Meeresgedichte aus Punta Secca · Sizilien

Meeresgedichte, Heidrun Adriana Bomke

Solch ein Spätsommer am Meer von Punta Secca in Sizilien!
Da kamen durch die Wellen daher zu mir die

MEERESGEDICHTE

So süßes sonnigliches Träumen
streift Sandwind mein Haar meine Haut
weiße Wellen schäumen
zu meinen Füßen werden Burgen gebaut.

Mein Gesicht meine Lippen mein Leib
alles ruht spätsommerwarm
so süß so weich ganz ohne Erwartung
ausgebreitet wie im Traum.

9.10.19

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Buben
blond und ganz gebräunt
bestaunen die weißen Morgenwogen
sie rennen hinein!

Manchmal sehe ich nur die Köpfe
die Hände sammeln wohl Muscheln fein
und die kleinen Stimmen klingen
sie laden zum lustvollen Leben ein!

10.10.19

Heidrun Adriana Bomke, Punta Secca

 

 

 

 

 

 

 

Weißer Reiher

Am schäumend plätschernden Meeresrand
sitzt er
ich seh ihn kaum am Wellensaum.
Grazil stakst er daher.
Mal hüpft, mal fliegt
mal tänzelt er fein.

Ein weißer Reiher
mit schwarzem Gebein.

So lang wie die Beine scheint auch der Schnabel zu sein.
Blitzschnell stößt er ins Wasser und schlingt’s dann hinein:
ein Fischlein
ein Krötlein
eine Krabbe so klein.

Nun macht das weiße Wesen Mittagsruh.
Ich schaue ihm beim Federputzen zu.
Jetzt breitet er sein leuchtend Gefieder aus
und fliegt zu seiner Gattin nach Haus.

11.10.19

Punta Secca im Südosten Siziliens.

Hier begleite ich auf SCHREIBREISEN.
Inspiriere, sich dem Leben hinzugeben. Zu fließen, die eigene Kreativität zu wecken, die eigene Poesie zu berühren im Schreiben und Staunen und Entdecken im Innen und Außen.

Lesen Sie gerne mehr über die Schreibreisen nach Sizilien.
Dahin, WO DAS LICHT WOHNT!

Nächste Termine: 28.12.19-4.1.20 (Punta Secca) / 30.5.-6.6.20 (Syrakus) / 13.-20. Juni 20 (Punta Secca)

© Dr. Heidrun Adriana Bomke  Posie des Lebens-Lebendig schreiben

 

 

 

Ätnaausbruch am 1.10.19

Ätnaausbruch, Heidrun Adriana Bomke

Ätnaausbruch am 1.10.19

Wieder am Ätna. Eine Woche Ende September, Anfang Oktober 2019. Und der Vulkan, er begrüßt mich mit seinen Kräften! Maga Ätna, die Zauberin Ätna ist am Wirken. Tief in die Feuer- und Erdkraft fühle ich mich geschleudert und gestellt. Unterwegs mit meiner Freundin Petra. Ich bin wieder begeistert und voller Demut angesichts dieser Elementar-Kräfte, die ich seit 8 Jahren erkunde und bestaune.

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensIch rufe der Maga Ätna mein Gedicht zu!

Ätnaausbruch, Heidrun Adriana Bomke
Ätnauasbruch am 011019

Ätnaausbruch_Heidrun Bomke
Ätnaausbruch
Heidrun Adriana Bomke

 

 

 

 

 

MAGA ÄTNA

Bist eine Zauberin

mein Berg

spuckst Feuer und Asche

bläst weiße Wölkchen wie Luftballons

ins blaue Himmerlszeit!

Ich winke allen zu, zwischen Ätna und Meer und grüße aus Sizilien!

