welttag der Poesie am 22.3.

Als Dichterin frage ich mich das. Zum Welttag der Poesie, der jedes Jahr am 22.3. ist. Und nicht nur dann. Worte der Poesie jenseits der Alltagsworte kommen aus einem anderen “Raum”. Doch woher?
Sie besuchen mich jeden Tag und ja, oft am Morgen, wie ich im lustvollen Dialog mit den Worten schreibe. In dieser Sphäre zwischen Traum und Tag … gerade die Dichterworte sind von einer großen Zartheit. So tief und flüchtig zugleich. Sinnlich, natürlich, oft leicht wie ein kleiner Sonnenstrahl auf der Nase kitzeln sie. Sie formen sich in Herz und Hand.
Ich spüre, dass ich sie einsammle. Ihnen Gestalt gebe.  Sie wohnen nicht in mir – oder sie sind als Erscheinungen und Empfindungen da: im Großen und Ganzen, in der Weltenseele, dem Weltinnernaum wie R.M.Rilke sagte und im “großen Chor”, wie es im Gedicht “Jahresklang” heißt.

Ich habe die Gabe, Poesie zu spüren und zu materialisieren.

Möge sie mir erhalten bleiben. Ich bin so dankbar, die Poesie des Lebens einsammeln und in die Welt geben zu können. Poesie bleibt immer auch Geheimnis, wie die Dichterin Hilde Domin in ihrem Gedicht
“Worte sind reife Granatäpfel” schrieb.

Granatapfelblüten
Foto: Adriana

Hilde DominLeben ist Poesie

für mich. Als Dichterin lebe ich in einer besonderen Wahrnehmungswelt. Sie ist sehr fein, lebendig, leicht, still mit Natur und Herz verbunden und ein großer innerer Raum voller vielfältigster Wahrnehmungen. Sie ist hochsensibel und möchte beschützt werden. Sie möchte tanzen und fliegen und geerdet werden. Sie ist kein Diskussionsraum. Sie ist einfach da. Ein Hinausgehen aus der Alltagswelt und ein Zurückführen in Gestalt der poetischen Früchte. Dahin, wo wir uns alle versammeln können: In der POESIE des LEBENS.

Ist nicht alles Lebendige voller Poesie, voller Schönheit, Freude, Vielfalt, Verwandlung?

Jeder kleine Vogel, der Ästchen für sein Nest zusammenträgt? Die Wolken, die sich im Wasser spiegeln? Die Knospe, die aufgeht und zu Blüte und Frucht wird …? Der Mensch, der gerne lebt … einen anderen berührt …

Jean Paul schrieb: “Poesie ist wie ein Duft, der sich verflüchtigt und in der Seele die Essenz der Schönheit zurück läßt.”

Hilde Domin meinte: “Poesie ist ein großes Glockenläuten, damit alle aufhorchen”

Sich entfalten im eigenen Rhythmus ist Poesie

Poesie bleibt, wie das Leben im Kleinsten auch, Geheimnis. Manches kann man spüren im Innehalten. Erahnen, sich öffnen, mutig sich offenbaren und zeigen. In der Poesie kann man nichts “umlügen”, wie Domin sagt. Es geht um Wahrhaftigkeit. Nicht umsonst nennt man die Poesie die subjektivste der Gattungen. Man spricht von sich. Und gleichzeitig vertraue ich, gebe ich die Gedichte hinaus, auf ein Gegenüber, einen Hörer. Am liebsten lese ich direkt vor den Menschen. Ein poetischer Raum entsteht, in dem Worte berühren und Menschen sich dadurch beruhigen, leise werden, in sich hinein horchen, sich spüren …  – man kann diese Energie einatmen. Es wächst aus dieser schöpferischen Gestaltung Schönheit.

Poesie gibt mir die größte innere Freiheit und Weite

Sie verbindet mich mit all dem Kleinen und Feinen und Wunderbaren des Seins und bindet mich so wie von selbst in den großen lebendigen Rhythmus ein. Dafür bin ich so dankbar. Genießen Sie noch einmal zum “Welttag der Poesie” mein vorgelesenes Gedicht “Jahresklang”. Es drückt auch meine poetische Verbundenheit mit dem Leben aus: mein Einstimmen “in den großen Chor”.

Viel Freude beim Hören! Und:

Schreiben Sie auch Ihr Gedicht! Einfach so – federleicht. Heidrun Adriana Bomke

JAHRESKLANG

© Heidrun Adriana Bomke · Dichterin, Literaturwissenschaftlerin, Biografin und Lebensreisebegleiterin
Aufnahme: Patrick Penot Musikproduktion GmbH Wiesbaden

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vorgelesen – “Will dir den Frühling zeigen”

Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gut
· Aufnahme: Patrick Penot Musikproduktion GmbH Wiesbaden

will dir den Frühling zeigenIch wünsche allen einen magischen Frühlingsbeginn!