Ätnaausbruch_Giardini Naxos

Giardini Naxos

© Foto & Text: Heidrun Adriana Bomke · Posie des Lebens-Lebendig schreiben www.heidrunbomke.de

Ätnaausbruch_011019
Ätnaausbruch_011019

spinnwebfein · vorgelesen zum Altweibersommer 2019

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensHeidrun Adriana Bomke · Lebensreiseblog

 

Altweibersommer, Heidrun Adriana Bomke

Ein poetischer Gruß von Dr. Heidrun Adriana Bomke
Dichterin · Literaturwissenschaftlerin · Biografin · Lebensreisebegleiterin

Möchten auch Sie die Poesie entdecken, im Rhythmus der Natur und mit Freude schreiben, im Licht sein? Lesen sie mehr über meine SCHREIBANGEBOTE, auch nach Sizilien, dahin, wo das Licht wohnt!

TERMINE

© alle Rechte für Text und Bilder bei der Autorin; Vervielfältigung nur mit Genehmigung

Sommerduftende Zeit – Poesie

Naturgedichte, Heidrun Adriana Bomke

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensS o m m e r d u f t e n d e  Z e i t

 

Kamille im Haar

fahr ich auf dem Deich zur Elbin

hin zum kaum noch fließenden Fluss

Auf dem Wege grüße ich dich Artemisia

schöne zarte Wilde unter den Weiden

zauberst du

zauberst mir den Duft auch unter die Füße

So streif ich verwunschen durch die spinnwebfeinen Wiesen

Dr. Heidrun Adriana Bomke,Schreiben,Berlin

finde mich wieder unter meiner Eiche mit dem offenen Herzen

Heidrun Bomke

die mir leise fächelt

d a s   e r s t e   m ü d e   B l a t t

© Heidrun Adriana Bomke

Möchten auch Sie Gefühle und Erfahrungen IN LANDSCHAFTEN MIT POESIE entdecken?

Kommen Sie mit zu Schreiblust und Schreibreisen!

Heidrun Adriana Bomke · Poesie des LebensTERMINE

Worte sind reife Granatäpfel – Hilde Domin zur KLP 2019 – Impressionen

Heidrun Adriana Bomke

Worte sind reife Granatäpfel

so schrieb Hilde Domin, die Dichterin (1909-2006) und so gaben die Musikerin Britta Stützer und ich die poetischen Worte und die Musik wie ein Geschenk an die Menschen zur Kulturellen Landpartie im Wendland weiter. Öffneten den Granatapfel und ließen die Samen fallen.

Ja, Poesie und Musik gemeinsam erreichen die Herzen der Menschen. Da ist Magie am Werke. Es entsteht ein besonderer Raum voller Liebe und Sanftheit und Herzenskraft und Wahrheit. Ich glaube an die Worte der Dichterin Hilde Domin:

“Gedichte wenden sich an die Unschuld eines jeden, an das Beste in ihm: an seine Freiheit, er selbst zu sein.”Heidrun Adriana Bomke

 

 

 

 

“Nochmals vielen vielen Dank für die wundervolle poetische Stunde. Das war ein perfekter Moment.
Bei Sonnenschein Ihrer schönen Stimme mit tiefgründigen Texten und dazu der schönen musikalischen Begleitung lauschen zu dürfen.”
Ehepaar aus Hamburg, 9.6.19, Breese im Bruche

Ja, es war heiß in Breese im Bruche um 14 Uhr auf dem Rasenplatz zwischen den vielen Rosen. Lesen Sie mehr »

Ein Stück Arkadien – Schreibkunsttage in Teplingen – Impressionen

Heidrun Adriana Bomke, Schreibkunsttage

“Ein Stück Arkadien” – Schreibkunsttage in Teplingen – Impressionen vom 13.&14.6.19

Nächster TERMIN: 7.9.19, 13-17 Uhr, darüber hinaus” – Schreibkunsttag im Museum Wustrow Informationen

“Ein Stück Arkadien – ein blinder Wortwechsel”

schrieben die Teilnehmenden im Teplinger Gartenparadies am 13. Juni 2019. Zu Gast bei der Malerin Verena Holzhauser und dem Planetengartenexperten Manfred Brockt. © alle Fotos: Heidrun Adriana Bomke

 

 

 

Meditative Einstimmung im Grün – “Aus dem Kopf heraus” und “Aus dem Herzen heraus” mit genügend Zeit für einen freien Schreibfluss. Worte wie “mäandernder Grünfluss” erfüllten den Gartenraum.

Beim “blinden Wortwechsel” sieht man nicht, was der andere Mensch schreibt.
Und wie viel Gleichklang entstand! Intuitive Führung. Lesen Sie selbst!

“Ein Stück Arkadien – ein blinder Wortwechsel”

1 Ich glaube, es passiert mühe- und schwerelos

2 Dieses Land ist mir Spärenmusik

3 – das Land, wo Milch und Honig fließen.

4 Sonnigliches Sein

5 Aber vielen entgeht etwas – ohne Chance, das zu bedauern.

6 Es ist mir Vollendung. Es ist mir Liebe.

7 Alles fließt dahin.

8 So schön das ganze Leben.

9 Nur, wer loslässt, kann locker sein! Lesen Sie mehr »

Neumondgedichte

Neumond-Heidrun adriana Bomke

NEUMOND IM JUNI

In meinem Herzen lacht zärtlich der junge Mond.

Die Zeit ruht

einem Blütenblatt der weißen Rose gleich

im blauen Abendwind.

LUNA NUOVA IN GIUGNO – Nel mio cuore sorride tenera la luna nuova.
Il tempo è sospeso come il petalo di una rosa bianca nel vento azzurro della sera.

 

NEUMOND IN SIRACUSA



Ich bin mit dir.

Du drehst mich im türkisblauen Meer.



Wir tanzen wir tanzen wir tanzen …

Wir lachen wir lachen wir lachen …



Wir sind wie Kinder …


Hüllt uns der goldenen Mantel der Sommernacht in das weiße Laken des Lebens



Jetzt und in Ewigkeit. 



LUNA NUOVA A SIRACUSA – Sono con te./ Mi fai girare nel mare turchino./ Balliamo balliamo balliamo …/ Ridiamo ridiamo ridiamo …/ Siamo come bambini …/ E il mantello dorato di una notte d’estate ci avvolge nel velo bianco dell’amore/ Ora e per l’eternità.

Meine Gedichte atmen den kosmischen Reigen. So sind sie auch mit den Zyklen des Mondes verbunden, den ich spüre, den ich in Worte fasse wie auch die Elemente Licht, Wasser, Erde, Feuer, die natürlichen Rhythmen … – eine tiefe spirituelle Kraft. Sie sind geboren auf Sizilien, wo ich seit 2011 auch lebe und schreibe.

Diese Gedichte sind erschienen im Gedichtband

WO DAS LICHT WOHNT / DOVE ABITA LA LUCE ,

2014 in Catania (Sizilien) im Verlag Prova d’autore. Heidrun Adriana Bomke, SizilienSie können das

Buch gerne bei mir bestellen. Es kostet 16 € + 1,50 Versand.

Mit poetischen Wünschen für einen schönen leichten Neumondtag und Juni,

© Heidrun Adriana Bomke · 3.6.19

 

Bei den fünf Birken

Bei den fünf Birken Heidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens

Bei den fünf Birken da sprudelt ein uralter Quell

bei den fünf Birken da plätschert ein Bächlein so schnell

bei den fünf Birken ist das Maiengrün leuchtend hell.

Ich sitze bei euch ihr fünf Birken
ich sitze bei euch auf einer Holzbank jeden Tag

Bei euren weißen Stämmen so frisch gewaschen
die ich von Herzen mag.

mein Frühlingsplatz in Fambach
Mein Maienplatz in Fambach

Ihr erinnert mich an junge Mädchen

ihr wachst ganz grad und frisch hinauf

und auf dem Kopfe ganz oben

setzt ihr euch ein grünes Krönlein auf.

Dieses Krönlein hat Herzensblätter
sie flattern hinauf in den Wind
sie wachsen im Frühlingsregen
und winken auch mir geschwind.

Wenn ich mich dann erhebe
lehne ich mich an euren Mädchenstamm an
so spüre ich die frische Jugend
und vor dem Altern ist mir nicht bang.

Bei den fünf Birken da sprudelt ein uralter Quell

bei den fünf Birken plätschert ein Bächlein so schnell

bei den fünf Birken ist das Maiengrün leuchtend hell.