ERLEBEN AUCH SIE DIE MAGIE DER POESIE!
Lesungen, schreibend unterwegs …


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Zum Beispiel Christa Wolf — literarisches Kalenderblatt

Heidrun Adriana Bomke-Hörbuch Übermut tut gut

Zum Beispiel Christa Wolf

Gestern, am 18.3., dachte ich einmal wieder an die Autorin Christa Wolf. Es war ihr Geburtstag – am 18.3.1929 ist sie in Wartenberg geboren – und irgendwie hat es sich mir tief eingeprägt, dieses Datum.
Mir, dem Thüringer Kind, dem Mädchen aus Ostdeutschland, der DDR-Frau- und späteren Literaturwissenschaftlerin, Biografieforscherin, heutigen Autorin und Lebensreisebegleiterin.
Ich habe meine literarische Sozialisierung genauso mit Christa Wolf erlebt wie mit Grimms Märchen und Tolstois Anna Karenina und Zolas Nana und Ditte Menschenkind und dem Meininger Theater und Tschingis Aitmatow … den Volksliedern meiner Vorfahren, den Weihnachtsliedern und den kleinen Gebeten am Abend, Goethes Osterspaziergang und Scholochows Menschenschicksal … – und eben sie.

Christa Wolf – Berührung

Ja, es berührt mich etwas im Innern, wenn ich an die Autorin denke, die ich auch persönlich kannte. Sie hatte eine Eigenschaft, die ich sehr schätze: Wahrhaftigkeit. Die Suche nach Authentizität in ihrem Schreiben – sie sprach von “subjektiver Authentizität”. Ein Jahrzehnt schon habe ich ihre Bücher nach Jahren der Vermittlung in Lehre und Forschung zur Seite gelegt, verschenkt …, doch ein paar sind noch in meiner Reisebibliothek. Letztmalig sprach ich zu ihr an der Universität von Catania (Sizilien) – es war im Juni 2012. Da war sie bereits ein halbes Jahr tot, die weltbekannte deutsche Schriftstellerin Christa Wolf.  Wer mag, schaue einmal auf meine Vortragstätigkeit. Manchmal braucht es Pausen. Auch das Vergessen. Neues nimmt Platz, so viel Südliches, Italienisches, Sizilianisches … – und ich spüre, dass auch sie nochmal und anders Platz nehmen wird in meinem eigenen Schreiben, das auch ein Erinnern einschließt. Ein Neu-Sehen.
Ich erinnere heute vor allem ein Buch, das mich sehr früh berührt hat:

Nachdenken über Christa T.

Eigentlich ein melancholisches Buch, wie viele ihrer Bücher, die sie im Balanceakt zwischen eigenen Erfahrungen und eigenem Erkennen sowie einer großen Utopie geschrieben hat.
Christa T. – da bläst eine junge Frau Trompete, findet ihren Ton. Entdeckt sich als einzeln, besonders – sie wird krank werden und sterben. Doch man vergisst sie nicht, wenn man das Buch einmal gelesen.
Ich war Studentin der Germansitik und Slawistik. Da klang etwas in mir an, das gesellschaftlich nicht verordnet war – dieses individuelle Lebensgefühl. Es gab im philosophischen Wörterbuch der DDR das Wort Individualität zu dem Zeitpunkt nicht. Da keimte etwas in mir auf … heute steht es in voller Blüte:

Das Eigene – Die Poesie des eigenen Lebens

Und ich entdeckte gestern beim Blättern in meinen eigenen vielen Texten, dass ich seit 2004 einen Text zu Christa Wolf geschrieben – eine Collage, wenn man so will – eine Textmontage aus vielen ihrer Bücher, aus eigenen Gedankenfetzen. Und ich habe sie sogar in Sizilien 2011 ergänzt und bin Christa Wolf in Gestalt einer Ausstellung vn Arbeiten der Künstler, die ihre Werke illustrierten oder Eigenes dazu schufen, dann 2015 im Tucholsky-Museum in Rheinsberg wieder begegnet. Unverhofft.
In Erinnerung blieb mir das Gefühl, dass Wolfs Bücher und diese Kunstwerke zu meiner Geschichte gehören. Sie beschweren mich nicht mehr – sie sind.
Und ich habe die Illusion der Vollendung abgelegt, dieses Große, Allwissende, auch Dominante, Bessere … – alle Utopien. Nein, danke!, das sage ich laut und deutlich.

Machen wir menschliche Entwürfe von uns selbst – wagen wir lebendig und friedvoll zu sein

Hier könnt ihr ihn lesen, meinen Text zu Christa Wolf (einfach klicken):

begreifen, dass wir ein entwurf sind – für christa wolf

Heidrun Adriana BomkeVon Herzen

Heidrun Adriana Bomke, die Frau mit dem

Wind im Haar

Hier geht es zu meinen Büchern.

Nächste LESUNG am 4.4., 20 Uhr in Bremen