© Heidrun Adriana Bomke · Poesie des Lebens-Lebendig schreiben

Fambach, bei den fünf Birken am 23.5.19

Bei R.M. Rilke auf dem Chateau de Muzot

Chateau de Muzot

Bei R.M. Rilke auf dem Chateau de Muzot

Chateau de Muzot – das klang mir immer schön im Ohr. Nach dieser so friedlichen Begegnung am Grab wollte ich nun spüren, wo Rilke seine letzten Jahre von 1921-1926 verbracht hatte. Der Weg von Raron nach Muzot. Nur eine Station mit der Bahn. Aussteigen in Sierre / Siders. Dort gibt es die “Fondazione Rilke” und ein Museum. Mich interessiert das Steinhaus, der Turm, wo er wohnte bis zum Dezember 1926. Zeitweise mit seiner Freundin Baladine Klossowska und deren Söhnen.

Ich gehe die Straße nach oben in Richtung Veyras.

Die junge Frau im Touristenbüro sagt, dass es ein Fußweg von ca. 30 Minuten ist, es ginge auch ein Bus. Das Grundstück sei privé. Ich möchte nur die Atmosphäre wahrnehmen. Ich fühle ja selbst schon lange, wie Landschaften den Schöpfergeist beeinflussen. Dieses Ineinandergehen von Schöpfung!
Also gehe ich immer die Hauptstraße nach oben. Um mich herum zur Rechten unglaublich schöne Berge!

Die Walliser Alpen!

Im Licht reiht sich einer nach dem anderen auf und immer scheint noch ein höherer mit Schnee bedeckt aus dem Hintergrund hervor. Diese Berge strömen Weite aus und sie haben irgendwie eine magische Anziehung. Zu meiner Linken Weinberge über Weinberge. Wo bin ich nur? Im Wallis, wo kleine alte Häuser stehen mit kleinen Fenstern und viel Holzfassaden und neue moderne Häuser auch. Es ist schon südlich hier – ein bisschen “Piazzagefühl” kommt in mir auf. Ich laufe froh weiter und frage nochmal Bauarbeiter. Gebaut wird viel. Sie kommen aus Mazedonien und sprechen französisch. Mein Italienisch hilft etwas. Also immer hinauf. Links um die Kurve. Dort kommt mir eine charmante Frau entgegen, die ich nochmals nach dem Chateau Muzot frage. Sie spricht auch etwas deutsch und sagt, dass es nach dem Kreisverkehr gleich nach rechts gehe und ich sei dann da. Doch es sei eben privat – privé.

Chateau de Muzot
Eingang Chateau de Muzot

Kommen Sie doch mit in den Garten!

Ich sehe den Steinturm. Wie ein Quader. Ein altes Steinhaus mit einem Holz-Balkon. Ich kenne es von den Fotos. Rilke und seine Geliebte auf dem Balkon in meiner Fantasie.

Rilke in Muzot
Rilke auf dem Balkon in Muzot

Heute ist der Balkon leer. Auf dem Weg darunter sind Tafeln aufgestellt und informieren über den Dichter. Ich gehe zum Tor und da steht, wie erwartet, das Schild privé. Ich sehe Bäume in Blüte und einen schönen Garten. Setze mich auf die Wiese hinter dem Haus und genieße den Blick … Kämme mich, trinke Wasser und freue mich. Mache ein Selfi aus lauter Lust – es geht mir so richtig gut hier. MuzotPlötzlich Geräusche hinter mir. Da kommt ein Mann und bringt Gartenabfälle. Schaut mich freundlich an und fragt etwas, wiederum französisch … – ich spreche italienisch und wir verstehen uns. Ich erzähle, warum ich da bin und da sagt er:

Komme doch einfach mit in den Garten, da kannst du alles besser sehen!

Voilà, das Leben beschenkt mich wieder!

Wir schlüpfen durch eine kleine Seitengartenpforte ohne das Schild prive.
Wie gut, dass ich mich vorher gekämmt habe! Nun stehe ich unter dem Rilke-Balkon.
Miguel ist der Gärtner. Vielleicht in meinem Alter? Doch seit ich über 50 Jahre bin, kann ich das nicht mehr recht einschätzen … – Er ist ein überaus charmanter und liebenswürdiger Mensch, der mich einfach spazieren lässt und seine Arbeit weitermacht.

Chateau de Muzot

 

 

 

 

 

Ich stelle meine Sachen ab und gehe in jeden Winkel des Gartens. Da gibt es diese bemooste Bank in einem Winkel – da saß sehr lange niemand. Dann der Ginkgo-Baum, 100 Jahre alt …

“Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen … doch probieren will ich ihn …!”

Ginkgo in Muzot

 

Muzot-Garten

Miguel kommt zu mir. Wir schauen beide in die Berge und ich frage, wie hoch die sind.

Über 4000 m! Mindestens 3.500 – ich staune weiter. Majestäten, so nehme ich sie wahr. Wie schon in Raron, wo einer der Berge ein Bärengesicht hatte. Miguel erzählt mir auch, wem das Anwesen heute gehört: Reinhart von Winterthur. Und dazu gehören auch all die Weinhänge und viel des umliegenden Landes. Die Familie komme wenige Zeit im Jahr, manchmal kämen Freunde. Der sehr sympathische und interessierte Miguel fragt mich noch, wo ich die Nacht schlafe … – ich lächle und sage ihm, dass ich wieder zurückfahre … – vielleicht sollte ich spontaner sein? Der Gedanke amüsiert mich  …

Wir verabschieden uns mit “tutte cose belle” – jaja!

Ich gehe wieder durch das kleine Gartentor hinaus. Er winkt nochmal und gießt weiter. Gegenüber ist die kleine Kapelle St. Agnes.

Rilke soll sie einmal finanziell unterstützt haben. Oder einer seiner Mäzene. Auch das muss man erstmal können, sich so durchs Leben bringen, ohne Furcht und Skrupel, denke ich und sehe den Dichter noch einmal vor mir auf dem Balkon. Chapeau, chapeau!

Ich gehe langsam die Straße nach unten. 

Sehe, wie gegenüber auf den Serpentinen Autos den Weg nach oben finden. Im Winter muss das gefährlich sein. Doch jetzt ist Frühling – es ist südlich warm und überall wird der Wein gepflegt. Trocken muss es hier sein, so mit diesen vielen Bergen. Vor mir spaziert ein älterer Herr mit Stock.  Ein Bonjour, das ich erwidere. Flanieren, das geht mir nach – ich bin eine “Flaneuse” oder auf dem Weg dahin!
Ich werde wiederkommen und sicher nicht alleine! Und ich werde nun endlich französisch lernen – mit dem Italienisch im Gepäck geht es leichter!

Wieder hat sich etwas Neues aufgetan. Nur Mut.
Ja, man weiß, wohin man gehen soll, im Innen und Außen, indem man geht!

Heidrun Adriana Bomke, die reisende Autorin mit dem Übermut! · 17.4.19

 

 

 

Besuch der Worte – Zum Welttag der Poesie am 22.3.

wo die Worte wohnen - Poesie

“Jahresklang” heißt mein  Gedicht, das beginnt:
“Schlummernd noch murmelt das Jahr sein Lied …” – hört es gerne nochmal und vielleicht bleibt ein Vers, der besonders gefällt! Lauscht auf den Klang, lauscht auf die Gefühle, die sich in euch regen.

Besuch der Worte

Am frühen Morgen besuchen mich die Worte
kaum aufgewacht sind sie schon wieder fort

Ich frag sie noch
Woher kommt ihr? Wo ist der Ort?

Sie kichern leise tänzelnd
wispern und sind wieder fort!

21.3.19

Woher kommen die Worte? – Zum Welttag der Poesie am 22.3.

Als Dichterin frage ich mich das. Zum Welttag der Poesie, der jedes Jahr am 22.3. ist. Und nicht nur dann. Worte der Poesie jenseits der Alltagsworte kommen aus einem anderen “Raum”. Doch woher?
Sie besuchen mich jeden Tag und ja, oft am Morgen, wie ich im lustvollen Dialog mit den Worten schreibe. In dieser Sphäre zwischen Traum und Tag … gerade die Dichterworte sind von einer großen Zartheit. So tief und flüchtig zugleich. Sinnlich, natürlich, oft leicht wie ein kleiner Sonnenstrahl auf der Nase kitzeln sie. Sie formen sich in Herz und Hand.
Ich spüre, dass ich sie einsammle. Ihnen Gestalt gebe.  Sie wohnen nicht in mir – oder sie sind als Erscheinungen und Empfindungen da: im Großen und Ganzen, in der Weltenseele, dem Weltinnernaum wie R.M.Rilke sagte und im “großen Chor”, wie es im Gedicht “Jahresklang” heißt.

Ich habe die Gabe, Poesie zu spüren und zu materialisieren.

Möge sie mir erhalten bleiben. Ich bin so dankbar, die Poesie des Lebens einsammeln und in die Welt geben zu können. Poesie bleibt immer auch Geheimnis, wie die Dichterin Hilde Domin in ihrem Gedicht
“Worte sind reife Granatäpfel” schrieb.

Granatapfelblüten
Foto: Adriana

Hilde DominLeben ist Poesie

für mich. Als Dichterin lebe ich in einer besonderen Wahrnehmungswelt. Sie ist sehr fein, lebendig, leicht, still mit Natur und Herz verbunden und ein großer innerer Raum voller vielfältigster Wahrnehmungen. Sie ist hochsensibel und möchte beschützt werden. Sie möchte tanzen und fliegen und geerdet werden. Sie ist kein Diskussionsraum. Sie ist einfach da. Ein Hinausgehen aus der Alltagswelt und ein Zurückführen in Gestalt der poetischen Früchte. Dahin, wo wir uns alle versammeln können: In der POESIE des LEBENS.

Ist nicht alles Lebendige voller Poesie, voller Schönheit, Freude, Vielfalt, Verwandlung?

Jeder kleine Vogel, der Ästchen für sein Nest zusammenträgt? Die Wolken, die sich im Wasser spiegeln? Die Knospe, die aufgeht und zu Blüte und Frucht wird …? Der Mensch, der gerne lebt … einen anderen berührt …

Jean Paul schrieb: “Poesie ist wie ein Duft, der sich verflüchtigt und in der Seele die Essenz der Schönheit zurück läßt.”

Hilde Domin meinte: “Poesie ist ein großes Glockenläuten, damit alle aufhorchen”

Sich entfalten im eigenen Rhythmus ist Poesie

Poesie bleibt, wie das Leben im Kleinsten auch, Geheimnis. Manches kann man spüren im Innehalten. Erahnen, sich öffnen, mutig sich offenbaren und zeigen. In der Poesie kann man nichts “umlügen”, wie Domin sagt. Es geht um Wahrhaftigkeit. Nicht umsonst nennt man die Poesie die subjektivste der Gattungen. Man spricht von sich. Und gleichzeitig vertraue ich, gebe ich die Gedichte hinaus, auf ein Gegenüber, einen Hörer. Am liebsten lese ich direkt vor den Menschen. Ein poetischer Raum entsteht, in dem Worte berühren und Menschen sich dadurch beruhigen, leise werden, in sich hinein horchen, sich spüren …  – man kann diese Energie einatmen. Es wächst aus dieser schöpferischen Gestaltung Schönheit.

Poesie gibt mir die größte innere Freiheit und Weite

Sie verbindet mich mit all dem Kleinen und Feinen und Wunderbaren des Seins und bindet mich so wie von selbst in den großen lebendigen Rhythmus ein. Dafür bin ich so dankbar. Genießen Sie noch einmal zum “Welttag der Poesie” mein vorgelesenes Gedicht “Jahresklang”. Es drückt auch meine poetische Verbundenheit mit dem Leben aus: mein Einstimmen “in den großen Chor”.

Viel Freude beim Hören! Und:

Schreiben Sie auch Ihr Gedicht! Einfach so – federleicht. Heidrun Adriana Bomke

JAHRESKLANG

© Heidrun Adriana Bomke · Dichterin, Literaturwissenschaftlerin, Biografin und Lebensreisebegleiterin
Aufnahme: Patrick Penot Musikproduktion GmbH Wiesbaden

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